Thurnau
Millionenprojekt

Thurnauer Brückenbaustelle sorgt für Verärgerung

An der 70 bei Thurnau werden seit Anfang 2018 zwei Brücken saniert. Dass die Baumaßnahmen, die im Oktober abgeschlossen werden sollten, immer noch laufen, trifft nicht nur Autofahrer, sondern auch die Gärtnerei Schlegel.
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Die Autobahnbrücke, die der Unterführung der Kreisstraße zwischen Thurnau und Limmersdorf dient, ist seit über einem Jahr Baustelle. Fotos: Alexander Hartmann
Die Autobahnbrücke, die der Unterführung der Kreisstraße zwischen Thurnau und Limmersdorf dient, ist seit über einem Jahr Baustelle. Fotos: Alexander Hartmann
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Das Gewächshaus von Sybille Schlegel, die mit ihrem Mann Albrecht in der Limmersdorfer Straße in Thurnau eine Gärtnerei betreibt, ist mit Pflanzen noch sehr reich bestückt - für Mitte Mai ist das äußerst ungewöhnlich. Auf dem Parkplatz vor dem Laden steht zudem kaum ein Auto. "Die Kunden bleiben aus", sagt Sybille Schlegel und verweist darauf, dass vor dem Muttertag das Geschäft eigentlich laufen müsste.

Der Grund für die Misere

Das tut es aber nicht. Den Grund für die Misere hat die Gartenbau-Technikerin ausgemacht: Es sei die Brückenbaustelle an der Autobahn, die zu erheblichen Umsatzeinbußen führe. Wegen des Millionenprojekts ist die Limmersdorfer Straße nämlich seit Anfang 2018 gesperrt - was nicht nur die Gärtnerei trifft, sondern auch die Autofahrer, die zwischen Limmersdorf und Thurnau unterwegs sind und seit vielen Monaten eine Umleitung nehmen müssen.

Baufirma hatte Personalmangel

Was das Ehepaar Schlegel wurmt? Die beiden Thurnauer Brückenbaustellen - parallel zur Brücke, die über die Limmersdorfer Straße führt, wird auch die große Friesentalbrücke saniert, die die A 70 trägt - sollten Ende vergangenen Jahres abgeschlossen werden. Weil der Baufirma Personal fehlte, konnte der Zeitplan aber nicht eingehalten werden. Auf dem Baustellen-Schild wurde aus dem "Oktober 2008" so der "Oktober 2019".

Das ist der jetzige Zeitplan

Ganz so lang wird die Maßnahme nun aber wohl doch nicht dauern, wie der Leiter der Dienststelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern, Thomas Pfeifer, mitteilt. Pfeifer rechnet damit, dass die baulichen Maßnahmen an der Kreisstraße im Juli abgeschlossen werden. Die Limmersdorfer Straße werde aber auch danach noch für einige Wochen gesperrt bleiben, weil im Anschluss neue Leitungen verlegt würden, unter anderem von der Telekom, die das Industriegebiet neu anschließe. Ende August, so schätzt Pfeifer, dürfte die Baustelle endgültig geräumt sein. "Vielleicht kommt man aber ja auch in den Wochen davor schon ohne Vollsperrung aus."

Dann sind es wieder vier Spuren

Auch die Arbeiten an der Friesentalbrücke sollen Mitte des Jahres abgeschlossen werden. Laut Pfeifer wird die Teilbrücke in Fahrtrichtung Bamberg, die derzeit saniert wird, im Juli wieder befahrbar sein. Zunächst würde in Richtung Bayreuth wie auch in Richtung Bamberg je eine Fahrspur zur Verfügung stehen. "Nach dem Rückbau der Verkehrsführung und den abschließenden Arbeiten wird man Mitte August von Baustelle nichts mehr sehen", sagt Pfeifer. Nach eineinhalb Jahren wäre die A 70 bei Thurnau dann wieder vierspurig befahrbar - was viele Autofahrer freuen würde.

Eine andere Baustelle

Für die Familie Schlegel ist die Friesentalbrücke aber eine andere Baustelle. Sie kämpft mit der Vollsperrung in der Limmersdorfer Straße. Zwar ist die Zufahrt zu ihrem Geschäft aus Richtung Thurnau frei - zwei Hinweisschilder weisen darauf hin - , die Kunden würden aber trotzdem nicht wie gewohnt den Weg in den Laden finden. Sybille und Albrecht Schlegel hoffen nun, dass die Bauarbeiter wirklich zur Jahresmitte abrücken und das Geschäft dann wieder Fahrt aufnimmt. Auch wenn die Hauptsaison für Gärtnereien, so betont Schlegel, dann leider schon beendet ist.

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