Thurnau
Ortsentwicklung

Thurnau: Neubaugebiete sind nicht genug

Baugebiete sind in Thurnau schnell gefüllt, wie die Beispiele an der Alten Allee und in der Kirschenallee zeigen. Der Markt will aber auch die Leerstände im Ortskern beheben - dafür gibt es eine Gestaltungsfibel und bis zu 50 000 Euro Zuschuss.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Baugebiet auf dem früheren Müller-Bau-Areal wird zurzeit erschlossen.  Foto: Alexander Hartmann
Das Baugebiet auf dem früheren Müller-Bau-Areal wird zurzeit erschlossen. Foto: Alexander Hartmann
+1 Bild

Die Nachfrage nach Bauplätzen ist in Thurnau in den letzten Jahren groß gewesen - und sie wurde mit der Ausweisung von privaten Baugebieten in der jüngsten Zeit auch weitgehend gedeckt.

"Die Nachfrage ist groß"

In der "Alten Allee" wurden 15 Parzellen geschaffen, von denen alle vergeben sind. Im Baugebiet Kirschenallee sind 13 von 15 Grundstücken schon verkauft, wie Fred Unger von der Gewi Bauträgergesellschaft mitteilt. "Von der großen Nachfrage war ich überrascht. Die meisten Grundstücke waren innerhalb von sechs Monaten weg", sagt Unger. Bis Ende April läuft dort die Erschließung durch die Firma Strabag. Für das erste Haus wurde schon Richtfest gefeiert.

Die Straße in dem neuen Baugebiet wird der Gemeinderat übrigens dem früheren Baumeister Hans Müller widmen, der sich auch als Musiker um Thurnau verdient gemacht hat.

Die Bevölkerung im Blick

Weitere vier Parzellen wurden an der Schorrmühlstraße unweit des Schlossweihers geschaffen.

Doch der Markt Thurnau setzt nicht nur auf Neubauten. Mit Blick auf den in den nächsten Jahrzehnten zu erwartenden Bevölkerungsrückgang müsse ein besonderes Augenmerk auch auf den Ortskern gelegt werden, wie Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) betont.

Denn wie in vielen anderen Gemeinden gibt es auch in Thurnau im Zentrum etliche Leerstände. Es sei das Ziel, diese wieder mit Leben zu erfüllen, so Bernreuther, der feststellt: "Desto mehr neue Baugebiete ausgewiesen werden, desto unwahrscheinlicher wird es, dass uns das gelingt." Ziel sei es, Baulücken zu schließen, Häuser zu sanieren oder alternativ für einen Neubau auch einmal wegzureißen. "Wir wollen damit erreichen, dass der Ortskern belebt und bewohnt bleibt. "

Harmonische Ergänzung

Zur Leerstandsbekämpfung hat der Markt eine Gestaltungsfibel herausgegeben. "In dieser werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Neu- und Umbauten mit dem historischen Bestand in Einklang zu bringen sind und wie sich moderne Sanierungs- und Baumethoden harmonisch mit historischen Details ergänzen", erläutert Bernreuther.

Die Gemeinde gibt aber nicht nur Ratschläge. Sie hat, um privaten Eigentümern einen Anreiz für Baumaßnahmen zu bieten, ein kommunales Förderprogramm aufgelegt. Bauherren, die ein solches Projekt in Angriff nehmen, erhalten maximal 50 000 Euro Zuschuss. 45 000 Euro gewährt der Staat, die restlichen 5000 kommen von der Gemeinde. Acht Anfragen gibt es bereits, einige Maßnahmen sind laut Bürgermeister Bernreuther zufolge bereits am Laufen. Wie er mitteilt, können maximal sechs Projekte pro Jahr mit Fördermitteln auf den Weg gebracht werden.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren