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Kulmbach

Strom tanken? - Kein Problem!

Im Landkreis Kulmbach steigt die Zahl der E-Autos. Deswegen soll das Netz an Ladesäulen weiter ausgebaut werden.
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Auch Ingrid Flieger fährt elektrisch. Hier "betankt" die Klimaschutz-Managerin des Landkreises gerade ihr Auto. Mit dabei (von links) Rainer Kleedorfer, Prokurist bei N-Ergie, Landrat Klaus Peter Söllner und der Geschäftsführer der Verkehrsakademie, Michael Möschel.  Foto: Katrin Geyer
Auch Ingrid Flieger fährt elektrisch. Hier "betankt" die Klimaschutz-Managerin des Landkreises gerade ihr Auto. Mit dabei (von links) Rainer Kleedorfer, Prokurist bei N-Ergie, Landrat Klaus Peter Söllner und der Geschäftsführer der Verkehrsakademie, Michael Möschel. Foto: Katrin Geyer

Immer mehr Autobesitzer im Landkreis Kulmbach steigen auf ein E-Auto um. Mit einem wachsenden Netz von E-Ladesäulen tragen der Landkreis Kulmbach und die Kommunen diesem Trend Rechnung. Wichtiger Partner dabei ist die N-Ergie Aktiengesellschaft aus Nürnberg, die die Ladesäulen zur Verfügung stellt und den Ökostrom liefert. Eine Bilanz dessen, was bisher getan wurde:

Seit wann ist E-Mobilität im Landkreis Kulmbach ein Thema? Zahlen und Fakten, die Ingrid Flieger, Klimaschutz-Managerin im Landratsamt, zusammengetragen hat, belegen, dass der Landkreis sich schon früh mit der Elektromobilität beschäftigt hat. Bereits 2012 hat es einen Aktionstag gegeben. 2014 haben Auszubildende des Landratsamtes eine Analyse erstellt, ob E-Fahrzeuge im landkreiseigenen Fuhrpark eingesetzt werden können. Seit August gibt es auf dem Besucherparkplatz des Amtes eine Ladesäule mit zwei Anschlüssen. Außerdem hat man in Zusammenarbeit mit N-Ergie ein Modellprojekt auf den Weg gebracht. Seither haben schon viele Gemeinden Ladesäulen errichtet (siehe Grafik).

Warum ist es für den Landkreis so wichtig, das Netz an E-Ladesäulen weiter auszubauen? Eine funktionierende Infrastruktur hält Michael Möschel, Geschäftsführer der Verkehrsakademie Kulmbach und Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums, für unerlässlich, wenn die Zahl der E-Autos gesteigert werden soll. Er ist der Ansicht, dass die E-Mobiliät derzeit noch an Grenzen stößt. So seien Fahrzeuge mit begrenzter Reichweite zum Beispiel für Außendienstler, die viel unterwegs sind, nicht praktikabel. Ideal seien sie hingegen für den Einsatz als Zweitwagen mit geringer Laufleistung. Derzeit seien Zweitwagen in Deutschland im Schnitt 14 Jahre alt und weisen extrem schlechte Umweltwerte auf. "Wenn wir auf lokaler Ebene Emissionen verringern wollen, müssen die Zweitautos elektrisch werden." Für die Firma N-Ergie sind die meisten der Ladesäulen, die kostenlos genutzt werden können, derzeit noch ein Draufzahlgeschäft. Für das Unternehmen ist das aber völlig in Ordnung, sagt Prokurist Rainer Kleedörfer. Es gehe darum, sichtbar zu sein und damit das Thema E-Mobilität im öffentlichen Bewusstsein zu halten.

Wie viele E-Autos gibt es im Landkreis Kulmbach? Klimaschutz-Expertin Ingrid Flieger spricht von steigenden Zahlen bei der Neuzulassung von E-Autos. 2018 waren im Kreis 42 reine E-Autos registriert. 2019 waren es bereits 74 und am 1. Januar 112. Dazu kommen auch die sogenannten E-Hybriden von denen im Landkreis zu Jahresbeginn 497 und damit doppelt so viele wie ein Jahr zuvor unterwegs waren. Entsprechend angestiegen sind auch die Zahlen der Ladevorgänge an den Ladesäulen. So spricht der Ladeverbund, eine Kooperation von rund 60 Stadt- und Gemeindewerken in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz von 99 000 Ladevorgängen an insgesamt 520 Ladesäulen im Jahr 2019. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor (43 000 Ladevorgänge an 280 Ladesäulen).

Was ist für die Zukunft im Landkreis Kulmbach geplant? Das Netz an Ladesäulen soll weiter ausgebaut werden. Der Kreis arbeitet auch hier mit dem Stromversorger N-Ergie zusammen. In einzelnen Kommunen, zum Beispiel in Kulmbach, besteht eine Kooperation unter anderem mit der Bayernwerk Netz GmbH. Noch in diesem Jahr sollen Ladesäulen in Neuenmarkt und Neudrossenfeld errichtet werden. Geplant sind solche "Stromtankstellen" auch für Mainleus, Untersteinach, Grafengehaig, Ludwigschorgast, Harsdorf und Trebgast. (siehe Grafik). Zudem gibt es mittlerweile ein stattliche Anzahl privater E-Ladestationen, die von Mitarbeitern und Besuchern genutz werden können (siehe Infobox).

Und wenn das Auto einmal stehen bleiben soll? Viele Autofahrer verzichten bewusst gerne einmal aufs Auto und steigen aufs Fahrrad um. Radfahren ist mittlerweile die Outdoor-Sportart Nummer 1 in Kulmbach. Wer nicht ganz so ausdauernd und trainiert ist, lässt sich beim Radeln gerne unterstützen - und nutzt ein E-Bike oder ein Pedelec. Auch diesem Trend trägt der Landkreis Kulmbach Rechnung. Am Landratsamt sowie in Wirsberg, Presseck, Stadtsteinach, Harsdorf und Marktleugast gibt es mittlerweile E-Bike-Ladestationen in kommunaler Trägerschaft in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen bike-energy, gefördert ebenfalls von N-Ergie.

Wo genau befinden sich die Ladesäulen?

E-Ladesäulen Landkreis Kulmbach; Stand Jan 2020

Kommunal initiierte Ladestationen

Modellprojekt Kooperation Landkreis + N-ERGIE

Himmelkron Autobahnkirche (Bernecker Str. 27),

Marktleugast (Radonplatz)

Marktschorgast (Marktplatz)

Presseck (Stadtsteinacher Str. 1)

Presseck, Ortsteil Wartenfels

Stadtsteinach (Kirchplatz)

Thurnau (Hutschdorfer Str. 2)

Wirsberg (Herbert Kneitz Str. 15)

Landratsamt Kulmbach (Konrad-Adenauer-Str.5)

Stadt Kulmbach in Kooperation mit Stromnetz Kulmbach + Bayernwerk

Kulmbach Zentralparkplatz (Grabenstraße)

Kulmbach Schwedensteg (Pörbitscher Weg 7)

Planung kommunaler Lade-Stationen

Mainleus

Neuenmarkt (Realisierung 2020 beim DDM durch N-ERGIE

Neudrossenfeld (Realisierung 2020, Parkplatz Bayreuther-Straße)

Untersteinach

Grafengehaig

Ludwigschorgast

Harsdorf

Trebgast

Private E-Ladestationen

Klinikum Kulmbach (Albert-Schweitzer-Str.10)

Bayernwerk, Netzcenter Kulmbach

Kulmbacher Brauerei

Glen Dimplex Deutschland

Ait Kasendorf

Hotel an der Eiche, Kulmbach

Solartechnik Rüger, Kulmbach

MGS Autozentrum GmbH & Co.KG, Kulmbach

MGTM Fleetservice GmbH, Kulmbach

Sparkasse Kulmbach-Kronach, Kulmbach

McDonalds Himmelkron

Autohof Himmelkron

Joachim Rödel, Kasendorf, Krumme Fohre

Firma NETKom, Mainleus

Öhrleins Hof, Mainleus

Parkplatz Neudrossenfeld, Ledergasse

Bräuwerk Neudrossenfeld (in Planung)

Reiterhof Wirsberg

E-Bike-Ladestationen kommunal von bike-energy

Wirsberg (Rathaus)

Presseck (Stadtsteinacher Str. 1)

Stadtsteinach (Marktplatz)

Harsdorf (Hauptstr. 10)

Marktleugast (Radonplatz)

Landratsamt Kulmbach (Besucherparkplatz)

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