Kulmbach
Jugendarbeit

Streetworker soll Brennpunkte in Kulmbach entschärfen

Vor allem am Kulmbacher Busbahnhof fallen Jugendliche immer wieder negativ auf. Mit der Einrichtung einer Streetwork-Stelle soll Abhilfe geschafft werden.
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Jugendliche, die zum Beispiel durch Alkohol- oder Drogenkonsum negativ auffallen, sollen in der Stadt Kulmbach künftig von einem Streetworker gezielt angesprochen und betreut werden. Foto: dpa
Jugendliche, die zum Beispiel durch Alkohol- oder Drogenkonsum negativ auffallen, sollen in der Stadt Kulmbach künftig von einem Streetworker gezielt angesprochen und betreut werden. Foto: dpa

Kulmbach wird in Sachen Streetwork aktiv. Mit dieser Form der mobilen Jugendarbeit will die Stadt künftig junge Menschen ansprechen, die Unterstützung brauchen, aber über andere Angebote schwer zu erreichen sind. Wie Stadtsprecherin Ulrike Braun auf BR-Anfrage erklärt, soll so "ein niederschwelliges Angebot entstehen" und durch den Streetworker ein Zugang zu den Jugendlichen hergestellt werden. Vor allem der Busbahnhof und das dortige Umfeld werden von der Stadt als Handlungsfelder genannt.

Zusätzlich zum Bereich um den Busbahnhof und den Soccer Court führt Peter Hübner, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Kulmbach, die Obere Stadt und den Grünzug als weitere Schwerpunkte an. In diesen Bereichen käme es regelmäßig zu Vorfällen. Andere Städte in Oberfranken, die von der Größenordnung in etwa mit Kulmbach vergleichbar sind, hätten ähnliche Probleme, so Hübner. "Das ist leider nichts Außergewöhnliches. Es gibt pro Stadt immer drei bis vier Treffpunkte, an denen sich die entsprechende Klientel trifft."

Hilfe zur Selbsthilfe

Mit dem Streetwork-Projekt soll, wie Braun erklärt, den Jugendlichen grundsätzlich "Hilfe zur Selbsthilfe" geboten werden. Diese Hilfe könne ganz allgemein aus Beratung, Begleitung und Unterstützung bestehen. Ziel sei es auch, den Jugendlichen beim Aufbau tragfähiger Beziehungen zu helfen.

Als Träger der mobilen Jugendarbeit fungiert das Bayerische Rote Kreuz (BRK) Kulmbach. In Abstimmung mit Stadt und Landkreis ist es für die Anstellung des Streetworkers zuständig. "Angedacht ist, die Stelle mit zwei Teilzeitstellen zu besetzen", erklärt Braun. Ein Starttermin stehe aktuell noch nicht fest.

Die jährlichen Kosten für das Streetwork-Projekt belaufen sich auf rund 80.000 Euro. Wie Braun erklärt, übernimmt der Landkreis hiervon rund 31.000 Euro. "Die Stadt trägt die restlichen Personalkosten und die anfallenden Sachkosten in Höhe von etwa 46.000 Euro."

Streetworker seit Langem gewünscht

Der Stadtrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig für den Abschluss der entsprechenden Verträge mit Landkreis und BRK ausgesprochen. Dabei wurde der Wunsch geäußert, den beziehungsweise die Streetworker im Bahnhofsgebäude unterzubringen - also in den neuen Räumlichkeiten des Kulmbacher Kinder- und Jugendkulturzentrums (Juz). Diese Möglichkeit werde derzeit geprüft, so Braun.

"Die Etablierung eines Streetworkers ist ein langgehegter Wunsch des Stadtrats", erklärt sie. "Zusammen mit dem Neustart des Juz im Bahnhof wollen wir die Jugendarbeit in Kulmbach so noch breiter aufstellen."

Lesen Sie auch: Das Kulmbacher Juz richtet sich im Bahnhof neu ein

Polizeichef Hübner ist "fest überzeugt", dass ein Streetworker dabei helfen kann, die Situation in Kulmbach zu verbessern. "Es sind immer wieder dieselben, die bei uns aufschlagen", berichtet er. Ein Streetworker könne gezielt auf diese Jugendlichen zugehen, Kontakt aufbauen und sie positiv beeinflussen. "Das ist eine ganz hervorragende Geschichte, von der die Stadt und ihr Umfeld in Zukunft profitieren werden."

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