Angestoßen hatte das Thema Herbert Kaiser aus Appenberg. Bürgermeister Dieter Adam (FW) schloss eine Erhöhung nicht aus. "Gutes Wasser hat seinen Preis", stellte er klar. Das einzige, was er und Ortssprecher Herbert Pieper übereinstimmend versprachen, war: "Der Liefervertrag, der mit Kasendorf abgeschlossen wird, gilt für 99 Jahre."

Bislang bezogen die Einwohner der ehemals selbstständigen Gemeinde Gundersreuth, die die eingangs erwähnten Orte umfasst, ihr Wasser von der Peestener Gruppe. Damit wird bald Schluss sein. "Der Brunnen in Peesten ist eingefallen, er versiegt immer mehr. Zudem entspricht er nicht mehr den heutigen Anforderungen an die Trinkwasserqualität. Aus diesem Grund lassen wir uns zukünftig das Wasser von der Kasendorfer Gruppe liefern."

Zum Preis erinnerte der Bürgermeister daran, dass die Gebühren kostendeckend sein müssen. Sollte es einmal zu Sanierungen kommen, müssten diese auf alle Hauseigentümer umgelegt werden, also auch auf die in den Dörfern der ehemaligen Gemeinde.

In Proß gibt es eine Seitenstraße, die geschottert ist. Dort wohnt Jörg Steinhäuser. Er und die anderen drei Anlieger wünschen sich eine Asphaltierung. Steinhäuser wollte deshalb wissen, wie es um einen Neubau bestellt ist. "Eine solche Maßnahme können wir auf die Anlieger umlegen. Auf jeden käme ein Anteil von 20 000 Euro zu", stellte Ortssprecher Pieper klar.

"Bringt mir einen Vorschlag"

Laut Adam gibt es noch keine konkreten Überlegungen für den Bau einer Straße. "Was wäre, wenn wir als Bürger die Maßnahme selbst in die Hand nehmen", fragte Steinhäuser. Der Bürgermeister zögerte zunächst ("Es handelt sich um eine öffentliche Straße"), zeigte sich dann aber kompromissbereit: "Bringt mir einen Vorschlag, und ich kümmere mich darum."

"Was passiert, wenn die Hauptverkehrsstraße in Appenberg einmal saniert werden muss? Werden dann die Anlieger zur Kasse gebeten?", fragte Albert Pfaffenberger. "In den nächsten zehn bis 20 Jahren wird es voraussichtlich nicht zu einer Generalsanierung kommen. Kleinere Reparaturen reichen vollkommen aus", beruhigte ihn Adam. Er teilte auch nicht die Befürchtung Pfaffenbergers, dass Riesen-Lkw, so genannte Gigaliner mit bis zu 25 Metern Länge und 60 Tonnen Gesamtgewicht, in Appenberg zu Straßenschäden führen werden. Der Bürgermeister sieht in ländlichen Regionen eher Probleme mit schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Als Beispiel nannte er die Dörflesbach-Brücke in Buchau.

Die Mitteilung Adams, wonach der Markt plant, in Mainleus für eine Millionen Euro zwei Wohnhäuser mit jeweils vier gemeindlichen Wohnungen zu errichten, veranlasste Hermann Müller aus Gundersreuth zu der Frage, ob dafür ein Bedarf bestehe. "Wir haben derzeit 40 Wohnungssuchende", klärte ihn der Bürgermeister auf.

Schülerzahlen machen Sorgen

Sorgen bereitet Adam die Entwicklung der Schülerzahlen: 2007 hatten 184 Kinder die Grundschule besucht, jetzt sind es 170. "Das geht ja noch", meinte Adam. Im kommenden Jahr werde es aber einen gewaltigen Sprung nach unten geben - auf dann nur noch 128. "Wie soll man bei einer solchen Entwicklung langfristig einen Schulstandort aufrechterhalten?", fragte sich der Bürgermeister.

Weiter teilte er mit, dass der marode Zaun beim Löschweiher in Gundersreuth demnächst durch einen neuen aus Holz ersetzt wird. Zur Kenntnis nahm er den Hinweis von Wirtin Marga Schröder, dass zwei Straßenlaternen defekt sind.