Stadtsteinach
Ehrung

Stadtsteinachs starke Stimme

Stadtsteinach ehrt Stadtrat Wolfgang Hoderlein mit der Bürgermedaille aus. Bürgermeister Wolfrum würdigte den engagierten Kämpfer für die seinen Heimatort.
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Kämpfer für Franken und den ländlichen Raum: Wolfgang Hoderlein mit der Frankenfahne an seinem  60. Geburtstag   im Jahr  2013. Foto: Archiv/Stephan Tiroch
Kämpfer für Franken und den ländlichen Raum: Wolfgang Hoderlein mit der Frankenfahne an seinem 60. Geburtstag im Jahr 2013. Foto: Archiv/Stephan Tiroch
Als er erstmals gewählt wurde, war Wolfgang Hoderlein 24 Jahre alt und damit der jüngste Stadtrat aller Zeiten in Stadtsteinach. Seither hat ihn seine politische Karriere durch alle politischen Ebenen im Freistaat geführt. Seit mehr als 40 Jahren ist der SPD-Mann ein Kämpfer für die Lebensqualität im ländlichen Raum, der sich nicht scheut, klare Worte zu sprechen und unbequem zu sein, wenn es ihm nötig und richtig erscheint.
Für diesen Einsatz dankte ihm Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) am Montagabend bei der Festsitzung des Stadtrats, die zu Hoderleins Ehren anberaumt worden war.
Nach seiner ersten erfolgreichen Kandidatur für den Stadtrat im Jahr 1978 sei Hoderlein 1984, 1990 und 1996 jeweils wiedergewählt worden, sagte Wolfrum in seiner Laudatio auf den Bürgermedaillenträger. Als Generalsekretär und Landesvorsitzender der Bayern-SPD unterbrach er von 1999 bis 2013 seine Stadtratstätigkeit, und ist seit 2014 wieder Mitglied des Gremiums.
Vier Bürgermeister hat Hoderlein im Lauf seiner Karriere begleitet: Vor Wolfrum waren dies Werner Döll (CSU), Klaus Peter Söllner (FW) und Anneliese von Ramin (CSU) - "mit dem einen mehr, mit dem anderen weniger auf Tuchfühlung, aber immer dran an der Sache für Stadtsteinach", so der Bürgermeister.
Sein Faible für die Politik sei ihm schon in die Wege gelegt worden. 1953 kam Hoderlein im Rathaus von Steinwiesen zur Welt. Als Zehnjähriger zog er mit seiner Familie nach Stadtsteinach und habe schnell durch vielfältige Qualitäten auf sich aufmerksam gemacht: "Der junge Wolfgang war sportlich, belesen, schriftstellerisch versiert und konnte gut reden. Und schon war er drauf, auf der Stadtratsliste der Stadtsteinacher SPD zur Kommunalwahl 1978."
Wolfgang Hoderlein sei ein Ausnahme- und Ausdauerpolitiker: "Die Stadtratstätigkeit in unserer Heimatstadt war nur der Auftakt seiner 40-jährigen ununterbrochenen kommunal- und landespolitischen Tätigkeit. Es gibt nicht viele Frauen und Männer, die eine ähnliche Vita vorweisen können", sagte Roland Wolfrum. Seit 1984 ist Hoderlein im Kreistag, war von 1990 bis 2008 vier Mal gewählter SPD-Landtagsabgeordneter und von 2008 bis 2013 Mitglied des Bezirkstags.
In seiner langjährigen Karriere habe Hoderlein auf allen vier politischen Ebenen maßgeblich daran mitgewirkt, dass sich Stadtsteinach immer weiter entwickelt habe, dass die Zeit in seinem Heimatort nicht stehen geblieben sei, dass sich die ehemalige Kreisstadt den Unbilden der politischen Gegebenheiten nicht kampflos hingegeben habe, sondern weiter darauf baue, dass sie eine Stadt mit überörtlichen Funktionen bleibe. Wolfrum: "Das ist dein Verdienst, das du dir erworben hast. Man kann dich mögen oder nicht, aber anerkennen muss dies jeder."
Laut Stadtratsbeschluss werden Mitglieder des Gremiums, die sich 24 Jahre für die Geschicke ihrer Stadt eingesetzt haben, mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Hoderlein sei der Erste, dem dafür die Ehre erwiesen wird. Dass die Festsitzung im kleinen Rahmen im Anschluss an die normale Stadtratssitzung stattfand und nicht als Sonderveranstaltung mit geladenen Gästen und Rahmenprogramm, sei der ausdrückliche Wunsch Hoderleins gewesen.
Der Geehrte begründete dies im Anschluss in seinen Dankesworten: "Ich finde den kleinen Rahmen angemessen, denn ich bekomme die Ehrung einfach nur dafür, dass ich so lange hier bin." Hoderlein erinnerte mit einem Schmunzeln daran, dass er schon mit den Eltern manches heute amtierenden Stadtrats im Stadtsteinacher Rathaus zusammengearbeitet habe. "Ich werde versuchen, weiter für die Lebensqualität in Franken, im ländlichen Raum und insbesondere in unserer schönen Heimatstadt einzutreten", versprach er. "Wir müssen aufpassen, dass uns diese nicht abhanden kommt. Dafür müssen wir aktiv kämpfen, kreativ sein, auch mal jemandem auf die Füße treten, wenn es nötig ist. Dieses Anliegen treibt mich an, und ich wünsche mir, dass wir damit auch in Zukunft Erfolg haben."
Glückwünsche und kleine Geschenke gab es von allen Stadtratsfraktionen: Franz Schrepfer (Freie Wähler), Knud Espig (SPD) und Klaus Witzgall (CSU) dankten ihrem Kollegen für sein Engagement, die gute, konstruktive Zusammenarbeit und sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement, unter anderem für den Tennisclub und die Arbeiterwohlfahrt.
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