Laden...
Stadtsteinach
Kommunalwahl

Stadtsteinachs Bürgermeister Roland Wolfrum: Viel geschafft und noch viel zu tun

Roland Wolfrum steuert mit Optimismus und einem großen Aufgaben-Paket seine dritte Amtszeit an. Stadtsteinachs Mitte soll neue Anziehungskraft bekommen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Aufgabe für die nächste Amtszeit des Stadtsteinacher Bürgermeisters roland Wolfrum: Der Stadtpark bietet vielfältiges Gestaltungspotenzial. Foto: Dagmar Besand
Eine Aufgabe für die nächste Amtszeit des Stadtsteinacher Bürgermeisters roland Wolfrum: Der Stadtpark bietet vielfältiges Gestaltungspotenzial. Foto: Dagmar Besand
+2 Bilder

Seit zwölf Jahren sitzt Roland Wolfrum (SPD) auf dem Chefsessel im Stadtsteinacher Rathaus, und wenn es nach ihm geht, dann füllt er das Amt aus, bis er das Rentenalter erreicht. Der Grund? "Ich kann mir keine schönere Aufgabe vorstellen, keinen besseren Beruf!" Das Bürgermeisteramt in Stadtsteinach ist zwar kein hauptamtlicher Posten, aber Wolfrum übt ihn in Vollzeit aus.

Der Reiz des Bürgermeisteramts liegt für den 52-Jährigen in den gestalterischen Möglichkeiten. "Das ist wie bei einem Handwerker, auch wenn man für manches einen langen Atem braucht. Du kriegst einen Auftrag, wirkst und am Ende siehst du, was du geschaffen hast - nicht allein, versteht sich, sondern im Team." Das zu betonen, ist Roland Wolfrum wichtig. Er legt Wert auf ein gutes Miteinander im Stadtrat: "Alle ziehen letztlich an einem Strang, auch wenn es mal unterschiedliche Meinungen gibt."

Mit einem gewissen Stolz blickt Roland Wolfrum auf seine beiden Amtszeiten zurück: Hochwassersicherung, neues Feuerwehrhaus, Schaffung zweier Kinderkrippen, Neubau der Turnhalle, Sanierung des Schulgebäudes, zahlreiche Straßensanierungen, Startschuss für ein neues städtebauliches Entwicklungskonzept für den Ortskern... "Das sind sehr viele Projekte, die uns vorangebracht haben, auch dank hoher staatlicher Zuschüsse, ohne die wir das alles nicht hätten finanzieren können."

Die Stadtentwicklung im Zentrum werde eine der großen Aufgaben der nächsten Jahre sein. Mit dem Bau der Umgehung seien große Veränderungen verbunden, die die Stadt als Chance nutzen wolle, ihre Mitte für Einheimische und Gäste einladend zu gestalten. Dadurch erhofft sich der Bürgermeister auch neue Anreize für Gastronomen, so dass beispielsweise der "Goldene Hirsch" wieder eine Zukunft hätte.

Kein Flickwerk, sondern ein großer Wurf soll es werden: "Wir bereiten uns seit vielen Jahren darauf vor. Dadurch, dass wir nach dem Bau der Umgehung den Durchgangsverkehr aus der Stadt rausbekommen, ergeben sich Möglichkeiten, die wir vorher nicht hatten, zum Beispiel, den Verkehrsraum so aufzuteilen, dass Fußgänger, Radfahrer und Autos gleichberechtigt behandelt werden."

Trotz der mit dem Bau der Umgehungsstraße verbundenen massiven Eingriffe in die Natur sieht der Bürgermeister das Projekt positiv: "Die Umgehung ist strukturell wichtig für uns, und sie eröffnet Chancen für neue, positive Entwicklungen."

Was fehlt noch in Stadtsteinach? Ein Hallenbad steht auf der Wunschliste des Bürgermeisters ganz weit oben. "Ich wäre schon mit einem Lehrschwimmbecken zufrieden, wie wir es früher hatten." Wo das hinkäme, wenn die Mittel zur Verfügung stünden, ist klar: Dort, wo es sich früher befand, auf dem Gelände der früheren Schulturnhalle.

Stadtsteinach bräuchte außerdem dringend einen Mietwohnungsblock, so der Bürgermeister. Viel getan habe sich im Bereich der Angebote für Jugendliche - durch den Skaterplatz und den Jugendraum beim Rathaus.

Immer wieder ein Thema ist auch die Erweiterung von Gewerbeflächen, die vor allem seitens der CSU-Fraktion gefordert werden. "Ich bin grundsätzlich dafür, aber mit Augenmaß und nur nach Bedarf. "Ich sehe keinen Sinn darin, Riesenflächen auf Vorrat auszuweisen."

Lob und Kritik

Wie zufrieden sind die Fraktionsvorsitzenden mit Bürgermeister Roland Wolfrum? Was wünschen Sie sich für die nächste Amtszeit?

CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Witzgall lobt die gute Zusammenarbeit im Stadtrat. Wolfrum sei nach außen ein guter Repräsentant der Stadt. Doch Witzgall kritisiert: "DerBürgermeister ist kein Visionär, mehr Verwalter als Gestalter." Er wünscht sich von Wolfrum mehr Mut, insbesondere hinsichtlich eines neuen großen Gewerbegebiets. "Die gute Entwicklung der letzten Jahre ist in erster Linie hohen staatlichen Förderungen zu verdanken, nicht der wirtschaftlichen Eigenwicklung." Für diese sei nach Auffassung der CSU die ernsthafte Planung von größeren Gewerbeflächen unverzichtbar.

Ein Lob für die fraktionsübergreifend gute Zusammenarbeit spricht FW-Fraktionsvorsitzender Martin Baumgärtner dem Bürgermeister aus. "Es geht uns allen immer um das beste Ergebnis für Stadtsteinach. Ich wünsche mir, dass das so bleibt und für die Zeit nach dem Bau der Umgehung gute Entscheidungen für die Gestaltung unseres Stadtkerns getroffen werden. Das ist eine wichtige Aufgabe."

SPD-Fraktionsvorsitzender Knud Espig ist sehr zufrieden mit dem von seiner Partei gestellten Bürgermeister. "Er hat in den letzten Legislaturperioden bewiesen, dass er die Stadt und die Ortsteile wieder nach vorn bringt, zusammen mit seiner Verwaltungsmannschaft alle Möglichkeiten ausnutzt, um Fördergelder für die wichtigen Projekte zu bekommen und diese dann auch optimal einsetzt. Espig lobt Roland Wolfrum als sehr bürgernah und würdigt sein Engagement für die Vereine: "Wir könnten keinen besseren Bürgermeister finden.

Keine Fraktion, sondern nur einen einzelnen Stadtrat stellt die Bunte Liste Stadtsteinach mit Wolfgang Martin. Dieser zeigt sich sehr zufrieden mit der Art, wie Roland Wolfrum die Stadtratssitzungen leitet, Diskussionen mit Ruhe und Gelassenheit führt. Aber Martin übt auch Kritik: "Roland Wolfrum müsste zwischen den Sitzungen viel kooperativer sein und sich mehr und öfter Leute ins Boot holen, die bei Entscheidungen mitwirken können, auch aus den Reihen der Stadträte."

Für die Zukunft wünscht sich Martin "mehr perspektivisches Denken, nicht nur das Abhandeln von Fördermöglichkeiten. Es fehlt an Visionen". Insgesamt erhofft sich Martin von den Bürgern mehr Beteiligung an der politischen Diskussion: "Die Kommunalpolitik ist das Nest der Demokratie. Da kann jeder mitwirken."

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren