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Stadtsteinach
Comenius-Projekt

Stadtsteinacher Schüler zu Gast in Ankara

Die Türkei ist ein herrliches Land. Aber Ankara ist eigentlich eine Nummer zu groß - finden die Stadtsteinacher Schüler nach einer Stippvisite mit dem Comenius-Projekt.
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Auch ein Gang über den Basar durfte bei der Comenius-Reise nach Ankara für (von links) Philipp Kuliqi, Lea Grießhammer und Tamara Grimme aus Stadtsteinach nicht fehlen. Foto: privat
Auch ein Gang über den Basar durfte bei der Comenius-Reise nach Ankara für (von links) Philipp Kuliqi, Lea Grießhammer und Tamara Grimme aus Stadtsteinach nicht fehlen. Foto: privat
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Die Mittelschule Stadtsteinach ist eine Comenius-Schule. Das bedeutet: Schüler und Lehrer lernen immer wieder andere Kulturen kennen, reisen in ferne Länder und erkunden dort den Schulalltag. Schulleiter Michael Pfitzner und Comenius-Projektkoordinator Jochen Kees statteten gemeinsam mit Tamara Grimme (12), Lea Grießhammer (13) und Philipp Kuliqi (14) der Schule "Ulugbey Anadolu Lisesi" in Ankara einen Besuch ab.



"Ich bin zum ersten Mal geflogen. Das war ganz schön aufregend", erzählt Lea Grießhammer. Vor ihrer Reise in die Türkei hat sich die Siebtklässerin gar nicht so sehr umfassend informiert. Sie hat einfach alles auf sich zukommen lassen - und war dann überrascht. "Ich hatte eigentlich gar keine Vorstellungen.
Ich hätte mir Ankara nicht so groß vorgestellt."

Kein Handy-Verbot
"Ich hätte nicht gedacht, dass es an der Schule gar nicht so streng zugeht. Mir hat es gefallen, dass an der Schule Handys gar nicht verboten sind", erzählt Lea Grießhammer. Und noch etwas hat die deutschen Besucher erstaunt: An der türkischen Schule ist Kopftuchverbot.

Die Schüler aus Stadtsteinach, die beim Comenius-Projekt dabei waren, haben privat bei Familien gewohnt. "Das Essen war schon ganz gut. Aber etwas hat mir nicht so geschmeckt: Das waren gefüllte Pfannkuchen", erzählt Lea Grießhammer. Sie hat sich riesig gefreut, dass sie kostenlos während der Schulzeit mit in die Türkei reisen durfte, auch wenn die 13-Jährige ein bisschen Heimweh hatte.

Große Gastfreundschaft
"Die Türken waren so gastfreundlich zu uns", schwärmt indes Philipp Kuliqi (14). Auch er hat bei einer Familie gewohnt. Und der türkische Junge hat ihm viel erklärt. So ist es verboten, die türkischen Wohnungen mit den Schuhen zu betreten. "Das war anfangs ein bisschen komisch, aber man gewöhnt sich dran", erzählt Kuliqi.
Der Achtklässer hatte sich schon vor der Stippvisite in der Türkei ein bisschen etwas von türkischen Freunden über das Land erzählen lassen. "Ich war echt überrascht, weil man in Ankara eigentlich kaum Frauen mit Kopftüchern sieht", erzählt Philipp Kuliqi und hat schnell festgestellt, dass so manches Vorurteil einfach falsch ist.

Auch kulinarisch ist der Schüler begeistert von der neuen Erfahrung. "Ich mag das türkische Essen, es besteht nicht nur aus Döner. Es gab Schafskäse und Nudeln. Ich finde es gut, wenn man mal was anderes probiert", ist der Achtklässler überzeugt. Bei ihm hat das Comenius-Projekt Früchte getragen. Er ist von der Türkei total begeistert, interessiert sich jetzt für die andere Kultur. Und die Verständigung machte ihm auch keine Probleme. Denn seine Gastfamilie sprach Englisch und auch ein bisschen Deutsch.

Doch es gibt natürlich auch in der Türkei Dinge, die nur schwer zu verstehen sind, gibt Kuliqi zu - zum Beispiel der Verkehr. "Da ist überhaupt nichts geregelt. Das ist total chaotisch und hektisch. Also für mich wäre die Stadt nichts, ich mag es lieber ein bisschen ruhiger", erklärt er.

Schulleiter Michael Pfitzner und der Comenius-Projektkoordinator Jochen Kees zeigten sich vom Schulalltag beeindruckt. Denn obwohl die Lehrer in der Türkei alle sehr korrekt gekleidet sind, pflegen sie doch einen sehr lockeren und freundschaftlichen Umgang mit den Schülern.

Und noch etwas ist den Deutschen bei ihrem Besuch aufgefallen - und hat sie begeistert: Die türkischen Schüler und Lehrer tanzen gerne. Einfach so auf dem Schulhof, immer wieder. Und natürlich haben sie die deutschen Gäste und die anderen Comenius-Teilnehmer mit traditionellen türkischen Tänzen begrüßt.

Eine Stadt im Wandel
Konkrete Anregungen für den eigenen Unterricht hat der Stadtsteinacher Schulleiter vom Türkei-Aufenthalt nicht mitgenommen. Nur so viel: Die türkischen Schulen sind technisch weit weniger aufwändig ausgestattet als die deutschen, doch auch in der Türkei setzt man auf Individualförderung der Schüler. "Ankara ist eine Stadt, die sich total im Wandel befindet und die sich Richtung europäische Großstadt verändert", zeigte sich Pfitzner beeindruckt.

Im Rahmen des Comenius-Projektes werden übrigens nicht nur Lehrer-Schüler-Austauschprogramme gepflegt, sondern auch reine Lehrer-Austausch-Programme.

Partnerschulen sind neben dem "Lisesi" in Ankara noch die "Praestegaardsskolen" in Esbjerg in Dänemark, das "Zuazola Larrana Institutuia Oniati" in Spanien und das "Gimnazjum Publicne Jablonna" in Polen. In der Woche vor Pfingsten sind zwei Stadtsteinacher Lehrer in Dänemark, in der Woche nach Pfingsten steht schon wieder ein Austausch an - in Spanien. Und das ist dann auch der Abschluss des Comenius-Projekts, so Pfitzner.