Stadtsteinach
Schädlingsbekämpfung

Stadtsteinacher Pfarrhaus eingehüllt in Schwarz-Rot-Gold

Pfarrkirche und Pfarrhaus sind in Stadtsteinach für zwei Wochen geschlossen. Grund dafür ist der Hausbock, der sich im Pfarrhaus eingenistet hat.
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Das Pfarrhaus bekommt für die nächsten Tage einen schwarz-rot-goldenen Mantel.Stefanie Gleixner
Das Pfarrhaus bekommt für die nächsten Tage einen schwarz-rot-goldenen Mantel.Stefanie Gleixner
Wer aus Richtung Untersteinach kommt und den Stadtsteinacher Marktplatz ansteuert, dem fällt sofort die schwarz-rot-goldene Plane auf, die sich über das komplette Pfarrhaus legt. Am vergangenen Mittwoch wurde damit begonnen das gesamte Gebäude, das direkt neben der Pfarrkirche St. Michael steht, mit Hilfe einer Hebebühne einzuhüllen. Grund dafür ist die Bekämpfung des Holzbocks im Pfarrhaus. Die Einhausung ist gasdicht, so dass anschließend mit der eigentlichen Arbeit, der Begasung des Hauses, begonnen werden kann.

"Vier bis fünf Tage bleibt das Gas dann im Pfarrhaus", sagte Thorsten Brendel von der Firma Binker Materialschutz aus Lauf, die sich um die Beseitigung des Hausbocks kümmert. Lebensmittel und Pflanzen mussten vor der Aktion aus dem Pfarrhaus entfernt werden, alles andere musste nicht ausgeräumt werden.

"Wird der Hausbockbefall festgestellt, besteht die Pflicht, diesen zu beseitigen", erklärt Thorsten Brendel. "Da die Kirche baulich mit dem Pfarrhaus verbunden ist, musste diese ebenfalls gesperrt werden, auch wenn dort kein Befall vorliegt." Dies wird durch die TRGS, die Technische Regel für Gefahrstoffe, so festgelegt.

Gefahr besteht für die Bevölkerung aber auch nach dem Ende der Aktion nicht, denn das Gas, Sulfuryldifluorid, ist rückstandsfrei und geruchslos.

Sicherheitshalber wurde allerdings für die Dauer der Arbeiten auch die Kirche gesperrt: Es gibt über ein Rohrsystem Verbindungen zwischen beiden Gebäuden, so dass nicht ganz auszuschließen ist, dass kleine Mengen des Gases auch in die Kirche eindringen.

Die Pfarrkirche ist ab dem 18. August wieder geöffnet und es finden wieder alle Gottesdienste wie gewohnt statt. Das Pfarrbüro ist ab dem 27. August wieder besetzt.

Der Hausbock:
Der Hausbock gehört zu den Bockkäfern, wird umgangssprachlich so bezeichnet und gehört nicht zu den Zecken, die umgangssprachlich als Holzbock bezeichnet werden. Er wird bis zu 30 Millimeter groß und kann in kurzer Zeit starke Schäden an verbautem Nadelholz anrichten. In einigen Bundesländern besteht daher eine Meldepflicht im Falle eines Befalls und die Pflicht zur Bekämpfung beziehungsweise Beseitigung. Meist bleibt er lange Zeit unentdeckt, da er seine Gänge mit Fraßmehl verstopft. Feststellen lässt sich der Befall durch hörbare Fraßgeräusche oder aderartige Aufwölbungen auf der Holzoberfläche.


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