Stadtsteinach
Adventskonzert

Stadtsteinacher Musiker überraschen mit Esprit

Die Stadtsteinacher Trachtenkapelle, der Kinderchor und Solisten begeisterten ihr Publikum in der Stadtpfarrkirche St. Michael.
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Die intensive Nachwuchsarbeit des Vereins lohnt sich: Das Vororchester glänzte mit hoher Muskalität. Fotos: Horst Wunner
Die intensive Nachwuchsarbeit des Vereins lohnt sich: Das Vororchester glänzte mit hoher Muskalität. Fotos: Horst Wunner
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Es erfüllte ein besonderer Zauber diese Adventsnacht, ein Spüren der Liebe zur Musik und zu Sakralem: Helle Kinderstimmen, wuchtige Bläserklänge, gekonnte Soli, variables, in sich gekehrtes und dennoch subtiles Orgelspiel, und ein harmonierendes Gesangsduo öffneten und bereicherten die Herzen der Zuhörer in der vollbesetzten und wunderschön die Sinne inspirierenden Kirche St. Michael.

Es war das etwas andere Adventskonzert, eines das neue Wege ging. Nicht auf ausgetretenen Pfaden mit einem Aneinanderreihen von Stücken, sondern voller überraschender, unverhoffter Akzente, mit Esprit, manchmal keck und oft mit individueller Note.

Mit Tiefe und Glanz

"The Great Gate of Kiev" war so ein Beispiel, wo die Original Fränkische Trachtenkapelle Stadtsteinach unter dem moderaten Dirigat von Christoph Hohlweg im intakten Zusammenspiel mit der Orgel, an der Michael Schoberth saß, geistige Tiefe, einen weit verströmenden tonalen Glanz und nahezu überbordende Blaskraft ausdrückte.

Oder der Weihnachtszyklus "Die Winterrose", ein Intermezzo aus bekannten Weihnachtsliedern im steten Wechsel zwischen Lesung und musikalischem Triumph. Die 30 Interpreten, instrumental gut bestückt, die Akkorde auch in schwierigen hohen Passagen dezent im Zaum haltend, erwiesen sich als homogener Klangkörper.

Ein Genuss war die "Ode to Joy" von Ludwig van Beethoven. Diese ergreifende, das menschliche Empfinden berührende Komposition, vermochten die Musiker großartig in kurzen Augenblicken des Glücks festzuhalten. Blasmusik muss dafür zeitweise ganz behutsam sein. Die Abstimmung mit der Orgel passte punktgenau: Das war Stadtsteinacher Musikkultur pur. "Let it go" aus dem Disney-Film "Die Eisprinzessin" bestach mit schönem Querflöteneinsatz und jubilierendem Blech. Explosiv kletterten die Trompetenstöße an den Mauern des Gotteshauses empor, jedoch immer in der Balance. Das Ensemble ist reich an virtuosen Gestaltern, hat Mut und eine große Portion Selbstvertauen. Und einen Star am Euphonium: Julius Heinz. Der erst 14-Jährige avancierte zum Bläser klangreinsten Blechs mit fein gewebten Akkorden und nuanciert akzentuiertem, fehlerfreiem Spiel.

Eine positive Überraschung präsentierte das Vororchester, der Nachwuchs des Vereins, den Daniela Ott unter ihre Fittiche nimmt. Es ist ein Vorzeigeteam mit etwa 15 Mädchen und Buben im Alter von neun Jahren bis 13 Jahren, entstanden aus dem vom Bundesbildungsministerium geförderten Projekt "Musik fürs Leben".

Vorsitzender Marcel Ott dazu: "Ich freue mich, dass durch unsere engagierte Jugendarbeit die Zukunft des Vereins ein Stück gesichert ist." Die Einsätze der Kids kamen erfrischend und harmonisch ans Ohr, hinter den Instrumenten verbergen sich bereits hoffungsvolle Talente, und auch das Schlagzeug wurde brillant bearbeitet.

Kinderchor mit Talent

Noch ein weiterer Projektteil sorgte für Furore: Der Kinderchor mit Schülern der Volksschulen Stadtsteinach und Untersteinach und ihrem verständnisvollen Leiter Klaus Klaschka am Keyboard. Ernsthaft und diszipliniert artikuliert, erfreuten ihre Gesänge das Publikum. Dabei verlangten das Mormonenlied und mittelalterliches englisches Liedgut den jungen Leuten einiges ab.

Musik und Singen bewegen sich in Stadtsteinach auf nach oben zeigenden Pfaden. Nett anzuhören auch die neue Gruppierung "Blue Sisters Event", zwei Damen namens Marianne Nowak und Sabine Baum. Sie sind gleichermaßen Interpreten und textsichere Verbindung zwischen den Auftritten.

Schon die Quartett-Intrade von zwei Trompeten, einer Posaune und einem Horn von der Empore herab, führte verheißungsvoll in den Abend, den instrumental die Trachtenkapelle mit "Guten Abend, gute Nacht", beschloss. In bewegender Güte. Man hätte gerne noch länger bleiben wollen. Der finale Beifall fiel entsprechend stark aus. Landrat Klaus Peter Söllner, einer der Ehrengäste, wollte mit dem Klatschen gar nicht mehr aufhören, so faszinierte ihn das Konzert.

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