Stadtsteinach

Stadtsteinacher Friedhof: Die Zeit der Gruften ist vorbei

Auf die Nutzungsberechtigten kommen neue Pflichten zu: Wer eine Gruft an die Stadt zurückgibt, muss künftig nicht nur das Grabmal abbauen lassen.
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Die Bestattungskultur verändert sich. Deshalb wird die Stadt die Bedingungen zur Rückgabe bestehender Gruften neu regeln. Foto: Dagmar Besand
Die Bestattungskultur verändert sich. Deshalb wird die Stadt die Bedingungen zur Rückgabe bestehender Gruften neu regeln. Foto: Dagmar Besand

Wer auf dem Stadtsteinacher Friedhof eine Gruft als Familiengrabstätte unterhält, wird künftig zusätzliche Auflagen erfüllen müssen. Bisher wurden die Nutzungsberechtigten von Gruftplätzen bei Rückgabe der Gruft an die Stadt lediglich dazu verpflichtet, das Grabmal abzuräumen. Die darunter liegende Gruft blieb als Raum bestehen und stand für eine Nachfolgenutzung zur Verfügung.

Eine Frage der Sicherheit

Nachdem es nun aber seit Jahren keine Nachfrage nach diesen Bestattungsplätzen mehr gibt und die statische Stabilität der abgeräumten Gruften nicht gewährleistet werden kann, ist im Interesse der Sicherheit der Friedhofsbesucher eine Neuregelung erforderlich, so Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD). Künftig sollen die Nutzungsberechtigten deshalb nach Rückgabe nicht nur das Grabmal abräumen, sondern die Gruft auch frostsicher verfüllen lassen. Bei bereits zurückgegebenen, derzeit ungenutzten Gruften übernimmt die Stadt dies.

Entsprechende Änderungen der Friedhofssatzung werden erarbeitet.

Freie Bahn für das Gewerbegebiet

Mehr Platz für Gewerbeansiedlungen - das ist schon lange ein Ziel der Stadtsteinacher Kommunalpolitiker. Nun ist der Weg für eine Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets am Bahnhof frei. Am Montagabend beschäftigten sich die Räte abschließend mit den Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange. Nachdem sich daraus keine Hindernisse für die Umsetzung ergaben, beschloss das Gremium ohne Gegenstimmen den Bebauungsplan als Satzung.

Beplant wird der Bereich zwischen den bestehenden Gewerbeflächen des Gewerbegebiets am Bahnhof und der Bauverbotszone der künftigen Bundesstraße 303. Die Gesamtfläche beträgt 3,7 Hektar, davon sind 3,3 Hektar Gewerbefläche. Damit stehen zumindest für kleinere Gewerbebetriebe künftig Ansiedlungsflächen in Stadtsteinach zur Verfügung.

Norbert Köhler vom Ingenieurbüro IVS Kronach ging mit den Räten die 23 Stellungnahmen durch. Diskussionsbedarf ergab sich dabei zum Thema Ausgleichsflächen. Der von der Untere Naturschutzbehörde festgesetzte Kompensationsfaktor von 0,5 hat zur Folge, dass bei einer Gewerbegebiets- und Verkehrsfläche von rund 35 000 Quadratmetern rund 17 500 Quadratmeter Ausgleichsfläche zur Verfügung stehen müssen.

Zu viel, findet Stadtrat Martin Baumgärtner von den Freien

Wählern, der befürchtet, dass der Landwirtschaft immer mehr wertvolle Äcker und Wiesen entzogen werden. Diese Bedenken teilen auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach sowie der Bayerische Bauernverband, die lieber einen Ausgleichsfaktor von nur 0,3 sähen.

Bürgermeister Roland Wolfrum hat Verständnis für diese Bedenken, machte aber deutlich, dass dies in diesem Fall kein Problem ist. Es werden keine landwirtschaftlich genutzten Flächen aus der Produktion genommen. Der Ausgleich erfolge über eine bislang nicht produktiv genutzte Wiese, auf der zusätzlich Obstbäume gepflanzt werden, sowie extensiv genutzte städtische Waldflächen. Wolfrum: "Mir ist der Faktor 0,5 in einem Umfeld, das die Landwirtschaft wenig einschränkt, lieber als der Faktor 0,3, wenn ich dafür einen Acker aufkaufen und stilllegen muss."

Auflagen seitens des Bauamts

Eine Einschränkung für die Gestaltung des Gewerbegebiets ergibt sich durch Auflagen seitens des Staatlichen Bauamts Bayreuth. Innerhalb des Sichtfeldes der geplanten Ortsumgehung wird dadurch nicht nur die Geschossfläche der Gebäude begrenzt, sondern auch die Höhe von Anpflanzungen.

Eine weitere Änderung des Flächennutzungsplans und den Erlass einer Ergänzungssatzung beschlossen die Stadträte für den Stadtteil Vorderreuth. Anlass des dafür ebenfalls notwendigen Beteiligungsverfahrens ist die Anfrage eines Bauherren, der im Norden des Stadtteils ein Wohnhaus bauen möchte. Nicht nur für diesen Einzelfall, sondern auch für weitere kleinere Flächen, ist dies nun möglich.

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