Stadtsteinach
Urlaub

Stadtsteinacher Campingplatz-Chef hofft auf goldenen Herbst

Der neue Pächter des Stadtsteinacher Campingplatzes hofft nach einer durchwachsenen Saison auf einen goldenen Herbst.
Artikel drucken Artikel einbetten
Harald Gruhl (53) betreibt mit seiner Frau Angelika seit April den Stadtsteinacher Campingplatz und hat alle Hände voll zu tun, um alles in Ordnung zu halten. Der Saisonstart begann mäßig, jetzt hofft er auf einen goldenen Herbst. Foto: Sonny Adam
Harald Gruhl (53) betreibt mit seiner Frau Angelika seit April den Stadtsteinacher Campingplatz und hat alle Hände voll zu tun, um alles in Ordnung zu halten. Der Saisonstart begann mäßig, jetzt hofft er auf einen goldenen Herbst. Foto: Sonny Adam
+5 Bilder
Peter Fleischmann (73) und seine Frau Nicola (60) sitzen gemütlich vor ihrem nagelneuen Wohnwagen in der Sonne und essen Salat. "Heute Abend gehen wir zu Alexander Herrmann", freuen sich die beiden pensionierten Kriminalbeamten aus Wiesbaden. "Wir haben einen Gutschein für ein Abendessen im Posthotel geschenkt bekommen. Das ist überhaupt der Grund, warum wir uns hier in der Gegend nach einem Campingplatz umgesehen haben", erklärt Nicola Fleischmann.


Anlage ist "top in Ordnung"


"Aber die Gegend ist schön. Und es gibt viel zu sehen", findet Peter Fleischmann. Das Paar betont, dass es nicht zum letzten Mal in Stadtsteinach Station machen möchte. Auch unter dem neuen Betreiber Harald Gruhl ist der Platz top in Ordnung.

"Das Schöne hier in Stadtsteinach ist, dass es keine Animation gibt. Hier ist einfach nur Ruhe, nicht immer nur Action. So wollen wir es", findet Egbert Pohlmann. Der 64-Jährige ist mit seiner Frau Doris (61) aus Tangstedt in Schleswig-Holstein angereist. "Eine Woche Ruhe, relaxen, ausspannen - das ist es, was wir wollten. Und das geht hier", sagt Egbert Pohlmann. Auch er beteuert, dass er wiederkommen möchte.


Arbeit ist alleine nicht zu schaffen


Der Campingplatz Stadtsteinach hat seit April neue Pächter: Harald Gruhl (53) und seine Frau Angelika (54) haben die Anlage übernommen. Harald Gruhl hat seine sichere Stellung als Pfleger in der Anästhesieabteilung im Klinikum Kulmbach aufgegeben. "Meine Frau hat zum Ende September gekündigt. Die Arbeit hier auf dem Platz ist einfach nicht allein zu bewältigen", sagt Gruhl.

Wie die erste Saison gelaufen, ist, dazu kann der Guttenberger noch wenig sagen. "Der April war richtig schlecht. Das Wetter war viel zu kalt. Der Mai ging so. Der Juni war ganz gut. Da hatte ich deutlich mehr Gäste" so Gruhl. Momentan seien nur wenige Urlauber in Stadtsteinach. Doch dies ist nichts Ungewöhnliches. Denn auch andernorts füllen sich die Campingplätze erst dann, wenn die Fern-Urlauber zurück sind. Dann spannen Campingbegeisterte noch einmal in heimischen Landen aus. "Ich hoffe einfach, dass wir einen schönen Herbst haben und dass noch viele Gäste in der Nachsaison kommen", sagt Gruhl.


"Ich hoffe, dass wir davon leben können"


"Durch den Betrieb eines Campingplatzes wird man sicherlich nicht zum Millionär, aber ich hoffe, dass wir davon leben können", erklärt der neue Betreiber und ist zuversichtlich.

Gruhl hat zur Pflege des Platzes sogar eine 450-Euro-Kraft eingesetzt: einen Dauercamper, der ihm bei der Rasenpflege hilft. "Ostern war eine Stoßzeit. Da haben wir auch gemerkt, dass es nicht geht, den Campingplatz nebenbei zu machen", erzählt Gruhl. Denn da leistete seine Frau noch Dienst im Klinikum. "Aber sie hatte 300 Überstunden, die konnte sie abfeiern. Das war ein Glück", so der neue Betreiber.


Neuer Dauercamper aus Norwegen


Der Wechsel ging für die meisten Camper problemlos über die Bühne. "Wir haben drei Dauercamper verloren, aus gesundheitlichen oder aus Altersgründen", zieht der neue Betreiber eine vorsichtige Bilanz. Im Gegenzug hat er einen Dauercamper aus Norwegen neu gewinnen können. "Aktuell haben wir nur noch zwei oder drei Dauercampingplätze frei", erklärt der Chef.

"Wir haben - als Neuerung - den Brötchenservice wiederbelebt. Camper können jetzt Brötchen geliefert bekommen", sagt der neue Betreiber. Bei den Urlaubern punktet der Stadtsteinacher Platz auch durch die beiden Araberpferde der Familie Gruhl. Die Internetseite des Campingplatzes wurde neu gestaltet. Und außerdem hat Bürgermeister Roland Wolfrum versprochen, dass der Campingplatz kostenfreies WLAN bekommt. "Im September oder Oktober soll es soweit sein. Das ist heute einfach wichtig", freut sich Gruhl über die Unterstützung.


"Die Freundlichkeit hier ist einfach toll"


In der bisherigen Saison kamen Gäste aus der Schweiz, aus Italien, Schweden, Dänemark, Finnland und den Niederlanden. "Die Leute sollen sich bei uns pudelwohl fühlen", hofft der neue Betreiber auf positive Mundpropaganda. Die Gäste jedenfalls sind voll des Lobes. "Die Freundlichkeit hier ist einfach toll", schwärmen Manfred (53) und Ramona (54) Seiler. Sie stammen aus Fulda sind mit ihrem Hund Kira, einem Labrador, angereist.

"Wir sind leider nur eine Woche hier, wir waren vorher im Allgäu", erzählt das Paar. "Man kann Ausflüge mit dem Motorrad machen. Wir waren schon in der Fränkischen Schweiz und im Fichtelgebirge." Auch diese Gäste schließen eine Rückkehr nach Stadtsteinach nicht aus.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren