Stadtsteinach
Umzug

Stadtsteinach lässt es beim Marktplatztreiben ordentlich krachen

Wenn der Landrat als Rothaut aufkreuzt und selbst ein Wikingerschiff fest in Jeckenhand ist, weiß jeder: In Stanich ist der Faschingshöhepunkt erreicht!
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Die Narren aus Stadtsteinach und Umgebung verstehen es zu feiern! Jochen Nützel
Die Narren aus Stadtsteinach und Umgebung verstehen es zu feiern! Jochen Nützel
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Das graue Gewölk hing Amboss-schwer über Stadtsteinach - doch Petrus scheint ein Jeckenfreund zu sein. Also beließ er es bei der Androhung von Regen, so dass Stadtsteinachs Narrenschar eine feucht-fröhliche Sause ohne Dröppeln aus der höchsten Etage feiern konnte. Wieder waren es mehrere Tausend Faschingsfreunde, die gestern zum 37. Markttreiben die Hauptstraße und den Marktplatz säumten und bewiesen: Stanich ist eine Hochburg in der fünften Jahreszeit!

In aufwendigen Verkleidungen und Maskeraden bahnten sich die Fastnachter den Weg bis ins Zentrum, wo unter anderem die Garden der gastgebenden Faschingsgesellschaft ihre Tänze aufführten. Das Grinsen bei Indianer-Häuptling Klaus Peter Söllner in der Rolle als "Der den höchsten Amtsschimmel reitet" reichte angesichts der bestens gelaunten Menge von Stadtsteinach bis nach Squaw Valley. Dagegen hatten seine Untergebenen vom Landratsstamm der Geschonten plakatiert, sie seien im Geheimdienst ihrer Majestät unterwegs - und zeigten den Chef als Bond-Klon 007 Söllner.

Derweil sammelte das Volk am Rande der Zugstrecke fleißig Bonbons und anders Naschwerk ein. Die Kamellen flogen in Scharen und hohen Bögen. Nicht zuletzt Andy Sesselmann, Vorsitzender des Karnevalsvereins, verteilte Süßes üppigst aus seinem Cabrio, ebenso wie das bis Aschermittwoch amtierende Prinzenpaar Yvonne I. und Georg III. sowie ihre Jugend-Tollitäten Klara I. und Tim I.

Die angereisten Vereine und Verbünde überzeugten mit allerlei kuriosen Verkleidungen und Einlagen.

Die Kulmbacher Showtanzgarde etwa nutzte eine Stehzeit an der Fußgängerampel in Höhe der Polizei für einen spontanen Zwergen-Tanz; an derselben Überquerungshilfe musste auch ein Wikingerschiff kurz anlegen. Der RSV Zaubach zauberte aus dem "Dinner in Weiß" kurzerhand "Dinger in Weiß" und kreuzte als bleichgesichtige Geisterhorde auf.

Dass die Biene nicht bald zu den Untoten in unserer Region zählt, dafür warb jüngst ein Volksbegehren. Sowohl im Zug als auch bei den Schaulustigen am Rand wurde das durchaus ernste Thema aufgegriffen; so erschienen manche im Hummel-Kostüm oder warben für ein gemeinsames Vorgehen von "Biene und Bauer: Hand in Hand". Fasching und Politik - in Stanich funktioniert das!

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