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Kulmbach
Saum & Viebahn

Stadtrallye bringt junge Kulmbacher und Flüchtlinge zusammen

Die Auszubildenden des Textilunternehmens Saum & Viebahn haben eine Stadtrallye organisiert, um Flüchtlingskindern ihre neue Heimat vorzustellen.
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Die Auszubildenden des Textilunternehmens Saum & Viehbahn haben eine Stadtrallye organisiert, um Flüchtlingskindern ihre neue Heimat vorzustellen. Foto: Saum & Viebahn
Die Auszubildenden des Textilunternehmens Saum & Viehbahn haben eine Stadtrallye organisiert, um Flüchtlingskindern ihre neue Heimat vorzustellen. Foto: Saum & Viebahn
Spätestens seit dem 14. August wissen die Auszubildenden bei Saum & Viehbahn wie "Stehbock - Laufbock", "Schwarz-Weiß" und "123 Telefon" funktionieren. "Der Ausbildungspreis war irgendwann gar nicht mehr so wichtig. Wir hatten einen unvergesslichen Tag und haben neue Freunde gewonnen", erinnert sich Lena Banik, die die Teilnahme des Textilunternehmens Saum & Viehbahn in der Kulmbacher E.C.-Baumann-Straße organisiert hat. Das Projekt: Die Azubis haben eine Stadtrallye organisiert, um zusammen mit Flüchtlingskindern Kulmbach zu entdecken.

"Schließlich sind ja auch einige Azubis nicht aus der Stadt", sagt Banik, die selbst aus Bayreuth kommt. Und ihre Kollegin Louisa Müller aus Untersteinach, die am heißen Augusttag als Fotografin im Einsatz war, ergänzt: "Es war sehr schön, die Kinder zu begleiten und zu beobachten. Sie haben zusammen mit ihren Betreuern sehr gut als Team harmoniert."


Mädchen sind mutiger

Insgesamt mussten die sechs Kinder, die in dreiköpfigen Mädchen- sowie Jungenteams gegeneinander antraten, 18 Wissensfragen über die Stadt beantworten. Zudem sollten sie dazu animiert werden, Einheimische anzusprechen. So galt es, Selfies mit Personen zu machen, die eine Brille tragen, Kissen gegen andere Gegenstände zu tauschen, sich Witze erzählen zu lassen und Bierfilze zu sammeln. Den größeren Mut auf fremde Menschen zuzugehen, bewiesen dabei die Mädchen. "Die Jungs waren zu schüchtern, die Kissen zu tauschen", berichtet Christian Schrüver, der die Auszubildenden bei Saum & Viehbahn betreut und bei der Rallye die Jungengruppe begleitete. Die Mädchen, die die Rallye letztlich auch gewannen, tauschten hingegen die Kissen gegen frische Croissants.

"Die Aktion war ein voller Erfolg. Die Kinder haben den Tag durch ihre Spontanität mit Leben gefüllt." So war die offizielle Rallye auch nur ein Teil des Programms. Bei der letzten Station auf der Plassenburg gab es ein Picknick. Und frisch gestärkt wollten die Kinder dann nur noch spielen. Vor allem die zwölfjährige Nour zeigte sich bei "123 Telefon" und Co. als Expertin. "Du warst so streng mit den Regeln", sagt Lena Banik zur Fünftklässlerin der Hans-Edelmann-Schule, die wie ihr Bruder Wael (13) aus Homs stammt, und seit zweieinhalb Jahren in Deutschland ist. Deutsch ist für die beiden kein Problem mehr. "Die Mädchen haben abgeschaut", wirft Wael zum Beispiel ein, als die Auszubildenden die Regeln der Rallye erklären. Und noch etwas anderes ist dem Stürmer der C-Jugend des VfB Kulmbach von dem Tag in Erinnerung geblieben: Das Essen nach der Rallye in den Firmenräumen von Saum & Viehbahn. "Es gab Nudeln und Pizza."

Erst ein Jahr in Deutschland und deshalb in Sachen Sprache noch etwa szurückhaltender ist Mohamed, der aus Aleppo stammt. "Es hat Spaß gemacht. Und der Ausblick von der Plassenburg war toll", sagt der Elfjährige.


Zusammenarbeit mit "Kulmbach ist bunt"


Den Kindern solche Momente ermöglicht zu haben, das macht die Auszubildenden richtig stolz. Ganz getrue des Mottos des diesjährigen Ausbildungspreises #richtigstolzsein. Lena Banik: "Wir haben Berührungsängste abgebaut."

Bei der Organisation des Tages haben die Auszubildenden mit dem Verein "Kulmbach ist bunt" zusammengearbeitet. Hierdurch kam der Kontakt zsutande und zwei Vereinsmitglieder waren auch bei der Rallye dabei. Deshalb würde das Saum & Viehbahn-Team seine 750 Euro Preisgeld auch an den Verein spenden, wo es auch einen bestimmten Verwendungszweck gäbe.

"Wir hätten das Geld für unser Cafe Grenzenlos eingesetzt. Drei bis vier Nachmittage wären bezahlt gewesen", berichtet Heike Druse, 1. Vorsitzende von "Kulmbach ist bunt". Immer sonntagnachmittags findet dieses im Pfarrsaal der Pfarrei zu Unserer Lieben Frau statt. Von dem Geld hätten die Ehrenamtlichen beispielsweise Spielsachen oder Material für Kinderschminken oder Glitzer-Tattoos gekauft.

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