Kulmbach
Stadtbus

Stadtbus-Shuttle in Kulmbach: Jetzt gibt es bessere Infos über die Verbindung zwischen Stadthalle und ZOB

Nach den Bauarbeiten am Eku-Platz in Kulmbach wird die Stadthalle weniger oft angefahren als zuvor. Nun wurden die Infos über den Shuttle verbessert.
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Der Weg von der Innenstadt zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ist für viele ältere Leute beschwerlich. Ein Shuttlebus soll helfen, die Strecke zu bewältigen. Mehrfach am Tag übernehmen andere Linien die Funktion des Shuttles. Seit gestern gibt es an den Haltestellen verbesserte Übersichten über die Fahrzeiten. Foto: Katrin Geyer
Der Weg von der Innenstadt zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ist für viele ältere Leute beschwerlich. Ein Shuttlebus soll helfen, die Strecke zu bewältigen. Mehrfach am Tag übernehmen andere Linien die Funktion des Shuttles. Seit gestern gibt es an den Haltestellen verbesserte Übersichten über die Fahrzeiten. Foto: Katrin Geyer
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Es ist ein eher beiläufig begonnenes Gespräch am Samstagmorgen in einer Metzgerei in der Innenstadt. Eine Kulmbacherin beklagt sich, dass der Stadtbus der Linie 2 die neue Haltestelle an der Stadthalle nicht mehr anfahre. Fahrgäste müssten am Zentralen Omnibusbahnhof aussteigen. Für ältere Leute, die auf dem Wochenmarkt einkaufen wollten, sei das sehr beschwerlich. Aus dem Gespräch entspinnt sich eine längere Diskussion. Wenig später zeigt sich auch an der Haltestelle: Das Thema Stadtbus hat Aufreger-Potenzial. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgefragt. Welche Probleme gibt es? Früher konnte man mit dem Stadtbus der Linie 2 bis an die Stadthalle fahren. Während der Bauarbeiten auf dem Eku-Platz gab es notwendigerweise Fahrplan-Änderungen. Die Baustelle ist abgeschlossen, aber die Busse fahren die Stadthalle nicht mehr im gewohnten Rhythmus an. Den Weg vom ZOB in die Innenstadt empfinden vor allem ältere Leute als mühsam. Während der Bauzeit wurde ein kleiner Shuttle-Bus eingesetzt. Den vermissen die Fahrgäste jetzt. Außerdem wird beklagt, dass ein Bildschirm an der Haltestelle, der die jeweils nächste Verbindung anzeigen soll, schlecht lesbar ist. Was sagt die Firma Schütz-Reisen dazu? Das seit 20 Jahren bestehende Liniensystem, bei dem auf den Linien 2 und 1 die Siedlung und Forstlahm beziehungsweise die Blaich und Ziegelhütten halbstündig jeweils in gegenläufigen Runden angefahren werden, funktioniert nicht mehr. Das sagt Steffi Schütz, Geschäftsführerin der Firma Schütz-Reisen, die den Stadtbusverkehr bedient. Das liegt daran, dass sich die Rahmenbedingungen entscheidend geändert haben. Zum einen hat sich das Verkehrsaufkommen seither um rund 20 Prozent gesteigert, so dass die Busse in Stoßzeiten an Einmündungen und stark befahrenen Kreuzungen langsamer vorankommen. Steffi Schütz zufolge ist es zum Beispiel für die Fahrer der Linie 2 extrem schwierig, von Forstlahm aus in die Bundesstraße 85 einzubiegen.

Zudem sind in den letzten beiden Jahrzehnten zahlreiche Tempo-30-Zonen eingerichtet und Rechts-vor-links-Regelungen erlassen worden. Auch Autos, die in den Wohngebieten am Straßenrand parken, erschweren den Bussen das Durchkommen. Steffi Schütz: "Wenn wir den Taktverkehr halten wollen, so dass die Leute wissen, mein Bus fährt immer 16 Minuten nach der vollen Stunde, dann können wir die Stadthalle nicht mehr anfahren. Da reicht die Zeit nicht."

Steffi Schütz verweist im übrigen darauf, dass die Stadthalle immer noch von einer Reihe von Linien angefahren wird, die bei Bedarf die Funktion eines Shuttles bis zum ZOB übernehmen. Was sagt die Stadt Kulmbach dazu? Die Stadt Kulmbach ist Auftraggeber für den Stadtbusverkehr. Derzeit muss die Stadt jährlich rund 720 000 Euro an Zuschüssen aufbringen, um die Kosten für die Bus-Tickets in verträglichen Grenzen zu halten. Bei der Stadt Kulmbach ist man nicht glücklich darüber, dass die Stadthalle als Haltestelle weggefallen ist. Während der langen Bauzeit habe man nach Behelfslösungen suchen müssen, so Pressesprecher Simon Ries, sei allerdings davon ausgegangen, dass danach eine Rückkehr zum alten System möglich sei. Auch Simon Ries weist darauf hin, dass es durchaus noch einen Shuttle-Verkehr zwischen der Stadthalle und dem ZOB gibt: "Die Fahrgäste können alle Linienbusse nutzen und dann am ZOB in die Linie 2 umsteigen." In der eingangs erwähnten Diskussion wurde auch der Wunsch geäußert, die Märkte in der Albert-Ruckdeschel-Straße in das Liniennetz des Stadtbusses einzubinden. Wie realistisch ist das? Einen entsprechenden Versuch hat es im Jahr 2007 bereits einmal gegeben, sagt Steffi Schütz. Damals hatte der Lebensmitteldiscounter Norma seine Filiale von der Webergasse in die Mittelau verlegt. Seinerzeit hatte man in der Milchhofstraße eine Haltestelle eingerichtet. Weil die kaum angenommen worden sei, sei man zur ursprünglichen Linienführung zurückgegangen. Gibt es Überlegungen, das bisherige Liniensystem mittel- oder langfristig zu ändern und dann die Stadthalle wieder besser anzubinden? Konkrete Überlegungen gibt es hierfür noch nicht. Zunächst einmal müssen sich die Fahrgäste des Stadtbusses darauf einstellen, dass es erneut kleinere Änderungen oder Beeinträchtigungen geben wird, wenn im nächsten Jahre die Klostergasse saniert wird, sagt Simon Ries. Zudem wird die sogenannte Aufgabenträgerschaft für den Stadtbusverkehr, die bislang bei der Stadt lag, zum 30. November 2019 an den Landkreis gehen. Wie der künftige Stadtbusverkehr ausgestaltet werden kann und wie man Synergien mit anderen Systemen des Öffentlichen Nahverkehrs, zum Beispiel dem Omnibusverkehr Franken (OVF) nutzen kann, darüber wird, so sagen Stadt und Landkreis, derzeit noch beraten. Abschließende Aussagen zum neuen Nahverkehrsplan lassen sich deshalb noch nicht machen. Was ist seit unserer Nachfrage zu Anfang der Woche geschehen? Bei der Stadt ist man sich des Problems bewusst, dass viele Fahrgäste die Busse unterschiedlicher Linien eventuell nicht als Shuttle-Bus wahrnehmen und deshalb davon ausgehen, dass der Shuttle nur noch selten fährt. Zudem sind diese Linien im Fahrplan-Faltblatt in sehr kleiner, schwer lesbarer Schrift aufgeführt. Die Stadt hat schnell reagiert: Seit gestern hängen an den Haltestellen an der Stadthalle und am ZOB Tafeln, die gut lesbar auf alle Verbindungen zwischen beiden Haltestellen hinweisen. Geprüft werden soll, ob durch eine Beschattung die Lesbarkeit des Bildschirms, der an der Stadthalle über die jeweils nächsten Abfahrten informiert, verbessert werden kann.



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