Kulmbach
Burggeflüster

Sprachbarrieren am Arbeitsplatz

Von der Oberpfalz nach Oberfranken ist es nicht weit. Aber sprachlich sind die Distanzen groß.
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Klöße oder Knödel - das ist manchmal die Frage.Foto: Archiv/fotolia
Klöße oder Knödel - das ist manchmal die Frage.Foto: Archiv/fotolia
Knappe 125 Kilometer liegen zwischen meinem Heimatort und meinem neuen Arbeitsplatz. Von der Oberpfalz nach Oberfranken - das sollte eigentlich keine große Umstellung sein. Ich verlasse ja nicht einmal Bayern. Und als Neumarkter wird man ohnehin gerne mal als Grenzgänger und außerorts als Franke bezeichnet. So habe ich mir das zumindest gedacht und bin voller Tatendrang in den Arbeitsalltag gestartet.
"Man hört ja gar nicht, dass du aus der Oberpfalz kommst", waren die häufigsten Reaktionen, die ich zu hören bekam. Da wären wir also wieder beim Thema Grenzgänger. Und es stimmte mich positiv, dass ich wohl recht hatte mit meiner Einschätzung, keine Probleme zu haben.
Doch noch am selben ersten Tag belehrte mich Kulmbach eines besseren. Ein Artikel über das Essen sollte es werden, da kann ja eigentlich nichts schief gehen.
Der Stolz war groß, als der Artikel fertig und zum Korrekturlesen kam. "Du bist hier in Kulmbach, wir haben hier keine Semmeln und auch keine Knödel", wurde mit einem Schmunzeln festgestellt. "Das sind bei uns Laabla." Laabla - ein Wort, das ich nie in Verbindung mit einer Semmel gebracht hätte. Und ein Knödel ist eben ein Knödel. Auf Gliiß wäre ich da nun wirklich nicht gekommen!
So wurden sämtliche Essensbegriffe kurzerhand von oberpfälzisch, wenn man das so nennen darf, ins fränkische übersetzt.
Die Lacher habe ich nun definitv alle auf meiner Seite. Und ich werde diese Geschichte bis zum Ende meiner Zeit hier zu hören bekommen. Vielleicht wäre eine Investition in ein Wörterbuch angebracht. Denn solche Unterschiede gibt es ja nicht nur beim Essen.


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