Stadtsteinach
Militär-Weltspiele

Zwei "Stanicher" auf heiterer Auslandsmission

Simone Mathes und Markus Clostermann betreuten die deutschen Athleten der Bundeswehr bei den Militär-Weltspielen in China.
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Gigantisch war die Eröffnungs-Show vor 60 000 Zuschauern im Stadion von Wuhan. Foto: privat
Gigantisch war die Eröffnungs-Show vor 60 000 Zuschauern im Stadion von Wuhan. Foto: privat
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Es war keine heikle, sondern eine heitere Auslandsmission der Bundeswehr im Land des Lächelns. 370 deutsche Soldaten kämpften in der Acht-Millionen-Metropole Wuhan in China zwar verbissen mit ihren etwa 9000 Gegnern aus 109 Nationen - aber friedlich und sportlich fair um Medaillen bei den 7. Militärweltspielen. Zur Delegation gehörten auch zwei Stadtsteinacher: Simone Mathes und Markus Clostermann. Beide waren als Betreuer für die 19 deutschen Leichtathleten zuständig. "Markus hatte die Teamleitung inne. Wir haben im Vorfeld der Reise alles organisiert", sagt Stabsfeldwebel Simone Mathes, die das zweiwöchige sportliche Großereignis in China in vollen Zügen genoss: "Die Chinesen waren sehr, sehr freundlich. Und wir Deutsche hatten ein richtig schönes Team, man hat sich gegenseitig angefeuert."

Beeindruckt war die Stadtsteinacherin, selbst langjährige Leistungssportlerin, vor allem von der Eröffnungs-Zeremonie: "Die Show vor 60 000 Zuschauern war gigantisch, wie bei Olympia. Es gab Feuerwerk, Auftritte von Stuntman und Sänger Jackie Chan und dem Pianisten Lang Lang oder eine riesige Projektion der Seidenstraße. Sogar ein Schnellzug fuhr durchs Stadion." Gigantisch auch die Zahl der freiwilligen Helfer: 200 000. "Es war immer einer bei Dir", berichtet Mathes.

Fallschirmspringen und Fußball

Auf dem Programm standen militärische Wettkämpfe wie maritimer Fünfkampf, Fallschirmspringen und Rettungsschwimmen, aber auch Basketball, Fußball, Schwimmen, Reiten oder Turmspringen. Simone Mathes, die den A-Trainerschein im Bereich Wurf besitzt, betreute in Wuhan Leichtathleten aller Disziplinen, auch Geher oder Stabhochspringer. "Wir haben technische Tipps gegeben, aber auch Flaschen gereicht oder Materialtransporte organisiert. Jeden Tag klingelte kurz nach Fünf der Wecker, es war ein Full-Time-Job", sagt die Stadtsteinacherin.

Weil kurz vorher erst die Weltmeisterschaft in Doha stattfand, musste die Bundeswehr auf das Gros ihrer Top-Leichtathleten verzichten. Nur acht von etwa 65 Leichtathleten der Sportfördergruppe waren in China dabei. Der Rest kam aus der "normalen Truppe", das letzte Wort bei der Nominierung hatte übrigens Markus Clostermann. Der 51-jährige Oberstabsfeldwebel, einst erfolgreicher Ausdauerläufer, ist in Karlsruhe stationiert.

Geher Nathaniel Seiler war der einzige deutsche Leichtathletik-WM-Starter in Wuhan, er kam direkt aus Doha. "Trotzdem waren unsere Leichtathleten mit drei Mal Silber und ein Mal Bronze recht erfolgreich", berichtet Simone Mathes, die 2007 selbst als Athletin an den Militär-Weltspielen teilgenommen hat.

Die heute 44-jährige war in den neunziger Jahren fünf Mal deutsche Meisterin im Hammerwerfen und Teilnehmerin an der Welt- und Europameisterschaft. Der Traum von Olympia blieb ihr allerdings verwehrt. 2000 verpasste sie die Norm für Sydney knapp. 2004 hatte Simone Mathes das Ticket nach Athen schon so gut wie in der Tasche - bis es ihr Susi Keil mit dem allerletzten Wurf bei der Deutschen Meisterschaft noch entriss. Diese Enttäuschung bei Mathes saß tief. Zwei Jahre später beendete sie ihre Laufbahn und wechselte in die normale Truppe.

Seit 1. Oktober in Bayreuth

Seit 1. Oktober ist sie nun Karriereberaterin der Bundeswehr in Bayreuth, wirbt auf Ausbildungsmessen oder in Schulen für eine Soldaten-Laufbahn. "Nach 20 Jahren mit Stationen in München, Leverkusen und Köln habe ich mich über Nürnberg und nun Bayreuth langsam wieder Stadtsteinach angenähert" sagt Simone Mathes, die sich auch vorstellen könnte, wieder als Trainerin in der Leichtathletik tätig zu werden - aber nur im Jugendbereich. "Ich möchte etwas zurückgeben, denn unsere Trainer haben sich früher auch bei Wind und Wetter mit uns auf den Wurfplatz gestellt", sagt Mathes.

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