Neudrossenfeld
Volleyball

Young Volleys: Bleibt der Trainer?

Carsten Böhm, der Vorsitzende der N.H. Young Volleys, verrät, wie es nach dem Regionalliga-Abstieg weitergeht.
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Macht Marc d'Andrea weiter? Die Young Volleys wollen ihren Trainer (Mitte) trotz des Abstiegs unbedingt halten. Foto: Monika Limmer
Macht Marc d'Andrea weiter? Die Young Volleys wollen ihren Trainer (Mitte) trotz des Abstiegs unbedingt halten. Foto: Monika Limmer
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Wie bitter ist dieser Abstieg! Noch vor wenigen Wochen hatte jeder die N.H. Young Volleys in der Regionalliga Südost schon abgeschrieben. Sie taumelten von Niederlage zu Niederlage. Doch plötzlich war da eine andere Mannschaft. Auf einmal kämpften die Mädels von Trainer Marc d'Andrea gegen ihr Schicksal. Drei 3:0-Siege brachten die Hoffnung auf eine vierte Saison in der Regionalliga Südost zurück. Vor dem letzten Spieltag war man plötzlich sogar Favorit auf den Relegationsplatz. Doch dann das: Außenseiter VC Katzwang-Schwabach siegte überraschend mit 3:2 beim - unmotivierten? - Dritten TSV Sonthofen II - und stürzte die Young Volleys ins Tal der Tränen. Der gerade noch stürmisch gefeierte 3:0-Sieg der Young Volleys gegen Hammelburg war für die Katz'.

N.H.-Vorsitzender Carsten Böhm verrät, wie es jetzt weitergeht. Und ob der Verein weiter auf Trainer Marc d'Andrea baut.

Carsten Böhm, was haben Sie gedacht, als das Ergebnis aus Sonthofen bekannt wurde?

Das darf doch nicht wahr sein, was ist da schief gelaufen? Wenn man dann das Ergebnis genauer betrachtet, drängt sich schon der Verdacht auf, dass Sonthofen nicht bis zum Ende des Spiels wirklich auf Sieg gespielt hat.

Mal ehrlich - können die Spielerinnen des VC Katzwang-Schwabach unter normalen Umständen in Sonthofen gewinnen?

Nein, können sie eigentlich nicht, schon gar nicht in der Verfassung, wie sie sich vor zwei Wochen bei uns in Neudrossenfeld präsentiert haben.

Ihr Team hat viel zu spät in der Saison zu alter Form gefunden - woran lag's?

Ja das ist absolut richtig. Ich hatte manchmal den Eindruck unsere Vorbereitung hat bis zum zwölften Spieltag gedauert. Die Gründe sind vielschichtig. Wir hatten mit Johanna und Lisa Meisel sowie Leonie Stöcker drei Abgänge, die wir qualitativ nicht ersetzen konnten. Insbesondere Leonie - ein Punktegarant der Vorsaison - haben wir schmerzlich vermisst. Auch in der Saisonvorbereitung lief nicht alles rund. In der intensiven Trainings-Phase im Spätsommer waren unsere Studentinnen auf Heimaturlaub und standen nicht zur Verfügung. Und zu Saisonbeginn verletzten sich Sophia Höreth und kurz darauf Meike Schirmer - zwei weitere Schlüsselspielerinnen fehlten. Unser Coach war ständig zum Improvisieren gezwungen, an jedem Spieltag lief eine andere Mannschaft auf. Die mannschaftliche Geschlossenheit, eine wesentliche Stärke, war dahin. Die Vielzahl an ungewohnten Niederlagen nagten am Selbstvertrauen. Mit jedem Fehler oder nicht gemachten Punkt ging wieder ein Bruchteil positiver Körpersprache verloren. Was Selbstvertrauen bewirkt, konnten man in den letzten sechs Saisonspielen sehen: da haben wir vier Mal mit 3:0 gewonnen und den massiven Rückstand auf Katzwang fast noch aufgeholt.

Im Fußball wird schnell die Trainerfrage gestellt, wenn der Erfolg ausbleibt. Warum ist das beim Volleyball anders?

Fußball ist eine Massensportart - Volleyball eine Randsportart, Spieler als auch Trainer sind rar. Auch beim Volleyball wird auf der Tribüne schon mal die Trainerfrage gestellt - aber nicht von uns Verantwortlichen oder der Mannschaft. Die Schlussphase der Saison bestätigt uns da. Marc d'Andrea ist als Trainer perfekt ausgebildet und bereitet sich und auch die Mannschaft auf jedes Spiel und jeden Gegner intensiv vor. Videoanalysen gehören für ihn zum Geschäft. Für unseren Verein ist Marc d'Andrea aktuell in keiner Weise zu ersetzen. Er ist ja auch im Jugendbereich sehr aktiv und fördert die Weiterbildung unserer anderen Trainerinnen und Trainer im Verein. Wir haben ihm sehr viel zu verdanken.

Macht der Trainer also weiter? Und bleibt die Mannschaft zusammen?

Wir steigen erhobenen Hauptes ab. Einige Mädels schreiben Abitur, andere sind mit dem Studium fertig. Da kann es schon die ein oder andere Veränderung geben. Aber Stand heute wird unser Team großteils zusammen bleiben. Wir rechnen zudem fest mit der Rückkehr von Leonie Stöcker, die ihren USA-Aufenthalt mit Studium an einem Volleyball-College beendet. Auch hoffen wir, dass Sophia Höreth ihre Schulterprobleme endlich überwindet und wieder angreifen kann. Bezüglich unseres Trainers Marc d'Andrea werden wir alles in die Waagschale werfen, um ihn zu halten.

Die Nachwuchsförderung der Young Volleys gehört zu den besten in Nordbayern. Um die größten Talente zu halten, reicht da die Bayernliga aus?

Ja, auf unsere Nachwuchsarbeit sind wir schon stolz. Neun von zwölf Spielerinnen der 1. Damen stammen aus der eigenen Jugend, in den anderen Mannschaften sind es 100 Prozent. Wir haben auch dieses Jahr wieder in fast allen sechs Altersklassen an der Nordbayerischen Meisterschaft teilgenommen und uns mit der U18 und U20 für die Bayerischen Meisterschaft qualifiziert. Die U20 wurde sogar Nordbayerischer Meister. Für unsere jungen Spielerinnen, die auf dem Sprung in die 1. Mannschaft sind, ist es sogar ein Vorteil, in der kommenden Saison in der Bayernliga zu spielen

Welche Rolle spielt eigentlich noch die SCG Hollfeld im gemeinsamen Verein? Die Punktspiele der 1. Damen werden ja inzwischen ausschließlich in Neudrossenfeld ausgetragen.

Wir hatten in der Anfangsphase der Zusammenarbeit eine sehr gute Mischung von Spielerinnen aus Hollfeld und Neudrossenfeld. Dann gab es leider einen kleinen Bruch, da einige Hollfelderinnen nach Bamberg gewechselt sind oder aufgehört haben. Nachdem es in Hollfeld auch Probleme mit der Hallenbelegung gab, fanden die RegionalligaHeimspiele alle in Neudrossenfeld statt. Bei den Damen 3 und 4 - hier spielen die Mädchen von 14 bis 16 Jahren - sind wir einen neuen Weg gegangen. Hier gibt es jetzt eine Hollfelder und eine Neudrossenfelder Mannschaft. Das Hollfelder Team wurde in der Kreisliga Meister und steigt in die Bezirksklasse auf, eine tolle Geschichte. Insbesondere bei der Damen 1 spricht natürlich auch der Zuschauerzuspruch für den Spielort Neudrossenfeld. Die Fragen stellte

Christian Schuberth

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