Marktleugast

Wenn der Sohn dem Vater davon fährt

Der Marktleugaster Alexander Kießling gewinnt den ADAC-Pokal für historische Automobile. Sein Vater Arthur landet auf dem vierten Platz.
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Auf den richtigen Seitenabstand kommt es an: Alexander Kießling mit seinem Opel Ascona B bei einer Prüfung. In der Saison 2019 holte der den Titel. Fotos: Gerd Plietsch
Auf den richtigen Seitenabstand kommt es an: Alexander Kießling mit seinem Opel Ascona B bei einer Prüfung. In der Saison 2019 holte der den Titel. Fotos: Gerd Plietsch
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Alexander Kießling hat den nordbayerischen ADAC-Pokal für historische Automobile gewonnen. Die Leidenschaft für den Motorsport hat der Marktleugaster in die Wiege gelegt bekommen. Sein Vater, Arthur Kießling, war Briefträger im Frankenwald und in den gerne als golden bezeichneten 1970er Jahren ein gesuchter Beifahrer bei den damals weit verbreiteten Orientierungsfahrten.

Kein Wunder, wusste er doch immer ganz genau, welcher Weg "nur bis zum Huberbauern" führte, und welcher wirklich in die nächste Ortschaft. Aber der Marktleugaster war mit seinem roten VW Käfer auch als Fahrer unterwegs, so dass sein Sohn Alexander, kaum dass er mit 14 Jahren den Beifahrersitz erklimmen durfte, sein Beifahrer wurde und die motorsportlichen Gene hautnah anerzogen bekam.

Mit 18 Jahren zum Motorsport

Über das Sammeln und Restaurieren alter Fahrräder und Mopeds kam Kießling, kaum 18 Jahre alt, zum Automobilsport und nun begann der Junior, so richtig im Motorsport Fuß zu fassen. Anfangs als Beifahrer bei seinem Vater im Orientierungssport, doch ab 2008 auch und vor allem als Fahrer im Motorsport mit historischen Fahrzeugen.

Einer seiner ersten Auftritte war das historische Bergrennen in Stadtsteinach, wo Alexander Kießling mit seinem ersten eigenen Fahrzeug, einem Peugeot 205, an den Start ging - und danach ging es im historischen Motorsport für den jungen Auto-Aufbereiter und Oldtimer-Restaurator so richtig los. Keine Oldtimer-Veranstaltung, kein historisches Bergrennen in ganz Deutschland war mehr vor ihm sicher.

Schmuckstück 2012 erworben

Zwischendurch bestieg Alexander auch einige Male ein Zweirad, eine Hercules MK 4M aus 1973, und nahm damit unter anderem bei der Schnauferl-Fahrt des AC Hof im Jahr 2017 teil. 2012 erwarb er einen der begehrten und bildhübschen orange-schwarz-farbenen Opel Ascona B und begab sich von nun an auf direktem Weg in die jedes Jahr härter umkämpften Oldtimer-Wettbewerbe.

2013 belegte er im Nordbayerischen ADAC-Pokal für Historische Automobile Platz 3, zwei Jahre später erhielt er vom Veteranen-Fahrzeug-Verband (VfV) das Rallye-Sportabzeichen in Bronze. Zwei weitere Jahre später folgte das Rallye-Sportabzeichen in Silber und 2018 wiederholte er seinen dritten Platz im Nordbayerischen ADAC-Pokal für historische Automobile.

Nachdem er die Auftakt-Veranstaltung 2019 aus gesundheitlichen Gründen verpasste, begann für Alexander Kießling Anfang Juni in Lauf die neue Saison. Dort holte er fünf Wertungspunkte für den nordbayerischen ADAC-Pokal. Anfang Juli folgte die Schnauferl-Fahrt des AC Hof, bei der er als Alleinfahrer mit einem ersten Platz über zehn Punkte einkassierte. In Lichtenberg Ende Juli und in Roth Anfang September sammelte Kießling insgesamt 18 Punkte. Beim Saisonabschluss im unterfränkischen Hammelburg holte er sich noch einmal knappe neun Punkte.

Konkurrent patzt

Ddurch einen Interpretations-Fehler seines Hauptkonkurrenten aus Neustadt b. Coburg holte er bei fünf der insgesamt sechs Prädikatsläufen mit jeweils zwei Punkten Vorsprung den Nordbayerischen ADAC-Pokal für historische Automobile - und landete vor seinem Vater. Arthur Kießling, der nur vier Prädikatsläufe absolviert hatte, landete etwas abgeschlagen auf dem vierten Rang.

Nach einigen Wochen der Besinnung steht bereits die im Mai beginnende neue Saison im Fokus von Alexander Kießling. Zeitgleich ist er aber dabei, ein weiteres Fahrzeug zu restaurieren: einen Opel Manta. "Aber das lasse ich ruhig angehen. Vorrang hat die Vorbereitung auf die neue Saison, in der ich meinen Titel so gut wie möglich verteidigen möchte."

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