Bayreuth
Fußball

Verletzungen leiten Krise der SpVgg Bayreuth ein

Regionalligist SpVgg Bayreuth blickt trotz eines tollen Saisonstarts auf eine verkorkste Spielzeit zurück - eine Zwischenbilanz.
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Sein Ausfall warf die Altstädter zurück: Die SpVgg Bayreuth musste in dieser Regionalligasaison lange auf Abwehrchef Julian Kolbeck (Mitte) verzichten. Foto: Peter Mularczyk
Sein Ausfall warf die Altstädter zurück: Die SpVgg Bayreuth musste in dieser Regionalligasaison lange auf Abwehrchef Julian Kolbeck (Mitte) verzichten. Foto: Peter Mularczyk
Dem Höhenflug folgte der Absturz - und nun steht die SpVgg Bayreuth vor einer sehr schwierigen Restsaison in der Regionalliga Bayern. Zudem ist eine wichtige Personalie noch nicht geklärt.

"Die bisherige Saison war Mist", urteilt Wolfgang Mahr. "Unser Saisonziel kann jetzt nur noch Klassenerhalt heißen." Der sportliche Leiter der Altstädter hatte sich bis zur Winterpause deutlich mehr erhofft als den 15. Rang.

Nur ein Punkt trennt die Bayreuther vom ersten Abstiegsrelegationsplatz - und das trotz eines famosen Saisonstarts. Die SpVgg lag nach sechs Siegen an den ersten neun Spieltagen auf Position 2. Die Abwehr ließ in dieser Phase in keinem Spiel mehr als zwei Gegentreffer zu, die Stürmer waren treffsicher.

"Unsere junge Mannschaft stand völlig zurecht da oben", sagt Mahr. "Doch dann kam die Verletzungsmisere und mit ihr ein Negativtrend, den wir nicht mehr in den Griff bekommen haben."

Vor allem die Ausfälle von Leistungsträgern wie Abwehrchef Julian Kolbeck und Mittelfeld-Ass Anton Makarenko rissen tiefe Lücken. Der Abwehrverbund sei teilweise "bis zum Gehtnichtmehr" ausgedünnt gewesen. Das machte sich deutlich bemerkbar: Die folgenden neun Partien gingen verloren, die ernüchternde Torbilanz in dieser Phase zwischen Anfang September und Ende Oktober betrug 5:26.

Einige Auftritte seien nach Aussage Mahrs nicht schlecht gewesen, doch verbauten zahlreiche Pfosten- oder Lattentreffer sowie Abwehrfehler mögliche Erfolgserlebnisse. "Wenn man die Scheiße am Schuh hat, dann richtig", sagt der sportliche Leiter.


Trainer geht nach Pleitenserie

Und der Trainer wird in einer solchen Krisensituation zwangsläufig in Frage gestellt. Die Altstädter hielten lange an Marc Reinhardt fest. Zu lange? "Es gab ja immer wieder positive Momente und wir wollten auch ein Zeichen setzen, indem wir den Trainer eben nicht wechseln." Doch nach acht Niederlagen gab es doch einen neuen Trainer. "Irgendwann kommt man nicht mehr darum herum", sagt Mahr, macht Reinhardt aber "keinerlei Vorwürfe".

Mit Interimscoach Christian Stadler an der Seitenlinie ließ die SpVgg einen Aufwärtstrend erkennen. Zwar setzte es bei den Spitzenteams TSV 1860 München (0:3) und FC Ingolstadt 04 II (0:6) deutliche Niederlagen, doch punkteten die Bayreuther beim FV Illertissen (2:2) und gegen den SV Seligenporten (3:0).

Ob Stadler nach der Winterpause weiter SpVgg-Trainer ist, steht jedoch in den Sternen. Sein befristeter Vertrag ist ausgelaufen. "Er ist unser erster Ansprechpartner und wir sind in Verhandlungen", sagt Mahr. Jedoch liege eine Vertragsverlängerung nicht allein in den Händen der Altstädter. Stadler ist beruflich stark eingespannt und muss ein weiteres Engagement mit seinem Arbeitgeber absprechen.


Zuversicht für die Restsaison

Deswegen haben die Bayreuther bereits Kontakt mit anderen Kandidaten aufgenommen. Namen nennt Mahr nicht. Auch bei möglichen Neuzugängen hält er sich bedeckt. Aber er verbreitet Zuversicht: "Wenn die Mannschaft komplett ist, kann sie jederzeit mithalten. Das hat sie bewiesen. Und nach der Winterpause werden einige Spieler in den Kader zurückkehren."

Regionalliga Bayern: Die bisherige Saison in Zahlen

465 Spieler wurden in den 207 Spielen eingesetzt. Zwölf Spieler haben keine Minute versäumt, darunter auch Thore Dengler von der SpVgg Bayreuth.

26 Trainer standen an der Seitenlinie der 19 Klubs. Trainerwechsel gab es bei fünf Klubs,

664 Tore wurden erzielt, was einen Schnitt von 3,21 Treffern pro Partie bedeutet. Im Vorjahr waren es bis zur Winterpause 646, der Schnitt lag aber mit 3,44 Treffern pro Partie höher. Bester Torjäger ist mit 14 Treffern Sascha Marinkovic (Wacker Burghausen).

66 Elfmeter wurden bisher verhängt, von denen 15 nicht genutzt wurden.

299 407 Zuschauer sahen die 207 Spiele. Der Zuschauerschnitt wuchs im Vergleich zum Vorjahr von 833 auf 1446. Das Südduell FC Augsburg II gegen den TSV 1860 München sahen 21 219 Fans - Ligarekord. Die Löwen liegen in der Zuschauergunst mit im Schnitt 11 396 Fans klar vorn, die SpVgg Bayreuth kommt auf 1096 Zuschauer.

22 Rote Karten wurden gezeigt. Der TSV Buchbach ist mit drei Roten Spitzenreiter.

36 Gelb-Rote Karten sind gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr mehr als eine Verdoppelung.

885 Gelbe Karten zeigten die Schiedsrichter (Vorjahr 794).

3 Tabellenführer gab es bisher. Nach dem ersten Spieltag stand der FC Bayern München II ganz oben. Dann übernahm für drei Spieltage der 1. FC Schweinfurt. Seit Spieltag 5 steht der TSV 1860 München ganz oben. dme
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