Mühlberg
Motorsport

Trial am Mühlberg: Siege für zwei Lokalmatadoren

Der Mühlberg bei Kauerndorf war Treffpunkt von rund 60 Trial-Sportlern aus ganz Deutschland.
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Trial-Verbandsmitglied Werner Corßen reiste aus Bremen an. Foto: Werner Reißaus
Trial-Verbandsmitglied Werner Corßen reiste aus Bremen an. Foto: Werner Reißaus
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Der Mühlberg bei Kauerndorf war Treffpunkt von rund 60 Trial-Sportlern aus ganz Deutschland. Der TSC Kulmbacher Land richtete zum ersten Mal zwei DMV-Klassik-Trial-Veranstaltungen zum Deutschland-Cup aus. Organisator Klaus Herold erklärt: "Der Deutschland-Cup ist praktisch die Deutsche Meisterschaft. Wir mussten uns um die Ausrichtung bewerben."

Die Fahrer fanden nicht nur ein anspruchsvolles Gelände, sondern auch ideale äußere Bedingungen vor. Krönung für den TSC war, dass sich die Lokalmatadoren Klaus Herold und Jochen Kreuzer in ihrer Klasse jeweils den Sieg sicherten.

Pia Schibille und Katja Faust waren für die Anmeldung zuständig und freuten sich, dass sogar Zweiradartisten aus Köln und Bremen angereist waren. Die Trial-Fahrer mussten die 500 Meter lange Strecke mit 50 Höhenmetern drei Mal absolvieren und dabei jeweils zehn Sektionen meistern. Zehn verschiedene Klassen wurden angeboten. Klaus Herold und Jochen Kreuzer hatten in mühsamer Arbeit anspruchsvolle Hindernisse gebaut. Jede Bodenberührung mit dem Fuß wurde mit einem Punkt bestraft.

"Angst kenne ich nicht"

Mit Birgit Allmeier und Cornelia Salle waren auch zwei Frauen am Start. Die Regensburgerin Allmeier (45) hat die Trial-Gene vom Vater geerbt: "Ich bin mit dem Sport aufgewachsen, aber nach dem 14. Lebensjahr lange nicht mehr gefahren. Erst vor drei Jahren habe ich wieder mit dem Trial angefangen. Angst kenne ich nicht."

Cornelia Salle (59) kommt aus dem Osnabrücker Land und betreibt den Sport seit zehn Jahren. "Ich bin durch eine Anzeige in einem kleinen Motorradheftchen auf den Trial-Sport aufmerksam geworden. Ich fahre aber nur so zum Spaß in der leichtesten Spur. Ambitionen, höher zu kommen, habe ich nicht, denn da muss man in jüngeren Jahren angefangen haben."

Mit Werner Corßen (62) war auch ein Verbandsvertreter von der Deutschen Trialsport-Gemeinschaft aus Bremen an den Mühlberg gekommen. Er beschreibt, wie verrückt ein Trial-Fahrer sein muss, um den Sport zu betreiben: "Wer solche Wege in Kauf nimmt, um sich für zwei Tage durch den Wald zu quälen, der hat schon einen Spleen. Ich bin seit 1996 aktiv im Trial, bin mehrfacher Deutscher Meister in der Klasse Pre 65, wo Getriebe und Motoren noch getrennt sind. Das sind die ältesten Motorräder, die bei diesem Wettkampf dabei sind."

Die Geschwindigkeit ist im Trial-Sport uninteressant. Werner Corßen erklärt: "Wir dürfen in den Sektionen vorher nicht trainieren, sondern nur schauen, wo kann man fahren und wo sind die Schwierigkeiten." Der Verbandsfunktionär verriet auch, was ihm der Sport gibt: "Da ist der Spaß an der alten Technik die Basis, denn ich fahre ja ein älteres Motorrad. Der Trial-Sport ist eigentlich nur ein Kampf gegen sich selbst. Mir gibt aber auch die Gemeinschaft und die Kameradschaft sehr viel. Wir hatten an diesem Wochenende das beste Trial-Wetter, dass es überhaupt geben kann - Sonnenschein, und der Boden war noch leicht feucht."

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