Kulmbach
Triathlon

Stöcker bleibt unter elf Stunden

Die in Kulmbach beschäftigte Katja Stöcker bewältigt den härtesten Triathlon der Welt auf Hawaii.
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Eine Eisenfrau aus Oberfranken. Katja Stöcker von der Kulmbacher Ireks läuft nach starken 10:57:42 Stunden glücklich auf Hawaii über die Ziellinie. Foto: privat
Eine Eisenfrau aus Oberfranken. Katja Stöcker von der Kulmbacher Ireks läuft nach starken 10:57:42 Stunden glücklich auf Hawaii über die Ziellinie. Foto: privat

Die Bayreutherin Anne Haug hat mit ihrem ersten Sieg einer deutschen Frau auf Hawaii Geschichte geschrieben (wir berichteten). Bei den Amateuren zeigte eine weitere Oberfränkin eine starke Leistung. Katja Stöcker kam bei den weiblichen Amateuren auf Rang 117 von 530 Starterinnen und war mit ihrer Zeit von 10:57:42 bei ihrem vierten Langdistanz-Triathlon "sehr zufrieden". In ihrer Altersklasse 35 bis 40 Jahre belegte Stöcker unter 70 Starterinnen Rang 28.

Die 36-Jährige, die als Controllerin bei der Firma Ireks in Kulmbach beschäftigt ist, hatte sich erst Ende August in Kalmar (Schweden) für Hawaii qualifiziert und damit einen Lebenstraum erfüllt.

1:24:30 Minuten benötigte sie für das Schwimmen, bei dem sie nicht nur mit den Wellen, sondern auch mit der Konkurrenz zu kämpfen hatte. "Eine andere Athletin schlug mir im Eifer des Gefechts fast die Schwimmbrille vom Gesicht. Ich war sehr froh, als ich am Kailua Pier aus dem Wasser stieg", berichtet die 36-Jährige.

Auf der hügeligen Radstrecke traten starke Seitenwinde auf, die bei Katja Stöcker den ein oder anderen Wackler verursachten. Dennoch konnte sie ihre "vorher festgelegte Wattleistung wie geplant abspulen". Doch auf den letzten 30 Radkilometern bekam die Oberfränkin Magenschmerzen, die auch noch auf den ersten zehn Lauf-Kilometern anhielten. Nach 5:38:26 Stunden auf dem Rad wechselte sie zum Marathon

"Glücklicherweise konnte ich trotzdem mit meinem anvisierten Kilometerschnitt loslaufen. Es herrschten eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von mehr als 30 Grad", erzählt Katja Stöcker.

Die Laufstrecke verlief bis Kilometer 12 im Stadtzentrum von Kona. Danach ging es hinaus auf den Queen K-Highway. "Man konnte kilometerweit schauen, und ich überholte zahlreiche Athleten, die von den Strapazen sehr mitgenommen waren und das Tempo erheblich drosseln mussten", berichtet Stöcker.

"Im Natural Energy Lab, in dem man von Kilometer 25 bis 29 läuft, ist es sehr einsam und die Luft steht." Doch wie schon beim Hitzerennen des Ironman Frankfurt in diesem Jahr ging auch auf Hawaii Stöckers Kühl- und Verpflegungsstrategie auf. "Bei Kilometer 30 fühlte ich bereits, dass ich in passabler Verfassung ins Ziel einlaufen würde. Die letzten vier Kilometer konnte ich so richtig genießen, die Stimmung an der Ziellinie war phänomenal. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich das Abenteuer Hawaii so gut abschließen konnte!" Für den Marathon benötigte Stöcker, die ca. 15 Stunden die Woche trainiert und erst seit 2017 Triathlon betreibt, 3:43:05 Stunden.

Andreas Dreitz steigt ab

Der wie Haug und Stöcker in Bayreuth lebende Andreas Dreitz aus Michelau - immerhin Sieger der Challenge in Roth in diesem Jahr - musste auf Hawaii verletzt aufgeben. Dreitz war vor fünf Wochen bei der Halbdistanz-WM in Nizza schwer gestürzt. Eine Wunde an der Schulter verhinderte vier Wochen lang ein Schwimmtraining. Den Höhepunkt auf Kona wollte der Michelauer aber dennoch nicht verpassen und stürzte sich in die Kailuba Bucht auf Hawaii. Die 3,6 Kilometer im Pazifik mit ordentlichem Wellengang hielt der 30-Jährige Michelauer durch. Nach 54:26 Minuten stieg er aus dem Wasser und hatte damit knapp sieben Minuten Rückstand auf die Spitze um den späteren Sieger Jan Frodeno und Titelverteidiger Patrick Lange.

Für Dreitz normalerweise kein Drama, gilt er doch als einer, der selbst große Rückstände auf dem Rad aufholen kann. Doch sein Rückstand wuchs. Nach 23 Kilometern lag der Michelauer schon über zehn Minuten hinter der Spitze, nach 50 Kilometern rund 13 Minuten. Bei der siebten Zwischenzeit tauchte Dreitz nicht mehr auf. "Ein schwarzer Tag für Andi. Aufgrund von starken Schmerzen in der Schulter konnte er die Position auf dem Rad nicht halten und musste aufgeben. Danke an alle, die ihn unterstützt und angefeuert haben", las man auf seinem Profil in den sozialen Medien.

Ein glänzendes Resultat gelang dem 35-jährigen Bamberger Chris Dels (Böhnlein-Sports). Er kam in 8:44:12 Stunden auf Rang 2 seiner Altersklasse M35-39 und belegte im Gesamtklassement den 34. Platz.cs/us

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