Neuenmarkt
Eishockey

Rothemunds Routine ist gefragt

Eishockey-Nationalspielerin Yvonne Rothemund aus Neuenmarkt stand beim Fünf-Nationen-Cup in Russland in allen Partien auf dem Eis.
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Die Neuenmarkterin Yvonne Rothemund bestritt jüngst in Russland ihre Länderspiele Nummer 105 bis 109. Foto: imago
Die Neuenmarkterin Yvonne Rothemund bestritt jüngst in Russland ihre Länderspiele Nummer 105 bis 109. Foto: imago

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat beim Fünf-Nationen-Cup im russischen Dmitrov alle vier Spiele verloren. Mit dabei war auch wieder die aus Neuenmarkt stammende Yvonne Rothemund. Die 27-Jährige ist seit Jahren eine feste Größe in der deutschen Abwehr. Auf Rothemunds Erfahrung aus nunmehr 109 Länderspielen möchte auch der seit einem dreiviertel Jahr amtierende neue Bundestrainer Christian Künast nicht verzichten. Und so erhielt Rothemund auch beim Vorbereitungsturnier in Russland wieder viel Eiszeit.

Die 1,80 Meter große Verteidigerin zieht trotz der vier Niederlagen ein eher positives Fazit der Russland-Reise - zumindest für sich persönlich. "Ich habe meiner Ansicht nach ein gutes Turnier gespielt", sagt Rothemund. Ihre wohl beste Leistung zeigte sie gegen den Vize-Weltmeister Finnland. Die Verteidigerin aus Oberfranken wurde zur besten deutschen Spielerin gekürt, konnte das 1:7-Debakel aber auch nicht verhindern. Yvonne Rothemund: "Finnland ist in der Chancenverwertung brutal gut. Wir haben uns in alle Schüsse reingeschmissen, aber es ging oft einfach zu schnell." Bundestrainer Christian Künast hatte ein wenig Mitleid mit seinen Damen: "Die Mannschaft hat trotz zweier schwerer Spiele an den Vortagen gut dagegengehalten. Am Ende fällt die Niederlage vielleicht ein oder zwei Tore zu hoch aus."

Schwache deutsche Liga

Um mit den Top-Teams der Welt mithalten zu können, müsste aber das Niveau in der Deutschen Frauen-Eishockey-Liga (DFEL) deutlich steigen. Das weiß auch Yvonne Rothemund: "Wir mussten uns in Russland erst einmal wieder auf das internationale Tempo einstellen, das ganz anders ist als in der Bundesliga." Doch wenn Teams wie die Crocodile Hamburgs auf den Aufstieg verzichten, weil sie die Fahrtkosten nicht stemmen können, oder Rothemunds Verein ESC Planegg-Würmtal den Trainings- und Spielbetrieb mangels tauglicher Halle im 70 Kilometer entfernten Grafing bestreiten muss, dann braucht man sich über den Rückstand zur Weltspitze nicht wundern.

Den Turniersieg in Russland holten sich aber nicht die Finninnen, sondern das tschechische Team, gegen das Deutschland nur knapp mit 1:2 verloren hatte. Zweiter wurde Gastgeber Russland, der die von der Anreise geschlauchten und wegen eines Staus ohne Abschlusstraining angetretenen deutschen Frauen am ersten Turniertag mit 5:0 bezwungen hatte.

Gegen Tschechien setzte das Team "defensiv das um, was die Trainer von uns erwartet haben", so Rothemund. Doch wie im gesamten Turnier krankte es in der Offensive. "Wir waren insgesamt zu ungefährlich", resümiert die Neuenmarkterin, die inzwischen in München lebt und arbeitet. Auch gegen die Schweiz mangelte es den deutschen Damen trotz größerer Spielanteile "an Spielwitz", erkannte Rothemund. Ihr Team glich einen 0:2-Rückstand aus, doch in der Penalty-Lotterie zogen schließlich die Eidgenössinnen das große Los. "Wir hätten heute einen Sieg verdient gehabt", ärgerte sich Bundestrainer Christian Künast.

Bis zur A-Weltmeisterschaft vom 2. bis 12. April 2020 im kanadischen Halifax "wartet noch viel Arbeit auf uns", weiß Yvonne Rothemund, die trotz des Misserfolgs in Russland optimistisch bleibt: "Ich sehe nicht schwarz, denn wir hatten selbst gegen Finnland gute Szenen."

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