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Neudrossenfeld
Fußball-Landesliga Nordost

Neudrossenfelder Vorstand zweifelt am Aufstieg

Für Trainer Joachim Riedel von Tabellenführer Neudrossenfeld war am Dienstagabend Schluss. Vorgänger Peter Schmidt soll die Bayernliga klarmachen. Dann übernimmt Ex-Trainer Detlef Hugel.
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Hier noch im Jubel vereint: der jetzt entlassene Neudrossenfelder Trainer Joachim Riedel, sein Vorgänger und Nachfolger Peter Schmidt und Abteilungsleiter Thorsten Schirmer (von links) nach dem 1:0-Sieg gegen den Titelkonkurrenten TSV Buch. Foto: Alexander Muck
Hier noch im Jubel vereint: der jetzt entlassene Neudrossenfelder Trainer Joachim Riedel, sein Vorgänger und Nachfolger Peter Schmidt und Abteilungsleiter Thorsten Schirmer (von links) nach dem 1:0-Sieg gegen den Titelkonkurrenten TSV Buch. Foto: Alexander Muck
Dass er unerfolgreich gewesen wäre, kann man wirklich nicht sagen. Neudrossenfeld steht mit 55 Punkten an der Tabellenspitze der Fußball-Landesliga Nordost. Doch sein Bauchgefühl hat Joachim Riedel schon seit längerem signalisiert, "dass ich in der neuen Saison nicht mehr Trainer sein werde, auch wenn ich den Bayernliga-Aufstieg schaffe".

Jetzt ist die Zusammenarbeit von Riedel und Neudrossenfeld noch schneller zu Ende gegangen. Am Dienstagabend hat der TSV seinen Cheftrainer entlassen. "Dass es so abrupt endet ... - da hat mich Vorsitzender Gerald Weinrich richtig kalt erwischt", gibt Riedel zu.

Der Verein präsentiert als Nachfolger gleich zwei Ex-Trainer. Zunächst kommt Riedels Vorgänger Peter Schmidt zurück, der im Herbst aus beruf lichen Gründen sein Amt niedergelegt hat, und soll den Bayernliga-Aufstieg klarmachen. In der neuen Saison übernimmt dann mit Detlef Hugel, aktuell beim Ligakonkurrenten ASV Pegnitz unter Vertrag, der Ex-Trainer die Mannschaft, der schon von 2007 bis 2011 den TSV Neudrossenfeld betreut hat und die Strukturen im Verein genau kennt.

Unzufrieden seit der Winterpause

"Wir sind mit der Entwicklung der Mannschaft nach der Winterpause nicht zufrieden. Darüber haben auch die durchaus guten Ergebnisse der letzten Wochen nicht hinweggetäuscht. Das letzte Spiel gegen Oberkotzau hat das Fass zum Überlaufen gebracht", so TSV-Abteilungsleiter Thorsten Schirmer.

Die Entscheidung der Vereinsführung hat Vorsitzender Gerald Weinrich dem bisherigen Coach vor dem Dienstagstraining mitgeteilt. "Wir hatten ein längeres Gespräch", so Riedel, "er ist der Meinung, dass die Mannschaft acht bis zehn Punkte Vorsprung haben müsste. Ich sehe das ein bisschen anders. Peter Schmidt und die Mannschaft übrigens auch."

Riedel kann sich seine Entlassung so richtig nicht erklären. "Ich habe 17 Spiele geleitet, zehn gewonnen und 36 Punkte geholt - so schlecht ist das für einen Trainer nicht", meint er und macht seinen Rauswurf an den letzten beiden Spielen fest: der ersten Saisonniederlage (0:3) in Pegnitz (ausgerechnet!) und dem 0:0 gegen Abstiegskandidaten Oberkotzau. "In Pegnitz habe wir schlecht gespielt", räumt der Ex-Coach ein. Gegen Oberkotzau spricht er von einer "überragenden ersten Halbzeit mit drei, vier hundertprozentigen Chancen, die vergeben wurden. In der zweiten Hälfte hat sich der Gegner eingeigelt, da tun wir uns schwer. Das hat man mir auch angekreidet, dass die Mannschaft solche Spiele nicht aus dem Feuer reißen kann."

Dass es, wie im Umfeld gemunkelt wird, Schwierigkeiten im Innenverhältnis zu der "Studentenmannschaft" gegeben hat, weist Riedel nicht völlig zurück. "Das hat aber nicht allein etwas mit Neudrossenfeld zu tun. Es gibt eine neue Fußballer-Generation, die alles hinterfragt und das Training am liebsten selber gestalten möchte", sagt Riedel. Er kann sich vorstellen, "dass auch der Altersunterschied - ich bin 59 - eine Rolle gespielt hat."

SV Friesen nur Spekulation

Unrichtig ist Riedel zufolge aber die Annahme, dass der TSV-Vorstand verärgert gewesen sei über sein angebliches Interesse am Trainerjob in Friesen, wo Christoph Böger schon vor einiger Zeit seinen Abschied erklärt hat. "Da wurde viel spekuliert. Fünf oder sechs Namen, darunter auch meiner und der des früheren Burgkunstadters Peter Reichel", sagt Riedel. "Ich genieße erst mal die freie Zeit. Am Ende der Serie wird man sehen, was ich mache. Ich wünsche dem Peter und der Mannschaft viel Glück. Wenn sie aufsteigen, habe ich auch meinen Anteil daran."

In Neudrossenfeld hofft man, so Schirmer, "dass wir mit Peter Schmidt die Saison mit dem Bayernliga-Aufstieg erfolgreich zu Ende bringen können". Hier hat es offenbar erhebliche Bedenken gegeben. "Unsere spielerischen Leistungen der letzten Wochen haben uns ernsthaft zweifeln lassen, ob wir unser Ziel erreichen. Der neue Trainer soll unsere Spielweise, die zuletzt sehr statisch war, wieder flexibler gestalten, damit wir nicht so leicht ausrechenbar sind. Es gab nicht mehr viel Überraschendes. Das war auch im Spitzenspiel gegen Buch so. Wir haben in den letzten vier Spielen nur drei Tore geschossen, alle nach Standardsituationen", sagt Schirmer. "Wir wollen mit unserer Entscheidung auch die Mannschaft wachrütteln."

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