Burghaig
Leichtathletik

Merlin Hummel holt Silber in Baku

Der Kulmbacher Hammerwerfer Merlin Hummel gewinnt bei Jugend-Olympia Silber.
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Die Medaillengewinner im Hammerwerfen bei Jugend-Olympia in Baku: Von links - neben dem Maskottchen - Jean-Baptiste Bruxelles (3. Frankreich), Valentin Andreev (1./Bulgarien) und der Kulmbacher Merlin Hummel (2.). Foto: Martin Ständner
Die Medaillengewinner im Hammerwerfen bei Jugend-Olympia in Baku: Von links - neben dem Maskottchen - Jean-Baptiste Bruxelles (3. Frankreich), Valentin Andreev (1./Bulgarien) und der Kulmbacher Merlin Hummel (2.). Foto: Martin Ständner

Den größten Moment seiner jungen Sportlerkarriere erlebte der Kulmbacher Merlin Hummel am Donnerstagabend im Stadion von Baku (Aserbadschan). Der 17-Jährige vom UAC Kulmbach gewann bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen für Deutschland Silber im Hammerwerfen. Trotz neuer persönlicher Bestleistung von 81,06 Metern reichte es für den Burghaiger nicht zu Gold, Topfavorit Valentin Andreev entriss ihm im vierten Versuch noch den Sieg.

Merlin Hummel vertrat Deutschland als einziger Athlet im Hammerwerfen der U18. Nachdem er am Vortag schon relativ locker als Dritter durch die Qualifikation gekommen war, war dem junge Gymnasiasten in der Abendsonne des Tofiq-Bahramov-Stadions schon beim Einmarsch der zwölf Finalisten hohe Konzentration und eine überzeugende Körpersprache anzumerken.

Selbstbewusst in den Ring

Selbstbewusst ging Merlin zum ersten Versuch in den Wurfring und schleuderte sein fünf Kilo schweres Wurfgerät auf 78,87 Meter, was zunächst die Führung für den Oberfranken bedeutete.

Der hohe Favorit Valentin Andreev (Bulgarien) kam bei seinem ersten Wurf auf 78,12 Meter. Der Pole Dawid Pilat, der erst vor kurzem Merlin Hummel mit 80,05 Metern vom zweiten Platz der Weltrangliste verdrängt hatte, erreichte 76,90 Meter.

Doch dann ging der junge Kulmbacher, angefeuert von seinen deutschen Mannschaftskollegen zum zweiten Versuch in den Ring. Vier rhythmische explosive Drehungen, ein bombensicherer Abwurf - Heimtrainer Martin Ständner stand schon das Grinsen im Gesicht, als Merlins Hammer noch Sekunden in der Luft unterwegs war. Der Hammer landete erst bei 81,06 Metern, 1,62 Meter über seiner bisherigen persönlichen Bestweite von 79,44 Metern. Eine Medaille schien dem Kulmbacher damit schon sicher.

Valentin Andreev, der im vergangenen Jahr schon über 80 Meter geworfen hatte und die Weltjahresbestleistung mit 82,78 Metern hält, wurde nervös und suchte die Diskussion mit seinem Coach. Schließlich schleuderte Andreev im vierten und letzten Versuch sein Gerät auf 82,72 Meter und entriss dem Kulmbacher noch die Goldmedaille.

Merlin Hummel hatte in seinen beiden weiteren Versuchen mit 79,66 und 79,80 Metern noch zwei Würfe nahe der 80-Meter-Linie.

Der Franzose Jean-Baptiste Bruxelles steigerte seine persönliche Bestweite um über zwei Meter und landete mit 78,44 auf dem Bronzerang.

Beim 80-Meter-Werfer Dawid Pilat (Polen) blieb es bei 76,90 Metern und Platz 4. Fünfter wurde der Ungar Balazs Katavics, der auf 74,53 Meter kam. Für Merlin Hummel ging nach einer sehr guten bisherigen Saison nun zum Jahreshöhepunkt ein Traum in Erfüllung - eine Medaille bei den Olympischen Jugendspielen.

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