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Kulmbach
Leichtathletik

Merlin Hummel hat jetzt Nairobi im Visier

Der Kulmbacher Merlin Hummel träumt nach seinem Triumph bei der "Deutschen" nun von einer Medaille bei der U20-WM in Nairobi.
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Gleich in seinem ersten Versuch im Finale der Deutschen Winterwurf-Meisterschaft ließ Merlin Hummel den Sechs-Kilo-Hammer auf die Siegerweite von 76,95 Metern fliegen. Foto: Wolfgang Birkenstock
Gleich in seinem ersten Versuch im Finale der Deutschen Winterwurf-Meisterschaft ließ Merlin Hummel den Sechs-Kilo-Hammer auf die Siegerweite von 76,95 Metern fliegen. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Der Regen hatte gerade etwas nachgelassen, als bei der Deutschen Winterwurf-Meisterschaft der Jugend Merlin Hummel in den Wurfring stieg. Allerdings blies der Wind weiterhin noch mächtig von vorne. Der 18-jährige Kulmbacher ging nach seinen starken 75,63 Metern bei der "Bayerischen" als klarer Favorit auf die Goldmedaille an den Start.

Hummel schockt die Konkurrenz

Doch was Hummel dann unter diesen widrigen Bedingungen in Neubrandenburg ablieferte, war sensationell. Gleich im ersten Versuch beförderte er sein Sportgerät auf 76,95 Meter und hatte noch zwei weitere 75-Meter-Würfe auf 75,73 bzw. 75,47 Meter) in seiner Serie.

Der Konkurrenz ließ er nicht den Hauch einer Chance, obwohl der zweitplatzierte Sören Hilbig (VfR Evesen) ebenfalls persönliche Bestweite (69,49) warf. Dritter wurde der Zwei-Meter-Mann Lukas Winkler (LAC Erdgas Chemnitz) mit 60,36 Metern.

Zwei Meter weiter

Merlin Hummel hat nun in der höheren Altersklasse mit dem 6kg-Hammer eine um zwei Meter bessere Weite hingelegt, als er mit dem 5kg-Gerät bei seinem Sieg bei der Deutschen Winterwurfmeisterschaft 2019 in der U18 mit 74,92 Metern erzielte.

Nun hat der Gymnasiast die U20-Weltmeisterschaft in der keniatischen Hauptstadt Nairobi im Juli im Visier. Die 76,95 sollen heuer aber noch nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein, sagte Merlin direkt nach seinem Sieg in einem Interview mit dem Verbandsportal leichtathletik.de: "Wenn das Training weiterhin so gut und verletzungsfrei verläuft, dann kann ich im Sommer noch ein paar Meter draufpacken." Seinen Ehrgeiz unterstrich Merlin Hummel mit dieser Aussage: "Ich gebe mich niemals mit einer Weite zufrieden."

Auf Platz 2 in der Welt

Doch auch die internationale Konkurrenz schläft nicht. In der U20-Weltrangliste liegt der ein Jahr ältere Mykhaylo Kokhan (Ukraine), der auch die Weltrangliste bei den Männern mit dem 7,26kg-Hammer (77,64 Meter) anführt, mit 79,80 Meter klar vorn. Dahinter folgt Hummel mit seinen 76,95 Metern, gefolgt vom Franzosen Jean-Baptiste Bruxelle (75,34). Auch der Pole Dawid Pilat (74,20) oder der Kubaner Ronald Menca (73,85) sind in Reichweite. Der Sieger der olympischen Jugendspiele von Baku, der Bulgare Valentin Andreev, ist heuer noch nicht in Erscheinung getreten. Der Kampf um eine Medaille in Nairobi verspricht also interessant zu werden.

Linus Liebenwald wirft persönlichen Rekord

Neben Merlin Hummel hatten sich mit den Zwillingen Leonie und Linus Liebenwald zwei weitere Schützlinge von Martin Ständner für die Deutsche Winterwurf-Meisterschaft qualifiziert. In Neubrandenburg erwarteten die jungen Sportler vom UAC Kulmbach miserable äußere Bedingungen. Dauerregen und enorme Windstöße von vorn waren besonders im Hammerwurfwettbewerb der weiblichen U18 angesagt, bei dem sich Leonie Liebenwald bei ihrer ersten Deutschen Jugendmeisterschaft Chancen auf den Endkampf der besten acht Athletinnen ausgerechnet hatte.

Nach einem verunglückten ersten Versuch von exakt 44 Metern warf die 16-Jährige ihr drei Kilo schweres Wurfgerät nervös zwei Mal ins Fanggitter und landete nur auf Rang 10. "Doch auch solche Erfahrungen müssen ab und zu in einem jungen Sportlerleben gemacht werden", sagte ihr Trainer Martin Ständner.

Persönlicher Rekord

Bei der männlichen U18-Hammerwurfgruppe war Leonies Zwillingsbruder Linus am Start, der bei der "Bayerischen" in Wiesau drei Wochen zuvor sein Negativ-Erlebnis und mit 47,42 Metern nur einen gültigen Versuch hatte. Diesmal machte Linus einen viel sicheren Eindruck und verbesserte seine bisherige Bestmarke (50,92 Meter) mit dem 5kg-Hammer v über 52,45 Meter, 54,43 Meter auf 55,31 Meter. Linus landete damit in seinem ersten B-Jugendjahr auf einem ordentlichen 6. Rang.

Bis auf den überragenden Sieger, den ein Jahr älteren Kai Hurych (Fürth/Odenwald/71,98 Meter), lagen alle übrigen Werfer in Linus' Reichweite.M.S.

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