Burghaig
Leichtathletik

Merlin Hummel fliegt zu den Jugend-Spielen

Der 17-jährige Merlin Hummel vom UAC Kulmbach hat das Ticket zu den europäischen Jugend-Spielen in Aserbaidschan gelöst.
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Der Kulmbacher Merlin Hummel ist einziger deutscher Hammerwerfer bei den europäischen olympischen Jugendspielen in Baku. Foto: Martin Ständner
Der Kulmbacher Merlin Hummel ist einziger deutscher Hammerwerfer bei den europäischen olympischen Jugendspielen in Baku. Foto: Martin Ständner
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Große Freude im Lager der Leichtathleten des UAC Kulmbach und der Rasenkraftsportler des TSV Stadtsteinach. Denn mit dem 17-jährigen Merlin Hummel hat sich wieder einmal ein Mitglied der gemeinsamen Trainingsgruppe für ein internationales Großereignis qualifiziert. Der Hammerwerfer aus Burghaig qualifizierte sich für die europäischen olympischen Jugend-Spiele, die vom 21. bis 28. Juli in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku stattfinden. 4000 junge Athleten aus zehn olympischen Sportarten und 50 Ländern werden dazu erwartet. Dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) stehen dabei für alle Disziplinen nur 28 Startplätze zur Verfügung. Pro Disziplin dürfen nur je ein Junge und Mädchen starten.

Erstmals wählte der DLV für die Nominierung das Modell der amerikanischen Trail. Das heißt, alle Athleten, die in dieser Saison die Mindestnorm - im Hammerwurf der Jungen 69 Meter - übertroffen hatten, wurden zur DLV-Jugend-Gala nach Mannheim eingeladen. Der Sieger des jeweiligen Wettbewerbs konnte sich direkt für Baku qualifizieren, unabhängig von den zuvor erzielten Leistungen.

Duell um einen Startplatz

Im Hammerwerfen hatten mit Kai Hurych (Fürth/Odenwald/70,44 Meter), Sören Hilbig (Evesen/Niedersachsen/ 74,17 Meter) und Merlin Hummel (79,44 Meter) lediglich drei Athleten die Baku-Norm in dieser Saison übertroffen. Kai Hurych verzichtete und startete dafür bei den zeitgleich stattfindenden süddeutschen Meisterschaften im saarländischen St.Wendel.

So war Merlins einziger Gegner Sören Hilbig, der 2018 schon 75,43 Meter geworfen hatte und bis zu den Deutschen Winterwurf-Meisterschaften stets vor dem Kulmbacher zu finden war. In dieser Saison lag Merlin Hummel  jedoch mit konstanten Leistungen von 77 bis 79 Metern bei vier gemeinsamen Wettkämpfen klar vor Hilbig. Doch Hilbig zeigte zuletzt stetig ansteigende Form. so dass mit einem Angriff des 108 Kilo schweren Norddeutschen zu rechnen war. Beim Einwerfen zeigte Hilbig sein Potenzial. Merlin merkte man beim Vorgeplänkel schon etwas die Nervosität an, denn seine Würfe waren technisch nicht wie gewohnt sicher. Dann der erste Versuch: der Hammer des Kulmbachers bohrte sich bei 76,53 Metern in den Rasen. Hilbig fabrizierte danach drei, Merlin Hummel zwei ungültige Würfe. Im vierten Durchgang kam der Niedersachse auf 69,15 Meter, Merlin steigerte sich auf 77,34 und legte übermotiviert und technisch nicht ganz sauber noch 76,40 und 74,74 Meter nach.

Dem hatte Hilbig im fünften Versuch lediglich 72,70 Meter entgegenzusetzen - der Kulmbacher hatte die Nervenschlacht gewonnen. Nach Dopingprobe und medizinischem Check bekam Merlin Hummel noch vor Ort seine Nominierungsunterlagen für die olympischen Jugend-Spiele, wurde eingekleidet und darf nun Ende Juli in Baku die deutschen Farben vertreten.

Damit geht für den jungen Kulmbacher Athleten nach Jahren kontinuierlichem Trainings ein Traum in Erfüllung.

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