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Radsport

Meisels Olympia- Traum platzt

Der Kulmbacher BMX-Fahrer Michael Meisel hat die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio verpasst.
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Michael Meisel hat das Olympia-Ticket verpasst - nun will er in vier Jahren in Paris dabei sein. Foto: privat
Michael Meisel hat das Olympia-Ticket verpasst - nun will er in vier Jahren in Paris dabei sein. Foto: privat
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Er wäre gerne 2020 der erste Kulmbacher Olympionike gewesen - doch Michael Meisels Traum von der Teilnahme an den Spielen in Tokio ist geplatzt. "Leider, es wäre schon cool gewesen, da hinzufahren", sagt der 23-Jährige. Das Scheitern nimmt er aber betont sportlich. Fast schon gelassen sagt er: "So wichtig ist es auch nicht. Vielleicht klappt es ja in vier Jahren." Die drei deutschen Starter im Weltcup 2019 - neben Michael Meisel noch Paul Thölen und Daniel Tünte - belegten 019 in der Nationenwertung Rang 11 - der 9. Platz hätte für einen Olympia-Startplatz gereicht. Und nach Michael Meisels Einschätzung hätte er sogar gute Chancen auf das deutsche Ticket gehabt. "Dann wäre wohl ich nach Tokio geflogen", glaubt der Kulmbacher, obwohl er in der Weltcup-Einzelwertung nach fünf Wettbewerben auf Rang 37 nur zweitbester Deutscher hinter Paul Thölen (24.) war.

Deutscher Vizemeister

Immerhin holte Michael Meisel bei der 2019 erstmals ausgetragenen Deutschen Meisterschaft in Oldenburg Silber. Doch es war mehr drin. "Ich hätte gewonnen, wenn ich nicht einen Absteiger gehabt hätte", ärgerte sich der Kulmbacher über den verpassten Titel. Den schnappte sich Daniel Tünte, der im Weltcup als drittbester Deutscher auf Rang 57 kam.

Auch bei der Weltmeisterschaft im November in China war für Meisel mehr drin als Rang 26. "Ich hatte im zweiten Lauf einen Absteiger, bin abgerutscht, sonst wäre ich ins Finale der besten 20 gekommen", sagt er.

Die deutschen Frauen haben die Olympia-Quali dagegen locker geschafft. Mit der Weltcup-Zweiten Lara Lessmann aus Flensburg startet in Tokio sogar eine echte deutsche Medaillen-Hoffnung. Auch in der Nationen-Wertung ist Deutschland bei den Frauen Zweiter.

Schon seit 2008 wird auf den 20 Zoll kleinen BMX-Rädern um olympische Medaillen gefahren - allerdings bislang nur Rennen (Race) über Erdhügel. 2020 feiert die Disziplin BMX Freestyle Park bei den Frauen und Männern ihre Olympia-Premiere. Man wolle damit genauso wie durch die Aufnahme von Street-Basketball (3 gegen 3) oder Skateboarding ein jüngeres und städtischer geprägtes Publikum ansprechen, erklärt das Internationale Olympischen Komitee (IOC) auf seiner Internetseite.

Limitierte Startplätze

Doch bei der Premiere im BMX Freestyle Park von Tokio am 1. August 2020 ist das Feld der Olympioniken noch sehr klein. Nur die besten neun Nationen der Weltrangliste dürfen je eine Frau und einen Mann entsenden, der Erste bekommt einen zweiten Startplatz. Dagegen sind für das BMX-Rennen je 24 Teilnehmer erlaubt. Michael Meisel rechnet aber damit, dass das Starterfeld in seiner Disziplin für die Olympischen Spiele 2024 in Paris erhöht wird. "Wahrscheinlich ist da die Chance größer, dabeizusein." Deshalb will der 23-Jährige weiter für das deutsche Nationalteam fahren. Seinen Lebensunterhalt finanziert er durch die Sporthilfe, Sponsoren und die Teilnahme an bezahlten Shows - auf die Sportfördergruppe der Bundeswehr hatte er keine Lust.

Nach ein paar Tagen Heimaturlaub über Weihnachten bei den Eltern reiste Michael Meisel schon wieder nach England, wo in Corby einer der größten überdachten BMX-Parks Europas steht. Bei der Trainingsgestaltung lässt ihm Bundestrainer Tobias Wicke freie Hand. Auch seinen Wettkampf-Kalenders kann Meisel selbst bestimmen. "Ich fahre im Weltcup, einige Contests und Ende des Jahres die Weltmeisterschaft als Saisonhöhepunkt", sagt Meisel.

Coolness und Ehrgeiz

Und im Hinterkopf spukt wohl weiterhin der Olympia-Traum herum. Denn zu aller Coolness, die bei den BMX-Fahrern einfach zur DNA gehört, gesellt sich bei Michael Meisel auch ein gewisser sportlicher Ehrgeiz. Sagte er doch 2019 auch: "Olympia ist das Beste, was einer Sportart passieren kann."

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