Neudrossenfeld
Fußball

Markus Taschner: "Ich werfe die Flinte nach Rückschlägen nicht ins Korn"

Der Landesligist TSV Neudrossenfeld steckt in einer Krise - Trainer Markus Taschner im Interview.
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Trainer Markus Taschner will mit dem TSV Neudrossenfeld zurück in die Erfolgsspur.  Foto: Peter Mularczyk
Trainer Markus Taschner will mit dem TSV Neudrossenfeld zurück in die Erfolgsspur. Foto: Peter Mularczyk

Es läuft nicht beim TSV Neudrossenfeld. Nach neun Spieltagen ist er nur Zwölfter der Landesliga Nordost und musste zuletzt zwei Niederlagen mit fünf Gegentreffern hinnehmen - eine davon gegen das damalige Schlusslicht TuS Feuchtwangen. Die Ziele sind andere beim TSV, der in der bärenstarken Vorsaison nur knapp den Bayernliga-Aufstieg verpasst hatte. Trainer Markus Taschner findet drei Gründe für die aktuelle Misere - glaubt aber weiter an die Qualität seiner Mannschaft.

Warum kommt der TSV Neudrossenfeld nicht in Tritt?

Markus Taschner: Wenn wir das genau wüssten, würden wir es sofort abstellen. Es ist wohl eine Mischung aus mehreren Punkten: individuelle Fehler in der Defensive, mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive und die fehlende Entschlossenheit spielentscheidende Situationen für uns zu entscheiden. Vielleicht haben zudem einige Spieler gedacht, es geht so weiter wie in der Vorsaison. Man eilt von Sieg zu Sieg und muss dafür nun nicht mehr ans Leistungslimit gehen.

Blicken wir genauer auf die ersten beiden Gründe: Elf Tore und 19 Gegentreffer nach neun Spielen sprechen nicht für ein ambitioniertes Team. Zum Vergleich: Im Vorjahr lautete die Torstatistik nach 34 Spieltagen 82:32.

Das klingt heftig. Der Vergleich zeigt, dass es bei uns aktuell nicht läuft. Wir haben zwar meist viel Ballbesitz, aber wir machen zu wenig daraus. 20 Meter vor dem Tor sind wir mit unserem Latein am Ende, sind nicht zwingend. Wir trauen uns kein Eins-gegen-Eins zu, obwohl wir genug Spieler mit diesen Qualitäten haben. Und hinten? Da haben wir gerade in den letzten beiden Partien unerklärliche Fehler gemacht. Die macht niemand mit Absicht, aber sie dürfen nicht passieren. Und so schlittert man eben in eine Krise.

Krise? Ist dann das Saisonziel - eine Platzierung um Rang 5 - jetzt schon in Gefahr?

Mein primäres Ziel ist es, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Und wir haben zugegebenermaßen aktuell einige Baustellen, die es zu beheben gilt. Trotzdem stelle ich nach neun Spieltagen nicht alles in Frage - vor allem nicht in dieser ausgeglichenen und starken Liga. Das Ziel des Vereins ist sicherlich langfristig der Aufstieg in die Bayernliga. Andere Vereine stecken für dieses Ziel viel Geld in die Mannschaft, holen erfahrene Spieler. Wir haben viele junge Spieler neu dazubekommen, wollen auf Dauer etwas aufbauen. Aber klar ist auch: Wir wollen schon jetzt in der Landesliga eine gute Rolle spielen und besser dastehen als aktuell.

Sind da nicht auch jetzt die Führungsspieler gefragt, die das Team schnell aus der Krise führen?

Der Hauptverantwortliche für die aktuelle Situation bin ich. Da stelle ich mich klar vor mein Team. Wir müssen jetzt gemeinsam die vergangenen beiden Niederlagen abschütteln und uns für den Weg aus dieser Situation kleinere Ziele setzen. Zum Beispiel: Am Freitag gegen Schwabach ohne Gegentreffer in die Halbzeitpause zu gehen. Und natürlich braucht es dazu Spieler, die vorangehen und die Mannschaft führen.

Und wenn das nicht gelingt? Der Trainer gilt als das schwächste Glied in der Kette.

Natürlich sind das die Mechanismen des Fußballs. Trotzdem darf man den Amateurfußball nicht mit dem Profigeschäft vergleichen. Ich bin seit zehn Wochen in Neudrossenfeld, verbringe dreimal wöchentlich Zeit mit dem Team. Würden Sie einen Mitarbeiter rauswerfen, den Sie erst 30 Mal gesehen haben? Der Saisonauftakt mit sieben Punkten aus drei Spielen war gut. Dann kamen drei unglückliche Partien, in denen mehr drin war - und zuletzt eben die beiden herben Rückschläge. Ich bin sehr ehrgeizig und werfe nach Rückschlägen nicht die Flinte ins Korn. Zudem sehe ich mich aktuell beim TSV nicht als schwächstes Glied. Ich habe sowohl beim Gespräch mit dem Vorstand als auch beim Meinungsaustausch mit Spielleiter Thorsten Schirmer und bei der Arbeit mit der Mannschaft ein gutes Gefühl und merke, dass mir als Trainer Anerkennung und Respekt entgegengebracht wird. Ich denke, das Ganze braucht Zeit. Wir machen einen Prozess durch - und den werde ich gemeinsam mit dem Team weiter vorantreiben.

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