Eppenreuth
Ski Alpin

Jacob Schramm muss unter die besten 180

Der 20-jährige Frankenwälder Jacob Schramm sammelt in dieser Saison fleißig Punkte. So geht es Schritt für Schritt in der Weltrangliste nach vorne.
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Der Eppenreuther Jacob Schramm liebt das Tempo beim Skifahren. In der Abfahrt und im Super G geht es für ihn in der Weltrangliste stetig nach oben.Paul-Foto
Der Eppenreuther Jacob Schramm liebt das Tempo beim Skifahren. In der Abfahrt und im Super G geht es für ihn in der Weltrangliste stetig nach oben.Paul-Foto
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Die Skifahrer in Franken warten weiter sehnlichst auf die weiße Pracht. Selbst auf 1000 Metern im Fichtelgebirge ist es noch grün. Dort, am Hempelsberg in Oberwarmensteinach, hat der Frankenwälder Jacob Schramm einst seine ersten Schwünge gezogen. Inzwischen ist er auf den Pisten von Gröden, Santa Catarina oder Axams zu Hause. Im noch jungen Winter 2019 hat der 20-Jährige aus dem Dörfchen Eppenreuth bei Grafengehaig schon 14 FIS-Rennen bestritten und dabei konstant Punkte für die Weltrangliste gesammelt. Nur zwei Mal fiel er aus.

Vier Mal ging er in dieser Saison im Europacup, der 2. Liga des Skirennsports, an den Start. "Meine Leistungen waren okay, aber von den Platzierungen war es noch nicht das, was ich mir gewünscht hätte." Platz 54 beim Super-G in Zinal (Schweiz) als beste Europacup-Platzierung klingt zunächst nicht gerade berauschend - Jacob Schramm ist dennoch nicht unzufrieden: "Ich habe eine gute Grundlage an Punkten gesammelt, so dass ich mich nicht mehr verschlechtern kann. Deshalb kann ich jetzt voll angreifen."

Geduld ist wichtig

Auch wenn er Anfang Januar schon 21 wird - der Frankenwälder weiß, dass man viel Geduld braucht, um sich als fleißiger Punktesammler langsam an die Weltspitze heranzupirschen. Der Traum, es als oberfränkischer "Flachland-Tiroler" wie einst in den Achtzigern Stefan Pistor aus Weißenbrunn in den Weltcup zu schaffen, lebt weiter. Denn gerade in den schnellen Disziplinen, auf die sich Schramm spezialisiert hat, sind junge Burschen in der Weltelite die absolute Ausnahme. "Ich bin immer noch am Lernen, es wird wie erwartet noch ein wenig dauern, bis ich in die Top 30 reinfahren kann. Man braucht einfach viel Erfahrung. Und auch körperlich muss ich noch zulegen, aber das wird schon", sagt Schramm, ein positiv denkender Zeitgenosse.

Seit 2015 lebt der Eppenreuther in den bayerischen Alpen in Berchtesgaden und startet für den SC Bad Aibling. Nach dem Abi am Sportinternat kann er sich als Soldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr voll und ganz aufs Skifahren trainieren.

In der Weltrangliste hat sich Jacob im Super G auf Rang 248 hochgearbeitet, in der Abfahrt ("Da ist die Konkurrenz nicht ganz so groß") liegt er ein bisschen besser auf Platz 235. Um seinen Platz im 1b-Nationalkader zu behalten, muss er aber in einer Disziplin unter die besten 180 kommen. Das sei "zu schaffen", glaubt Jacob Schramm. Die Leistung muss er bis zur Deutschen Meisterschaft am Saisonende erbracht haben. "Dann werden schon die Kader für die nächste Saison geplant."

Sein Fokus liegt auch in dieser Saison, der zweiten nach seinem Kreuzbandriss 2017, auf dem Super G, einem Zwischen-Ding zwischen der Abfahrt ("Da brauche ich aber noch ein paar Kilos") und dem Riesenslalom, den er aber nicht mehr so gerne fährt. Denn bei so einem Lauf riss ihm 2017 das Kreuzband.

Kürzlich standen die Deutschen Junioren-Meisterschaften in der Alpinen Kombination an. Jacob Schramm gewann den Super G mit einer Sekunde Vorsprung, fiel aber im Slalom noch aus den Medaillenrängen (Rang 4). "Ich wäre schon gerne aufs Podest gekommen", sagt der Eppenreuther. Er erklärt: "Zum einen hat die Piste nicht mehr hergegeben, zum anderen habe ich in diesem Winter erst drei Tage Slalom trainiert."

Richtig gequält hat er sich im Sommer unter Anleitung von Physiotherapeut Marcus Hierscbiel, auf den auch Rodel-Olympiasieger Felix Loch schwört. Mit dem positiven Ergebnis, dass er sich "körperlich so fit wie nie fühlt" und "brutal sicher" auf den Skiern steht. "Wir sind von Saisonbeginn an ziemlich schwere Rennen gefahren. Das zahlt sich jetzt aus, denn inzwischen traut man sich einfach mehr zu, brutal gerade aufs Tor zu fahren", sagt Jacob Schramm.

Weihnachten bei den Eltern

Jetzt ist aber erstmal Weihnachtspause, der 20-Jährige schaut ein paar Tage in der Heimat bei den Eltern in Eppenreuth vorbei. Anfang Januar steht dann die nächste Europa-Cup-Abfahrt in Wengen auf dem Programm.

Saisonhöhepunkt ist die Junioren-Weltmeisterschaft in Narvik (Norwegen) vom 5. bis 15. März, wo er seine Abschiedsvorstellung im Jugendbereich gibt. Nächstes Jahr gehts nur noch gegen Männer - und dann vielleicht schon im Weltcup?

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