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Triathlon

Die Brüder Deichsel gehen voran

Neue Organisatoren, neuer Sponsor - in der Geschichte des traditionsreichen Kulmbacher Triathlons wird ein neues Kapitel geschrieben. Die 37. Auflage ist am 30. Juni.
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Benedikt Deichsel (rechts) und sein Bruder Kilian sind die neuen Chef-Organisatoren des traditionsreichen Kulmbacher Triathlons. Foto: Alexander Muck
Benedikt Deichsel (rechts) und sein Bruder Kilian sind die neuen Chef-Organisatoren des traditionsreichen Kulmbacher Triathlons. Foto: Alexander Muck

Trebgast und Triathlon - das hat Tradition. Denn rund um den dortigen Badesee fand 1984 der allererste Ausdauer-Dreikampf im Landkreis Kulmbach statt. Nun sorgen zwei Brüder dafür, dass die lange Geschichte nicht endet. Kilian und Benedikt Deichsel sind die neuen Hauptverantwortlichen der 37. Auflage am Sonntag, 30. Juni. Und noch eine Neuigkeit: Der Wettkampf trägt erstmals den Namen des Netzbetreibers Tennet, bei dem Kilian als Elektro-Ingenieur tätig ist. "Die Kulmbacher Brauerei unterstützt uns zum Glück weiter, ist aber nicht mehr Titelsponsor", erklärt Benedikt Deichsel den Namenswechsel.

Er und sein Bruder Kilian sind selbst aktive Triathleten und starten für den ATS in der Mannschafts-Bayernliga. Beide entstammen der Schwimmabteilung des ATS, die auch weiterhin als Veranstalter auftritt. Doch der bisherige Chef-Organisator hat sich zurückgezogen. Helmut Dorsch aus Altenkunstadt, der auch den Baur-Triathlon (heuer am Pfingstsonntag, 9. Juni) organisiert, hatte dem ATS nach dem plötzlichen Tod des langjährigen Triathlon-Machers Wolfgang Pirl 2011 seine Hilfe angeboten und seit 2012 den Kulmbacher Triathlon sieben Mal organisiert. "Helmut schafft es einfach zeitlich nicht mehr", zeigt Benedikt Deichsel Verständnis. Er und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Kilian (32) sprangen in die Bresche. "Denn es wäre doch schade, wenn so eine traditionsreiche Veranstaltung einschlafen würde", sagt Benedikt Deichsel, der als Lehrer für Mathe und Sport am Caspar-Vischer-Gymnasium tätig ist, sich derzeit aber in Elternzeit befindet.

Die Deichsel-Brüder hoffen, dass auch heuer wieder um die 300 Teilnehmer kommen. Nach dem Schwimmen spielen sich auch das Radfahren und das abschließende Laufen im Trebgaster Raum ab.

Erstmals Firmen-Meisterschaft

Zwar werden auch in diesem Jahr Liga-Wettkämpfe durchgeführt, doch wollen die Deichsel-Brüder verstärkt auch Hobbysportler aus der Region ansprechen. So wird 2019 erstmals eine Firmen-Staffel angeboten, bei der der Nordbayerische Meister gesucht wird.

Auch neu: Es gibt eine ganz kurze Distanz über 200 Meter Schwimmen, 10 Radfahren und 1,8 Kilometer Laufen. "So können auch Einsteiger und Schüler ab zwölf Jahren einmal Wettkampfluft schnuppern", sagt Benedikt Deichsel.

Informationen über alle angebotenen Strecken gibt es im Internet unter www.tennetpowertriathlon.eu. Dort sind auch schon Anmeldungen möglich.

"Schwerpunkt hat sich nicht verändert"

Nicht nur der Bayerische Fußball-Verband, sondern auch viele Sportveranstaltungen im Raum Kulmbach werden von der Kulmbacher Brauerei unterstützt. Die längste Tradition hat das Radrennen des ATS Kulmbach. Erstmals 1961 wurde um den von der damaligen Reichelbräu gestifteten Edelherb-Cup (heute Großer Preis der Kulmbacher Brauerei) gefahren. 1969 riefen die ATS-Schwimmer um Toni Eschenbacher den EKU-Cup (heute Kapuziner-Alkoholfrei-Cup) ins Leben, Bayerns erstes Senioren-Schwimmfest. Und die Mönchshof verlieh jahrelang dem Kulmbacher Triathlon (Iron-Mönch, Mönchshof-Triathlon) ihren Namen. Auch hier trat die Kulmbacher Brauerei bisher immer als Titel-Sponsor (Kapuziner-Alkoholfrei-Triathlon) in Erscheinung.

Die Pressesprecherin der Kulmbacher Brauerei, Natalia Balacka, zerstreut im Interview Befürchtungen, dass die Kulmbacher Brauerei ihre Unterstützung der Sportvereine reduzieren wird.

Ist es richtig, dass die Kulmbacher Brauerei eine neue Strategie fährt und das Sponsoring kleinerer lokaler Veranstaltungen, gerade im Sport, reduziert?

Natalia Balacka: Wie kommen Sie darauf? Wie seit Jahren engagieren wir uns auch zukünftig aus vollem Herzen im Bereich des Breitensports.

Die Kulmbacher Brauerei ist als Namenssponsor des Kulmbacher Triathlon ausgestiegen. Müssen sich auch die anderen Veranstalter wie die Schwimmer oder Radsportler des ATS, der ASV Triathlon Kulmbach mit seinem Kessellauf oder die Lauf-Gemeinschaft Ludwigschorgast neue Namensgeber suchen?

Nein. Durch unseren Verzicht auf das Namenssponsoring haben wir - in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen vom ATS - den Weg freigemacht, die Veranstaltung auf eine breitere Sponsorenbasis setzen zu können. Wir sind nach wie vor als Sponsor-Partner bei dieser Veranstaltung tätig.

Plant die Kulmbacher Brauerei im Gegenzug, das Sport-Sponsoring auf überregionaler Bühne wie etwa beim 1. FC Nürnberg auszubauen?

An unserem Schwerpunkt Breitensport hat sich nichts verändert. Wir unterstützen seit vielen Jahren rund 300 Vereine aus der Region.



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