Kulmbach
Fußball

Derby zum Auftakt: TSV 08 erwartet ATS

Das Kulmbacher Stadtderby TSV 08 - ATS Kulmbach ist das Eröffnungsspiel der neuen Kreisliga-Saison. Beim ATS wehrt man sich gegen üble Gerüchte.
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Keine Chance hatte der ATS Kulmbach am vergangenen Wochenende im Testspiel gegen den Landesligisten TSV Neudrossenfeld, mit dessen Reserve man sich künftig in der Kreisliga misst. Beim Guttenberger Sportfest hieß es am Ende 7:1 für den TSV. Hier will ATS-Routinier Florian Hohla (rechts) den Neudrossenfelder Sascha Engelhardt stoppen. Foto: Alexander Muck
Keine Chance hatte der ATS Kulmbach am vergangenen Wochenende im Testspiel gegen den Landesligisten TSV Neudrossenfeld, mit dessen Reserve man sich künftig in der Kreisliga misst. Beim Guttenberger Sportfest hieß es am Ende 7:1 für den TSV. Hier will ATS-Routinier Florian Hohla (rechts) den Neudrossenfelder Sascha Engelhardt stoppen. Foto: Alexander Muck
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Die Kulmbacher Fußball-Fans dürfen sich auf einen Leckerbissen freuen. Denn die neue Saison der Kreisliga Bayreuth/Kulmbach wird am Freitag, 19. Juli, mit dem Stadtderby zwischen dem Aufsteiger TSV 08 und dem Absteiger ATS Kulmbach eröffnet. Damit entsprach die Kreisspielleitung dem Wunsch der Nullachter.

Doch kann der ATS überhaupt noch eine Mannschaft stellen? Muss der einstige Bayernligist zum dritten Mal nach 2004 und 2007 seine Mannschaft mangels Personal vom Spielbetrieb abmelden? Die wildesten Gerüchte machten in der Kulmbacher Fußballszene die Runde, nachdem der ATS durch die 0:1-Niederlage im Relegationsspiel gegen den SV Mistelgau nach fünf Saisons aus der Bezirksliga Ost abgestiegen war.

Allen Unkenrufen zum Trotz - es geht weiter. Sven Schelhorn tritt allen Spekulationen entschieden entgegen, "dass es bei uns wieder mal den Bach runter geht". Der Kassier der Fußballabteilung sagt: "Der Abstieg war natürlich ein Desaster und überflüssig wie ein Kropf. Und der Auftritt im Relegationsspiel war blutleer. Aber wir haben den Totalausverkauf abwenden können und weiterhin eine Mannschaft mit Erfahrung und Qualität, die für die Kreisliga gut genug sein sollte."

Aufbruchstimmung beim ATS

Statt Enttäuschung herrsche an der Alten Forstlahmer Straße wieder Aufbruchstimmung. "Es läuft bei uns im Verein, das kann man auch am Platz sehen, der ist tip-top hergerichtet", so Schelhorn.

Auch wenn der im Winter für Ralf-Werner Ohnemüller geholte Spielertrainer Ingo Walther den Abstieg nicht mehr verhindern konnte, setzt der ATS auch weiterhin auf den Ex-Profi. "Wenn es einer kann, dann er. Das hat Ingo ja schon einmal bewiesen", sagt Schelhorn und erinnert an den Durchmarsch unter der Regie des 49-jährigen Sachsen zwischen 2013 und 14 von der Kreisklasse in die Bezirksliga.

Im ersten Testspiel bekam der ATS allerdings gleich unter die Räder. 1:7 hieß es beim Guttenberger Sportfest gegen den Landesligisten TSV Neudrossenfeld. "Mit so einer Mannschaft brauchen wir uns derzeit aber natürlich nicht zu vergleichen", relativiert Sven Schelhorn das Debakel. Zwei Tage später musste sich der ATS gegen den Kreisklassisten TSV Donndorf nach einer 2:0-Führung noch mit einem 2:2 begnügen.

Sven Schelhorn selbst hat schon einmal ein Eröffnungsspiel gegen den Stadtrivalen TSV 08 bestritten. "Das war damals in der Kreisklasse, da war die Hütte voll", erinnert sich der langjährige ATS-Spieler. Deswegen freut er sich auf das Derby: "Für so ein Spiel ist man doch Fußballer."

Fünf Abgänge

Fünf Abgänge hat der ATS zu verzeichnen. Jan Buchta (SSV Kasendorf), Lorenz Röthlingshofer (Selbitz), Niklas Zeidler (TSV Neudrossenfeld), Nico do Adro (SV Friesen) und Torwart Dominic Schuberth (SCW Obermain) haben den Absteiger verlassen. ATS-Coach Ingo Walther hat Verständnis, "dass einige weiter höherklassig spielen wollen". Doch es gibt auch Neuzugänge. Neben den Torhütern Maximilian Werner-Hentrich (TFC Bayreuth) und Jan Gäbelein sowie Stürmer Dominik Bauer (beide TSV Melkendorf) freut man sich beim ATS auf die Rückkehrer Christos Lekkas (SG Roth-Main) und Manuel Schatz (FSV Bayreuth). "Wir haben jetzt 18 Spieler, sind aber noch an weiteren dran", sagt Walther, der zudem auf die Rückkehr zweier Langzeitverletzter hofft. Neben Danijel Parenta rechnet Walther fest mit dem Comeback seines Kapitäns Florian Böhmer nach der Winterpause - selbst nach dem dritten Kreuzbandriss: "Ich denke, dass er noch brennt und zu jung zum Aufhören ist."

Auch Walther war vom Aufritt seiner Truppe im Relegationsspiel gegen den SV Mistelgau arg enttäuscht. "Wir haben es nicht verstanden, die Bereitschaft aufzubringen, die wir in der Rückrunde gezeigt haben", sagt Walther. Der ATS-Coach hofft, in der Kreisliga vorne mitspielen zu können. Als Spieler möchte er nur noch bei personellen Problemen eingreifen müssen. "Mit 49 Jahren muss ich mir nichts mehr beweisen."

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