Wunsiedel
Fußball

Bezirkstagswahl: Chance für Neuanfang

Die Kampfkandidatur beim Bezirkstag in Wunsiedel blieb aus: Thomas Unger ist nun offiziell gewählter Vorsitzender des oberfränkischen Fußballbezirks.
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Erster Gratulant: BFV-Präsident Rainer Koch (rechts) beglückwünscht Thomas Unger zur Wahl zum oberfränkischen Bezirksvorsitzenden.  Foto: BFV
Erster Gratulant: BFV-Präsident Rainer Koch (rechts) beglückwünscht Thomas Unger zur Wahl zum oberfränkischen Bezirksvorsitzenden. Foto: BFV
Vereine und Verband müssen Geschlossenheit zeigen, gemeinsam will der Bezirk seine Zukunft gestalten - die Protagonisten des oberfränkischen Bezirkstags des Bayerischen Fußballverbands (BFV) beschworen in der Fichtelgebirgshalle in Wunsiedel den Zusammenhalt. Die 176 Delegierten zeigten ihre Zustimmung durch Applaus. Doch viel Applaus erhielt auch ein Redner, der sich kurzfristig zu Wort meldete und Kritik übte.

"Die Basis ist nicht gewillt, alles bedingungslos hinzunehmen", sagte Gerhard Thiem. Wie anderen Delegierten des Kreises Bamberg/Bayreuth/Kulmbach missfiel dem Vorsitzenden des SV Stechendorf (A-Klasse Bamberg 2), dass Thomas Unger nach dem Rücktritt von Karlheinz Bram kurz vor dem Bezirkstag vom BFV-Präsidium zum Bezirksvorsitzenden berufen wurde und so einen Vorsprung gegenüber möglichen anderen Kandidaten erhielt. "Wenn ein Vorsitzender zum 31. Dezember zurücktritt, dann muss dessen Stellvertreter für die acht Wochen bis zur Wahl dessen Aufgaben übernehmen. Das ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Und dann wird am Bezirkstag entschieden, wer Nachfolger wird", sagte Thiem.


Eindeutiges Votum für Unger

Die Entscheidung der Delegierten am Bezirkstag fiel, wie kurz berichtet, eindeutig aus: 156 sprachen sich für Thomas Unger (Konradsreuth) als Vorsitzenden für die kommenden vier Jahre aus, nur zwei gegen ihn. Zudem enthielten sich 18 Wahlberechtigte.

Die von vielen erwartete Kampfkandidatur von Manfred Neumeister war ausgeblieben. Der Vorsitzende des Kreises Bamberg/Bayreuth/Kulmbach hatte sich eine Kandidatur lange Zeit offengehalten, trat dann aber doch nicht gegen Unger an. "Diese Entscheidung ist das Ergebnis der vergangenen Woche", sagte Neumeister. "Manchmal ist es eben besser, die Vernunft siegen zu lassen, als mit dem Kopf durch die Wand gehen zu wollen." Er habe mehrstündige Gespräche mit Thomas Unger geführt und festgestellt, dass es "viele ähnliche Ansichten" gibt. Eine Kampfkandidatur wäre für den Hollfelder deshalb das falsche Signal gewesen: "Der große Verlierer wäre der Fußball in Oberfranken gewesen."

Das sieht auch BFV-Präsident Rainer Koch so. In seiner Rede über die Herausforderungen im Amateurfußball, in der er sich für das Ehrenamt stark machte und getreu dem Wahljahr-Motto "Den Ball ins Netz" vor allem die Werbetrommel für die digitalen Angebote des BFV rührte, ging er auch kurz auf die Situation in Oberfranken ein. Er habe mit Neumeister und Unger gesprochen, sei aber bei der Neubesetzung an der Bezirksspitze nicht neutral und unterstütze Unger. "Im Bezirk ist aber auch die Positionierung des Kreises Bamberg/Bayreuth/Kulmbach wichtig", sagte Koch. "Der größte Kreis darf nicht benachteiligt sein." Zudem sprach er sich dafür aus, Diskussionen intern zu führen und anschließend im Interesse der Vereine nach außen geschlossen aufzutreten.

"Es gibt jetzt einen starken Bezirksvorsitzenden und einen starken Vorsitzenden des Kreises Bamberg/Bayreuth/Kulmbach, die sich gemeinsam für den oberfränkischen Fußball stark machen", ergänzte Neumeister. So sieht der Hollfelder seine Nicht-Kandidatur auch als einen Vertrauensvorschuss für die Bezirksspitze: "Wir haben den Reset-Knopf gedrückt, jetzt muss das Miteinander im Bezirk aber auch gelebt werden." Unger pflichtete ihm bei: "Nun müssen wir gemeinsam alles tun, was den Bezirk nach vorne bringt. Dabei ist es wichtig, die Vereine mitzunehmen."

Vereinsvertreter Gerhard Thiem stimmte die Annäherung von Unger und Neumeister optimistisch. Die Chance für einen Neuanfang und eine "fruchtbare Zusammenarbeit" im Bezirk sei gegeben. Jedoch werden die Vereine die kommenden Entwicklungen "intensiv beobachten". "Die Basis darf nicht übergangen werden", forderte Thiem.


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