Kulmbach
Glosse

Von Rasern und Spaß-Bremsen

Die Weiherer Straße ist schon eine tolle Straße. Bevor dort Anfang der sechziger Jahre die meisten Häuser gebaut wurden und die Straße noch nicht asphaltiert war, vergnügten sich auf ihr die Kinder beim Rodeln, erzählte die Großmutter.
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Symbolbild: Marius Becker/dpa
Symbolbild: Marius Becker/dpa
Heutzutage wäre das lebensgefährlich. Denn weil die Straße von ihrem Beginn bei der ehemaligen Gaststätte Reichenbächer bis zum ehemaligen Hansa-Hotel so wunderbar abschüssig ist, ähnelt sich eher einer Rennstrecke. Tempo 30? Interessiert die wenigsten. Großen Spaß macht es manchen Rennfahrern, den Schwung mitzunehmen und nach dem Abzweig Richtung Friedhof leicht den Boden unter den Rädern zu verlieren.

Am eiligsten haben es die meisten aber vor acht Uhr - Schulbusse inklusive. Nur (Spaß-)Bremsen halten die 30 ein. Oder verantwortungsvolle Autofahrer, denn in der Weiherer Straße laufen zu dieser Zeit enorm viele Schüler auf dem Weg ins Caspar-Vischer-Gymnasium oder in die Pestalozzi-Schule.

Neulich wurde in der Weiherer Straße tatsächlich einmal geblitzt. Wenn auch am frühen Nachmittag, wo wenig los ist. Auf Höhe der Bäckerei "Grünwehrbäck" zielten die Polizisten mit der Laserpistole auf die von oben kommenden Fahrzeuge. Und sie hatten alle Hände voll zu tun.

Natürlich wird seitdem nicht weniger gerast als zuvor. Das Risiko, erwischt zu werden, ist eben viel zu gering. Wie's funktioniert, zeigen unsere Nachbarn in Frankreich. Dort baut man auf solchen Rennstrecken Schwellen in den Boden ein. Da überlegt es sich der Sportwagenfahrer zwei Mal, seine Kiste fliegen zu lassen.
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