Mitunter sind Fußballer gezwungen, sich einem Gegner mit zwölf Mann zu stellen. Dieser berühmte zwölfte Mann kann das Publikum sein, das seine Jungs machtvoll anfeuert, oder der Schiedsrichter, der eine Mannschaft offensichtlich benachteiligt. Dass Naturgewalten den zwölften Mann spielen, hat man eher selten. Neudrossenfeld erlebte es gestern im Fürther Umland beim Aufsteiger ASV Veitsbronn-Siegelsdorf, dass sich eine Orkanböe mit dem Gegner verbündet und den Ball über die Linie drückt.

Neudrossenfeld begann druckvoll und drängte die Platzherren in deren Hälfte zurück. Doch Torchancen blieben Mangelware. Mitte der erste Hälfte verloren die Gäste den Faden, und - wie so oft - der Gegner kam besser ins Spiel. Als das Gewitter noch nicht tobte, fiel aus heiterem Himmel der Führungstreffer des TSV. Taubenreuther schlug einen langen Ball nach vorne über die ASV-Abwehr hinweg.
Diwersi schnappte sich die Kugel und lief allein auf Torhüter Gossler zu, dem er mit einem Lupfer keinen Abwehrmöglichkeit ließ.

Nach der Pause ging ein heftiges Gewitter über dem Veitsbronner Sportplatz nieder. In der ganzen zweiten Hälfte mussten die Neudrossenfelder gegen orkanartige Böen ankämpfen. Gegen den starken Wind kamen sie kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Bei jedem Schuss blieb der Ball in der Luft stehen und kam wieder zurück. Daran, eigene Tormöglichkeiten herauszuspielen, war nicht zu denken.

Nun zum zwölften Mann der Einheimischen. Es gab Eckstoß. Hütter schlug das Spielgerät aufs kurze Eck, und der Ball wurde vom Wind ins Netz gedrückt, ohne dass noch ein Spieler beteiligt war. Neudrossenfelds Torhüter Küfner hatte keine Chance, hier einzugreifen. Gegen Naturgewalten ist man machtlos.

Mit dem Punktgewinn erfüllte Neudrossenfeld die eigene Zielvorgabe, zum Start aus drei Spielen sieben Punkte zu holen. Gästetrainer Peter Schmidt sprach von einem gerechten Ergebnis und attestierte seiner Mannschaft eine geschlossene Leistung. Neben dem Orkan verdienten sich noch Hütter, der im Angriff viele Betrieb machte, und Spielertrainer Kusnyarik auf der Sechser-Position Bestnoten bei Veitsbronn.

ASV Veitsbronn-Siegelsdorf - TSV Neudrossenfeld 1:1 (0:1)

ASV Veitsbronn-Siegsdorf: Gossler - Bitzenbauer (71. Meyer), Kallert, Stutz, Landauer, Kusnyarik, Schillmeier (65. Ulrich), Baumann, Ortloff, Dimper (65. Illauer), Hütter.
TSV Neudrossenfeld: Küfner - Hilla, Zapf, Taubenreuther, Lattermann (5. Moore), Widmaier (71. Brand), Rau (80. Stöcker), Diwersi, Partyka, Lämmert, Pajonk.
Tore: 0:1 Diwersi (36.); 1:1 Hütter (70.). - Zuschauer: 100. - Schiedsrichter: Fenkl (SV Hafenpreppach).