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Kulmbach
Fußball-WM

Nur Neuer ist unumstritten

Der ehemalige Fußball-Profi Armin Eck (FC Bayern München, Hamburger SV) beleuchtet exklusiv für die Bayerische Rundschau die Auftritte der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Brasilien.
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Der Kulmbacher Armin Eck (49) spielte 170 Mal in der Bundesliga und war 1989 mit dem FC Bayern München Deutscher Meister. Foto: Christian Schuberth
Der Kulmbacher Armin Eck (49) spielte 170 Mal in der Bundesliga und war 1989 mit dem FC Bayern München Deutscher Meister. Foto: Christian Schuberth
Also doch, Jogi Löw beugt sich der Meinung ganz Fußball-Deutschlands. Oder er lässt einfach nur Vernunft walten und stellt Philipp Lahm endlich auf seine ihm angestammte Position rechts hinten in die Abwehrkette. Natürlich hat Lahm unter Guardiola in der vergangenen Saison starke Spiele im defensiven Mittelfeld bei Bayern München gemacht, aktuell hilft er der deutschen Mannschaft in der Viererkette aber mehr, vor allem da seine Leistung im Mittelfeld sehr fehlerhaft war. Durch ihn und einen sich endlich auf seine Defensivstärke beschränkenden Benedikt Höwedes waren wir im Viertelfinale gegen Frankreich wieder sehr stabil auf den Außenpositionen gegen die Flügelflitzer Valbuena und Benzema. Da zudem auch Boateng sehr solide wirkte und Mats Hummels eine nahezu überragende Partie in der Innenverteidigung spielte, stand unser Abwehrverbund gegen keineswegs harmlose Franzosen über weite Strecken der Partie sehr sicher.

Und wenn es der Mannschaft von Didier Deschamps doch einmal gelang in aussichtsreiche Schusspositionen zu gelangen, dann hatten wir ja noch Manuel Neuer. Mit einer unfassbar lockeren Ausstrahlung wirkt er manchmal fasst unüberwindbar und macht in diesen Turnier seinem Status als weltbester Torwart alle Ehre. Starke Reflexe auf der Linie, sicher in der Luft, für einen Torhüter eine unglaublich gute Technik und eine perfekte Spieleröffnung, die es uns ermöglicht, in manchen Situationen schnelle Gegenstöße zu starten, zeichnen ihn aus. Neuer ist einfach der komplette Torwart.

Insgesamt waren wir nicht unbedingt die bessere Mannschaft, zogen aber als effizienteres Team zum vierten Mal in Folge ins WM-Halbfinale ein. Ich denke, dass wir gegen Brasilien eine gute Chance haben. Die Südamerikaner waren zwar im Viertelfinale gegen Kolumbien deutlich strukturierter und disziplinierter als in den vorangegangenen Spielen, jedoch wiegt der Ausfall von Thiago Silva (Gelbsperre) und Neymar (Verletzung) enorm. Gerade Neymar, der fast an allen gefährlichen Aktionen beteiligt war, fehlt dem brasilianischen Offensivspiel gewaltig.
Gegen Frankreich sicherte die neue deutsche Stärke nach Standardsituationen den knappen Sieg.

Ich bin gespannt, welche Überraschungen Jogi Löw im Halbfinale gegen den Lokalmatador parat hat. Eins scheint jedenfalls klar: Die wohl einzige Position in der deutschen Aufstellung, die unumstritten ist, ist der Torhüter.
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