Schwabach
Tischfußball

Kulmbacher wird bayerischer Meister im Tischfußball

Der Kulmbacher Oldie Heinz Kießling hat als bayerischer Meister im Herren-Einzel zahlreiche jüngere Konkurrenten aus dem Feld geschlagen.
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Bayerischer Meister im Herren-Einzel: Oldie Heinz Kießling  vom 1. KSC  Kulmbach. Foto: privat
Bayerischer Meister im Herren-Einzel: Oldie Heinz Kießling vom 1. KSC Kulmbach. Foto: privat
Jede Menge Topspieler und -spielerinnen aus dem ganzen Freistaat ermittelten in Schwabach die bayerischen Meister im Tischfußball. Im Herren-Einzel trat Oldie Heinz Kießling vom 1. KSC Kulmbach an und zeigte es den Jungen: Der 53-Jährige, der erst vor kurzem den Weltmeistertitel im Seniorendoppel gewonnen hatte, holte sich den Titel und schlug namhafte Konkurrenz aus dem Feld.

Herr Kießling, nachdem Sie vor kurzem Weltmeister im Seniorendoppel geworden sind, wie bewerten Sie da den bayerischen Meistertitel?
Heinz Kießling: Ich freue mich riesig. Wir Senioren werden doch meist etwas belächelt.
Und leider dürfen wir bei großen Tischfußball-Turnieren nicht an den Herren-Disziplinen teilnehmen - wahrscheinlich, weil die jungen Angst haben, zu verlieren (lacht). Das war bei der bayerischen Meisterschaft anders, und da konnte ich endlich mal Vollgas geben und den Youngsters zeigen, dass wir Senioren noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Denn gerade beim Tischfußball ist Erfahrung sehr wichtig. Dass ich es aber bis ins Finale schaffen würde, hätte ich nicht gedacht.

Sind Sie erstmals bayerischer Meister geworden?
Ja, es ist mein erster Titel. Ich bin zugleich auch der älteste Spieler, der eine bayerische Meisterschaft gewonnen hat.

Wie viele Spieler nahmen im Herren-Einzel teil?
170.

Wie viele Spiele mussten Sie bestreiten?
Bis ins Finale waren es sieben Begegnungen im Modus "Best of five", das heißt mindestens drei bis maximal fünf Spiele je Gegner. Insgesamt habe ich fast 35 Sätze gespielt. Wenn man bedenkt, dass ein Satz im Schnitt vier bis fünf Minuten dauert, waren das rund zweieinhalb Stunden volle Konzentration und Kampf. Denn die Jungen wollten einfach nicht gegen mich verlieren.

War es nur die Erfahrung die zum Sieg führte?
Natürlich nicht, ich glaube, es war einfach mein Tag, denn schon beim Einspielen hatte ich ein Wahnsinnsfeeling. Letztendlich lag es vermutlich an meinen unterschiedlichen Deckungsvarianten und an meiner variablen Schusstechnik. Ich habe einfach alles eingesetzt, was ich kann - und das hat die Gegner ganz schön verwirrt. Außerdem war mein Siegeswille brutal hoch. Ein Gegner hat zu mir gesagt: Du kämpfst wie ein Stier.

Waren Ihre Gegner nur unerfahrene Spieler?
Ganz und gar nicht. Das Herren-Einzel ist die Königsklasse, da nehmen alle Topspieler teil. Mein erster Gegner war gleich Kurt Seisenberger, bayerischer Meister von 2010. Das Spiel ging über fünf Sätze. Anfangs hatte keiner einen Fehlschuss. Erst, als ich meine Deckung änderte, hatte ich Vorteile und siegte im fünften Satz mit 6:4.

In den nächsten beiden Spielen gewann ich jeweils 3:1. Dann kam Elitespieler Nico Voigt, Nationalspieler, aktueller Ranglistenplatz 20 und mehrfacher deutscher Meister. Für die Zuschauer war es eine Schlacht. Am Schluss war er völlig entnervt von meiner effektiven Defensive. Es hat ihn total genervt, weil er nichts traf. Ich dagegen aber schon. So gewann ich mit 3:1 Sätzen auch für mich überraschend deutlich. Die nächsten drei Spiele gingen erneut mit 3:2, 3:0 und 3:1 an mich - und ich war im Finale. Dort traf ich erneut auf Richard Füssel, den ich schon in der Vorrunde mit 3:1 besiegt hatte. Er hatte erneut keine Chance. So war mir der Titel nicht mehr zu nehmen, und ich habe mir die Qualifika tion für die deutsche Meisterschaft gesichert.

Was sind Ihre nächsten Ziele?
Deutscher Meister zu werden und dadurch die Qualifikation für die Multitable-WM in Nantes in Frankreich) zu erreichen.

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