Kulmbach
Basketball

Kulmbacher Basketballerin Luisa Hofmann jubelt über DM-Bronze

Die 16-jährige Basketballerin Luisa Hofmann aus Kulmbach belegt mit der DJK Brose Bamberg bei der "Deutschen" Rang 3.
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Die Kulmbacherin Luisa Hofmann (Mitte) klatscht mit ihren Mannschaftskameradinnen der DJK Brose Bamberg nach dem Gewinn der DM-Bronzemedaille ab. Foto: Sebastian Gut
Die Kulmbacherin Luisa Hofmann (Mitte) klatscht mit ihren Mannschaftskameradinnen der DJK Brose Bamberg nach dem Gewinn der DM-Bronzemedaille ab. Foto: Sebastian Gut
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Die Nachwuchs-Basketballerinnen der DJK Brose Bamberg kämpfen bei der Deutschen Meisterschaft gegen die TuS Lichterfelde bei Berlin um Bronze. Gerade mal 4:36 Minuten stehen auf der Uhr, da verletzt sich mit Spielmacherin Magdalena Landwehr eine ihrer Besten. Wohl dem, der eine Luisa Hofmann auf der Bank hat. Die Kulmbacherin ist sofort hellwach, liefert eine couragierte Leistung ab, erzielt vier Punkte und ist maßgeblich am Gewinn der Bronzemedaille ihrer DJK Brose Bamberg beteiligt - der bislang größte Erfolg einer Mädchenmannschaft aus Oberfranken.

Als die Bambergerinnen vor 600 Zuschauern in Wolfenbüttel die Bronzemedaille umgehängt bekommen, ist die Enttäuschung über die 40:52-Halbfinalniederlage gegen den Gastgeber und Titelverteidiger Girls Baskets Braunschweig-Wolfenbüttel schon wieder vergessen. "Natürlich wollten wir ins Finale kommen, die Chance war auch da. Trotzdem freuen wir uns alle riesig, dass wir jetzt Dritter geworden sind und so für die gute mannschaftliche Entwicklung der letzten Monate belohnt wurden", sagt Luisa Hofmann.

Das Verpassen des Finales liegt vor allem an einer überaus schwachen Wurfquote der Bambergerinnen im Halbfinale. Von 19 Dreier-Versuchen geht nämlich nur einer durch die Reuse. Die Mädchen aus Niedersachsen haben schon Mitte des dritten Viertels einen klaren 41:18-Vorsprung herausgeworfen, als Bambergs Trainer Ulf Schabacker erstmals Luisa Hofmann aufs Parkett lässt. Plötzlich läuft es bei den Bambergerinnen deutlich besser. Während ihrer Einsatzzeit holt die DJK Brose 13 Punkte auf. Doch am Ende lassen sich die Einheimischen die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Die Kulmbacherin ist aber dennoch stolz auf die Leistung ihres Teams: "Wir haben unser Möglichstes versucht und gegen eine deutlich größere Mannschaft sogar das Reboundduell gewonnen. Aber wir haben einfach zu schlecht getroffen."


Tolle Atmosphäre

Im Finale schlägt Wolfenbüttel die TS Jahn München mit 58:50 und verteidigt damit seinen Titel. Die Münchnerinnen hatten im Halbfinale Lichterfelde knapp mit 59:56 bezwungen.
Luisa Hofmann und ihre Eltern sind vor allem von der Atmosphäre in Wolfenbüttel begeistert. Die 16-Jährige Kulmbacherin schwärmt: "Die Stimmung war super. Schon allein die Teilnahme an der Deutsche Meisterschaft war eine schöne Belohnung für die Mühen einer intensiven Saison."

DJK Brose Bamberg: Hartmann (13 Punkte gegen Braunschweig-Wolfenbüttel/11 gegen Lichterfelde), Förner (8/12), Landwehr (11/0), Siebert (2/6), Kühhorn (2/5), Barth (4/2), Hering (0/4), Hofmann (0/4), Edelmann, Kapp, Kaufmann, Richter, Schwital, Spiegel, Weinkauf.


Schule, Straße, Basketball

Es ist ein Riesenaufwand, den Luisa Hofmann und ihre Eltern derzeit betreiben. Bis zu fünf Mal pro Woche - drei Mal zum Training, zwei Mal zu Spielen - chauffieren Vater Dieter oder Mutter Petra ihre Tochter in die Domstadt und zurück. Da kommen pro Woche schon mal an die 700 Kilometer auf der Straße zusammen. Und ihr Hobby muss die angehende Abiturientin (2018) auch noch mit ihren schulischen Aufgaben in Einklang bringen.
Sportlich angefangen hat Luisa mit Tennis. Noch heute ist sie Nummer 1 der Juniorinnen des TC Rot-Weiß. "An diesem Wochenende geht die Saison los, aber ich habe heuer noch keinen Schläger in der Hand gehabt...", sagt die 16-Jährige. Auch Fußball hat sie mal gespielt, dann aber mit zehn Jahren bei den Basketballern des ATS angefangen. Irgendwann fiel die großgewachsene Kulmbacherin einem Bamberger Mädchentrainer auf. Nach fünf Sichtungslehrgängen blieb von etwa 50 etwa ein gutes Dutzend übrig - Luisa Hofmann war dabei. 2014 durfte die Kulmbacherin erstmals das Trikot der U15 der DJK Brose Bamberg in der Bayernliga tragen. Seit 2015 spielt sie in der U17-Bundesliga (WNBL). Diese ist in vier Staffeln aufgeteilt. Die Bambergerinnen schafften in dieser Saison als Vizemeister hinter München erstmals nach fünf Jahren wieder den Einzug ins Finalturnier der besten Vier um die Deutsche Meisterschaft.

In den 18 Punktspielen zuvor kam Luisa zumeist von der Bank, stehen doch in der Stamm-Fünf gleich vier National- und eine Bayernauswahlspielerin. Ihre Spielpraxis holte sich die Kulmbacherin bei der blutjungen Damenmannschaft der DJK Don Bosco Bamberg, mit der sie gegen zumeist Erwachsenenteams Platz 5 in der Bayernliga belegte.

Ein Traum wäre für die Kulmbacherin, einmal den Sprung in die Damen-Mannschaft der DJK Brose zu schaffen, die gerade die Rückkehr in die Bundesliga knapp verpasst hat. "Das wird aber sehr schwer", weiß Luisa, die allerdings einen wahrlich "großen" Vorteil mitbringt. "Spielerinnen ihrer Größe werden beim Basketball immer gebraucht", weiß ihr Vater Dieter.


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