Hutschdorf
Fußball-A-Klasse 6 Kulmbach

Hitziges Derby in Hutschdorf

So hatte sich die SpVgg Wonsees (10.) das Derby in der Fußball-A-Klasse 6 Kulmbach sicherlich nicht vorgestellt. Die Wonseeser gingen trotz Überzahl mit 0:5 beim SV Hutschdorf (5.) unter, der den vierten Sieg in Folge feierte.
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Viele Zweikämpfe prägten das Derby wie hier Sven Bernard (rechts) gegen Johannes Höhn. Fotos: Monika Limmer
Viele Zweikämpfe prägten das Derby wie hier Sven Bernard (rechts) gegen Johannes Höhn. Fotos: Monika Limmer
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Das Debakel aus Wonseeser Sicht begann bereits in der 10. Minute. Abstimmungsproblemen in der SpVgg-Abwehr nutzte Uwe Heisinger eiskalt zum 1:0 aus. In der 20. Minute wurde der engagierte Hutschdorfer Kapitän erneut belohnt. Nach einem kapitalen Abspielfehler eines Wonseeser Abwehrspielers flankte Schneider, und Heisinger köpfte zum 2:0 ein.
Erst nach der Pause nahm das Derby wieder Fahrt auf. In der 52. Minute foulte der Wonseeser Spielertrainer Löwlein den Hutschdorfer Verteidiger Schaller. Der junge SV-Akteur revanchierte sich mit einem Schubser. Danach kam es zu einer Rudelbildung. Schiedsrichter Leicht stellte Löwlein wegen des Foulspiels und die beiden jungen Hutschdorfer Innenverteidiger Pfeiffer und Schaller wegen Tätlichkeiten vom Platz.


Trotz Überzahl keine Chance

Doch trotz der Überzahl kamen die Gäste zu keinen nennenswerten Torchancen.
Im Gegenteil, die Hutschdorfer legten mit neun Mann erst so richtig los. Kornitzky sorgte in der 75. Minute mit einem Kopfball nach einer Ecke von Klaus für die Entscheidung. Denk per schönem Sololauf (85.) und Knörrer im Zusammenspiel mit Schneider (88.) stellten den auch in der Höhe verdienten Endstand her.
Gästetrainer Frank Löwlein sagte: ,,Natürlich bin ich unzufrieden. Von den fünf Gegentoren haben wir uns ja vier fast selber reingehauen. Wenn wir dann in Überzahl so gut wie keine Torchance herausspielen, ist das einfach zu wenig."
Zufrieden zeigte sich der Hutschdorfer Spielertrainer Sven Zink: ,,Wir haben in Unterzahl noch drei Tore geschossen, das war natürlich ein verdienter Sieg." Die beiden Platzverweise trübten aber seine Freude. "Sie waren berechtigt. Da dürfen wir uns nicht provozieren lassen. Jetzt fehlen gegen Melkendorf unsere beiden Innenverteidiger."


SV Hutschdorf -
SpVgg Wonsees 5:0 (2:0)
Hutschdorf: Ulbrich - Sandler, Schaller, Pfeiffer, Bernard, Denk, Heisinger, Knörrer, Klaus, Sack, Schneider; eingewechselt: Kornitzky, Töpfer, Steffen.
SpVgg Wonsees: Retsch - T.Wölfel, Schwarzott Höhn, Heinze, Schütz, Kastl, Harz, S. Wölfel, Täuber, Fischer; eingewechselt: Lauterbach, F. Löwlein, D. Löwlein.
Tore: 1:0 und 2:0 Heisinger (10. und 20.); 3:0 Kornitzky (75.); 4:0 Denk (85.); 5:0 Knörrer (88.). - Schiedsrichter: Leicht (Staffelstein). - Rote Karte: Schaller (52.), Pfeiffer (52.)/Löwlein (52.). - Zuschauer: 70.


Sportheim wird 2017 fertig

Der SV Hutschdorf wird spätestens in zwei Jahren sein neues Sportheim beziehen. Denn der 31. Dezember 2017 ist der letzte Tag, an dem der Verein die Umkleiden im Gasthaus ,,Schütz" nutzen kann. Der Vermieter benötigt nämlich die Räumlichkeiten selbst. SV-Vorsitzender Stefan Wunderlich sagt: ,,Spätestens zu diesem Datum soll unser neues Vereinsheim direkt neben dem Sportplatz fertig sein. Wahrscheinlich wird das sogar früher der Fall sein."
Die Planungen stehen. "Der Flachbau soll 27 auf 13 Meter groß werden. Der Finanzplan steht soweit und ist realisierbar. Der Beginn der Bauarbeiten soll noch im ersten Quartal 2016 erfolgen", verrät Wunderlich.


Das kürzeste Auswärtsspiel

Für die Wonseeser war das Derby in Hutschdorf eine willkommene Abwechslung. ,,Nur" etwa 14 Kilometer trennen die beiden Orte, was für die SpVgg im Vergleich zu den anderen Auswärtsfahrten in der A-Klasse 6 noch kurz ist. Bei den Partien im Oberland wie in Neuensorg, Marktleugast oder Marienweiher müssen die Wonseeser fast 40 Kilometer fahren. Doch eine Lösung des Problems kennt auch SpVgg-Trainer Frank Löwlein nicht: ,,Wir sind halt einfach Randgebiet. Ob wir jetzt in die Kulmbacher oder die Bayreuther Richtung spielen ist eigentlich egal. Das nimmt sich von den Kilometern her nichts."


Pendler zwischen den Ligen

Seit Jahren pendeln die Wonseeser nun schon zwischen den überwiegend mit Kulmbacher oder Bayreuther Mannschaften besetzten Ligen, weshalb es auch kaum Derbys für die SpVgg gibt. Eine Ausnahme war die Saison 2011/2012, wie sich Löwlein erinnert. ,,Da waren wir in eine Art Jura-A-Klasse eingeteilt. Das war einfach geil! Da spielten wir gegen Mannschaften wie Neuhaus oder Krögelstein und hatten fast nur Derbys. 200 Zuschauer waren da keine Seltenheit", schwärmt der Wonseeser Trainer.

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