Eppenreuth
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Frankenwälder Jacob Schramm kassiert Lob vom Bundestrainer

Der 18-jährige Skirennfahrer Jacob Schramm aus Eppenreuth meistert seine Europacup-Premiere und gewinnt die dritte DM-Medaille.
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Jacob Schramm hat zum dritten Mal eine Medaille bei der Deutschen Meisterschaft gewonnen. Foto: Paul-Foto
Jacob Schramm hat zum dritten Mal eine Medaille bei der Deutschen Meisterschaft gewonnen. Foto: Paul-Foto
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Über fünf Sekunden Rückstand auf den Sieger klingt viel - ist es aber nicht. Zumindest nicht für einen wie Jacob Schramm. Ungeachtet der Zeiten zieht der junge Skirennfahrer aus dem Frankenwald nach seinen ersten Europacup-Rennen in Meribel (Frankreich) ein positives Resümee. "Ich bin sehr zufrieden, und die Trainer waren es auch", sagt der erst Anfang des Jahres volljährig gewordene Bursche aus Eppenreuth bei Grafengehaig, der inzwischen das Ski-Internat Berchtesgaden besucht.

B-Kader-Bundestrainer Stephan Kurz, einst Trainer von Katja Seizinger, kann das unterschreiben: "Wir waren mit Jacob sehr zufrieden, er hat Courage. Ob er eine oder zehn Sekunde Rückstand hat, ist mir wurscht. Wichtig ist, dass er gut fährt, und das ist Jacob." Im Übrigen hätten auch heutige Weltcup-Fahrer wie Andreas Sander oder Josef Ferstl in diesem Alter noch hohen Rückstand gehabt. "Das ist völlig normal", sagt Kurz.
Schließlich warten in der 2. Liga des internationalen Ski-Zirkus andere Herausforderungen als als bei den drittklassigen FIS-Rennen, die Jacob normalerweise fährt. "Man muss sich einmal an die höhere Geschwindigkeit gewöhnen", sagt Schramm. Vor allem die Geländeübergänge seien noch einmal eine andere Nummer. "Da braucht man Erfahrung und Mut, um sie mit maximalem Tempo zu nehmen", so der 18-Jährige.


40 Tore, 700 Höhenmeter

Zum Abschluss standen in Frankreich zwei Abfahrten auf der Weltcup-Piste von Meribel auf dem Programm, mitten im riesigen Skigebiet der "Drei Täler" gelegen. Auf die Rennfahrer warteten zwei anspruchsvolle Läufe. Nach dem Start auf etwa 2100 Metern Höhe waren jeweils 40 Tore und 712 Höhenmeter zu absolvieren. "Das war schon lang, aber ich habe mich im Steilen ganz gut geschlagen", sagt Jacob Schramm. Das erste Rennen gewann der Österreicher Johannes Kröll, der schon zwei Mal im Weltcup unter den besten 16 gelandet war. Jacob Schramm hatte im Ziel 5:77 Sekunden Rückstand auf ihn und belegte unter 78 gewerteten Läufern Rang 70.

Der zweite Lauf war auf Grund schlechter Sicht von vielen Ausfällen geprägt. 24 Läufer schieden aus. Jacob platzierte sich unter den 60 Fahrern, die ankamen, auf Rang 47. Der Frankenwälder benötigte für den anspruchsvollen Kurs 1:44:70 Minuten und hatte 5:61 Sekunden Rückstand auf den Sieger Gilles Roulin aus der Schweiz. Dritter wurde Werner Heel aus Südtirol, immerhin Vierter im Super G der Olympischen Spiele 2010 in Vancouver.

Die Zeiten waren aber für Jacob nur Nebensache. Erfahrung sammeln lautete das Motto. Jacob weiß auch, wo er die Sekunden im Schnee verloren hat. "Das meiste lasse ich im Flachen liegen, weil mir da noch die Erfahrung und auch die Körpermasse fehlen. Außerdem haben die Europacup-Fahrer ein ganz anderes Material, brutal gute Ski." Und ein weiteres Handicap gibt es: Als Novize muss sich der Frankenwälder natürlich noch hinten anstellen. Klar, dass Top-Zeiten utopisch sind, wenn vor einem schon 70 oder 80 Fahrer über die Piste gerumpelt sind.


DM-Bronze am Oberjoch

Nach nur einem Tag Pause stand Jacob Schramm schon wieder in Oberjoch im Allgäu im Starthäuschen. Im Rahmen eines FIS-Rennens wurden die Deutschen Jugend-Meister im Riesenslalom gesucht. Auf "brutal eisiger Piste" (O-Ton Schramm) fuhr Jacob im ersten Durchgang auf Rang 5. Doch mit der zweitbesten Laufzeit im Finallauf schaffte er noch den Sprung aufs Podest und holte sich hinter Sieger Marvin Hiemer und Ole Schmetzer die Bronzemedaille in der U18. Es war bereits Jacobs dritte DM-Medaille binnen einen Jahres. "Dafür, dass ich vom Europacup noch etwas müde war und schon lange kein Riesenslalom-Rennen gefahren bin, war ich sehr zufrieden", sagt der Frankenwälder.

Vom Allgäu gings gleich weiter nach Oberbayern, wo in Garmisch-Partenkirchen zwei weitere FIS-Rennen, jeweils Kombinationen aus Super G und Slalom, auf dem Programm standen. "Es sind viele ausgeschieden, aber ich bin sicher runtergekommen", berichtet Jacob, der in der ersten Kombi die zweitschnellste Super-G-Zeit fuhr und am Ende Bester seiner Altersklasse U18 war. In der Gesamtwertung belegte er die Plätze 22 und 21 und sammelte wichtige Zähler für die FIS-Rangliste, um bald bessere Startplätze zu bekommen.
Fiel Jacob in der vergangenen Saison oft aus, so punktet er inzwischen viel konstanter. "Es läuft heuer ganz gut, ich bin stabiler geworden", sagt der 18-Jährige. In der Jugend-Weltrangliste liegt er unter den besten Zehn. Nächstes Ziel sind die Deutschen Jugendmeisterschaften im Super G und in der Abfahrt. Weitere DM-Medaillen nicht ausgeschlossen.
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