Eppenreuth
Ski Alpin

Frankenwälder Jacob Schramm ist Deutscher Vizemeister

Jacob Schramm aus Eppenreuth (Gemeinde Grafengehaig) wurde erneut Deutscher Vizemeister im Ski Alpin.
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Nächster rgroßer Erfolg für den Frankenwälder jacob Schramm: Er ist zum zweiten Mal Deutscher Vizemeister geworden. Foto: Paul-Foto
Nächster rgroßer Erfolg für den Frankenwälder jacob Schramm: Er ist zum zweiten Mal Deutscher Vizemeister geworden. Foto: Paul-Foto
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Ein Frankenwälder im Ski-Weltcup? Noch ist es nicht ganz so weit, aber Jacob Schramm kommt diesem Ziel immer näher. Denn nun steht der Eppenreuther (Gemeinde Grafengehaig) auf dem Sprung in den Europacup, der zweiten Liga des internationalen Ski-Zirkusses.

Die Nominierung für das Europacup-Rennen Ende Januar im französischen Meribel (23. bis 27.januar) durch den zuständigen DSV-Trainer Stephan Kurz, dem früheren Chef der deutschen Abfahrerinnen, steht zwar noch aus. Jacob hat aber gerade ein Empfehlungsschreiben aus dem österreichischen Hochzillertal mitgebracht. In Kaltenbach holte sich der 17-Jährige Eppenreuther bei der Deutschen Meisterschaft der Altersklasse U18 in der Alpinen Kombination (Super G/Slalom) die Silbermedaille. Es war schon sein zweiter Deutscher Vizetitel. Ende März hatte Jacob in Garmisch-Partenkirchen Silber im Abfahrtslauf der U18 gewonnen.

Die Saison läuft richtig gut für den Frankenwälder, ganz anders als der - bis auf die DM-Silbermedaille - zumeist enttäuschende Winter 2015/16. Der Wechsel vor einem Jahr ans Skigymnasium in Berchtesgaden scheint sich erst jetzt so richtig auszuzahlen. Jacob besucht in Berchtesgaden die 11. Klasse und hat die alpinen Skigebiete vor der Haustür. Dort kann der "Flachland-Tiroler" natürlich ganz anders trainieren als etwa im Fichtelgebirge, wo sein Vater Harald dem fünfjährigen Jacob am Hempelsberg die ersten Slalomstangen gesteckt hat. Und der Knirps zeigte schon damals ein außergewöhnliches Gespür für die beiden Bretter, die für ihn heute die Welt bedeuten.


Nummer 1 in der Abfahrt

Jetzt, zwölf Jahre später, gehört Jacob Schramm zu den weltbesten Skifahrern seines Alters. In der Jahrgangswertung 1999 liegt er in der Abfahrts-Weltrangliste auf Rang 5, in Deutschland ist er sogar die Nummer 1. Auch im Super G fährt der Frankenwälder vorne mit, liegt hier auf Rang 5 in Deutschland.

Und der Rückstand zu den schnellsten Männern wird immer geringer. "Ich durfte in letzter Zeit schon mit den B-Kader-Athleten mittrainieren", sagt Jacob Schramm. "Am Anfang fuhr ich noch 2,5 Sekunden hinterher, jetzt vielleicht nur noch eine bis eineinhalb."

Da zahlt sich das verstärkte Konditionstraining in diesem Sommer aus. "Ich war in der Vorbereitung auch viel mehr Skifahren als in den Jahren zuvor, unter anderem eine Woche in Zermatt. Ich bin dadurch in allen Disziplinen viel stabiler geworden", erzählt Jacob Schramm, als wir ihn auf dem Heimweg zum Weihnachtsurlaub bei den Eltern in Eppenreuth am Telefon erwischen.

Schon der Saisonstart ist viel besser gelaufen als vor einem Jahr. Jacob will sich zunächst einmal für die Ranglisten "eine gute Punktebasis aufbauen", um nach dieser Wintersaison endlich das zu schaffen, was ihm nach der abgelaufenen verwehrt geblieben ist - die Aufnahme in den Leistungskader C des Deutschen Skiverbandes. "Dazu hat es zuletzt leider nicht ganz gereicht", sagt Jacob, der aber immerhin im Bayerischen Landeskader gefördert wird, ebenso wie weitere sieben Schüler aus Berchtesgaden. Insgesamt umfasst der bayerische Kader 14 Nachwuchstalente. Trainiert wurde in diesem Winter schon in Hintertux, in Sölden, im Kaunertal oder am Stilfserjoch.


Jacob ist noch Allrounder

Noch hat sich der Oberfranke nicht auf die technischen oder schnellen Disziplinen festgelegt. "Ich bin noch Allrounder, wobei meine Tendenz schon zum Speedbereich geht", verrät der 17-Jährige. Diese Präferenz zeigte sich auch bei der Deutschen Meisterschaft in Kaltenbach.

Da war Jacob Schramm im Super G Schnellster mit 0,06 Sekunden vor Roman Frost (Bayer Leverkusen). Doch im entscheidenden Slalom fiel er noch auf den Silberrang zurück: "Da hatte ich einige Fehler. Im Slalom bin ich heuer noch nicht so sicher", erklärt der Eppenreuther, der aber mit Platz 2 dennoch "sehr zufrieden" war. Dritter wurde mit Jonas Stockinger ein weiterer langjähriger Konkurrent von Schramm.

Nach den Feiertagen geht es für Jacob, der für den SC Bad Aibling startet, das Training weiter. "Ich schaue, dass ich mich in den technischen Disziplinen noch einmal verbessere." Ende Januar kämpft er in Bischofswiesen um den nächsten Deutschen Meistertitel, dann im Super G. Zuvor aber steht ja noch das Europacup-Rennen in Frankreich an - wahrscheinlich mit der großen oberfränkischen Skihoffnung am Start. Die 2. Liga des Skisports als Zwischenstation? "Bis zum Weltcup dauert es schon noch einige Zeit", lacht Jacob Schramm. "Da muss ich noch viel kräftiger und abgezockter werden."

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