Neudrossenfeld
Hallenfußball

Favorit Neudrossenfeld bleibt ohne Niederlage

Der Landesligist hat nur im Viertelfinale gegen Thurnau Mühe und gewinnt das Rotmain Master nach Futsal-Regeln verdient.
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Von wegen, Futsal ist langweilig: Im Viertelfinale lieferten sich der Neudrossenfelder Marco Konradi (links) und der Thurnauer Pierre Aepfelbach packende Zweikämpfe. Foto: Vincent Reimann
Von wegen, Futsal ist langweilig: Im Viertelfinale lieferten sich der Neudrossenfelder Marco Konradi (links) und der Thurnauer Pierre Aepfelbach packende Zweikämpfe. Foto: Vincent Reimann
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Spannung, Emotionen, lautstarke Anfeuerungsrufe und viele Zuschauer: Über 350 Sportbegeisterte sahen gestern Nachmittag in der Dreifachturnhalle Neudrossenfeld das erste Futsal-Qualifikationsturnier zur Hallenfußball-Kreismeisterschaft.

Am Ende gewann Gastgeber TSV Neudrossenfeld das Rotmain Master. Im Finale bezwang der Landesligist, der lediglich im Viertelfinale gegen den TSV Thurnau Mühe hatte (5:2 nach 6-m-Schießen), den VfR Katschenreuth mit 1:0. Die Zenk-Truppe ist als Zweiter ebenso für die nächste Runde qualifiziert wie der TDC Lindau, der das kleine Finale gegen den SV Heinersreuth klar mit 4:0 für sich entschied.

Es wird noch ein Stück dauern, bis sich Akteure und Besucher an die neuen Regeln gewöhnt haben, die Schiedsrichter dagegen wissen schon gut Bescheid. Aber ein Anfang ist gemacht, und wie man hört geht kein Weg mehr vorbei an Futsal.
Trotz des Softballes, der fehlenden Banden und der Auszeiten.

Nur sechs Verwarnungen

Kreisspielleiter Manfred Neumeister jedenfalls zeigte sich überzeugt, dass die Zukunft mit diesen Neuerungen eingeleitet ist. Und relativierte gleich die Einwände wegen der vermeintlich ständigen Unterbrechungen: "Das Turnier zeigte, dass der Ball im Schnitt weniger als zehn Prozent außerhalb des Spielfeldes war, ein gewisser Fluss also bleibt." Es gab übrigens nur sechs Verwarnungen und keine einzige Hinausstellung bei 97 Fouls in 20 Spielen.

Auch die Mehrzahl der Zuschauer outete sich zustimmend mit dem Hinweis, die Zahl der harten Fouls nehme jetzt ab, ohne dass Kampf und Einsatz fehlen. "Es war nie langweilig und interessant", so die Meinung.

Wir befragten Kenner der Szene und erhielten fast durchwegs positive Reaktionen. "Das Ganze muss sich erst eingewöhnen, aber es wird sich durchsetzen", sagte Alfred Zeilner. Der Ehrenobmann der Schiedsrichtergruppe Bayreuth regte aber an, zumindest auf einer Seite eine Bande anzubringen, um die Begegnungen noch schneller zu machen. Alles Neue werde halt kritisch gesehen, sagte er.

Ganz pro drückte sich Detlef Zenk, Trainer des VfR Katschenreuth, aus. "Ich bin ein Freund von Futsal, hier werden die Riesengrätschen unterbunden, die sonst immer zu Fouls und Verletzungen geführt haben." Und der Ball, der kaum springe und kleiner als ein Fußball ist, sei auch berechenbarer. In Ordnung sei auch das Fünf-Meter-Tor. Mit Bande, so Zenk, wäre alles optimal.

Schon lange im Fußballgeschäft ist Gerald Weinrich, Manager des TSV Neudrossenfeld. Für ihn ist bei Futsal entscheidend, dass die Technik im Vordergrund steht und auch ein relativ schnelles Match zulässt. "In Franken wird Neues erst mal negativ betrachtet, was bei uns neu ist, hat sich aber schon lange weltweit durchgesetzt."
Einer, der bereits über 20 Jahre Fußball spielt, ist Stefan Lerch vom TSV Trebgast. Gestern zog er schon nach zwei Spielen ein Zwischenfazit: "Es macht Spaß, und ich kann keinen großen Unterschied zum bisherigen System erkennen." Jedenfalls gehe es rasant zu. Die Auszeiten findet er aber "a weng an Quatsch, des könnt mer wegfalln lassen". Zum Ball selbst hat er so seine eigenen Ansichten. Er sei schön zu spielen, jedoch auf dem Platz draußen könne man mit ihm nichts anfangen. Lerch habe deshalb ein bisschen Angst, dass vor allem der Nachwuchs Futsal nicht so mag, "die wollen einen gewohnten Ball haben".

Zufriedene Zuschauer

Gespielt haben gestern insgesamt zwölf Mannschaften von der Landesliga (TSV Neudrossenfeld) bis hinunter zur A-Klasse. Und man erlebte tolle Spielzüge, immer wieder gab es Beifall auf offener Szene für technische Kabinettstückchen, meistens inszeniert von den heimischen Interpreten. Auf jeden Fall harrten die Anhänger des Futsals lange aus, geizten nicht mit Beifall und verließen zufrieden über das Gesehene die Halle.


Ergebnisse Rotmain Master


Gruppe A
TSV Neudrossenfeld - TSV Trebgast 3:1
TSV Trebgast - SG Rugendorf/Losau 0:2
SG Rugendorf/Losau - TSV Neudrossenfeld 0:5

Endstand:

1. Neudrossenfeld 8:1 6
2. SG Rugendorf/Lsoau 2:5 3
3. Trebgast 1:5 5


Gruppe B
Katschenreuth - Hutschdorf 3:0
Hutschdorf - TSV Thurnau 1:1
TSV Thurnau - Katschenreuth 1:1

Endstand:

1. VfR Katschenreuth 4:1 4
2. TSV Thurnau 2:2 2
3. SV Hutschdorf 1:4 1


Gruppe C
SC Altenplos - FC Schwarzach 0:1
FC Schwarzach - TSC Mainleus 0:1
TSC Mainleus - SC Altenplos 2:1

Endstand:

1. TSC Mainleus 3:1 6
2. FC Schwarzach 1:1 3
3. SC Altenplos 1:3 0


Gruppe D
SV Heinersreuth - SG Melkendorf/Burghaig 4:0
SG Melkendorf/Burghaig - TDC Lindau 0:3
TDC Lindau - SV Heinersreuth 4:0

Endstand:

1. TDC Lindau 7:0 6
2. SV Heinersreuth 4:4 3
3. SG Melk./Burgh. 0:7 0


Viertelfinale
Neudrossenfeld - Thurnau 5:2 n.6m
Katschenreuth - Rugendorf/Losau 3:1
Mainleus - Heinersreuth 0:6
Lindau - Schwarzach 6:5 n.6m


Halbfinale

Neudrossenfeld - Heinersreuth 2:0
Katschenreuth - Lindau 3:0

Spiel um Platz 3

TDC Lindau - SV Heinersreuth 4:0

Finale
TSV Neudrossenfeld - VfR Katschenreuth 1:0

Neudrossenfeld, Katschenreuth und Lindau sind für Kreisfinale am 12. Januar in Burgebrach qualifiziert.

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