Rugendorf
Fußball-A-Klasse 6 Kulmbach

Die SG Rugendorf/Losau ist der lachende Dritte

Nicht die Favoriten ATS Kulmbach II und FC Ludwigschorgast machten in der A-Klasse 6 das Rennen, sondern die SG Rugendorf/Losau.
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Tomasz Kucharski (links) war mit 26 Treffern bester Torschütze der SG Rugendorf/Losau in der Meistersaison. Hier enteilt er Johannes Adam vom ATS II. Foto: Alexander Muck
Tomasz Kucharski (links) war mit 26 Treffern bester Torschütze der SG Rugendorf/Losau in der Meistersaison. Hier enteilt er Johannes Adam vom ATS II. Foto: Alexander Muck
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Lange Zeit rangierte die SG Rugendorf/Losau in der Fußball-A-Klasse 6 hinter den Top-Favoriten ATS Kulmbach II und FC Ludwigschorgast - doch am Ende war sie Meister und lachender Dritter. Entscheidend war der 5:0-Coup im "Endspiel" um den Titel am vorletzten Spieltag gegen den ATS II, mit dem die Truppe von Trainer Harald Mäusbacher die Bezirksliga-Reserve vom Thron stieß. Mit dem 10:0 bei Vatan Spor ließ die SG zum Saisonfinale nichts mehr anbrennen.
In der Stadionzeitung der SG Rugendorf/Losau, die den Namen "Die Rugen-Sau" trägt, hatte SG-Kapitän Daniel Hohner vor dem Duell mit den Bierstädtern geschrieben: "Es ist mit einem mitreißenden Spiel zu rechnen. Mehr Drama, mehr Endspiel geht kaum." Zunächst sah man den ATS im Vorteil, doch nach dem Wechsel trumpfte die SG groß auf und demoralisierte die Gäste regelrecht. "Der ATS legte zwar die ersten 20 Minuten los wie die Feuerwehr, doch dann war es aus", sagte SG-Spielleiter Markus Buß. Er hatte das Gefühl, dass die Kulmbacher dachten, das torlose Remis reicht.

Obwohl die SG lange nur auf Platz 3 stand, glaubte man immer an die Titelchance. Markus Buß sagt: "Wir wussten, dass wir Qualitäten haben und dass der ATS und der FC Ludwigschorgast noch Punkte abgeben werden. Wir sind deshalb immer ruhig geblieben." Der Spielleiter selbst traf immerhin 19 Mal ins Schwarze und bildete dabei mit Tomasz Kucharski (26 Saisontreffer) und Fabrizio Nützel (25) ein brandgefährliches Offensivtrio. Zusammen erzielten sie rund 75 Prozent aller SG-Tore.


Neuzugänge an der Angel

Die erfolgreiche Meistermannschaft wird auch in der Kreisklasse zusammenspielen, lediglich Martin Hohner will aus beruflichen Gründen nur noch in der "Zweiten" spielen. Allerdings muss die SG lange auf Alexander Schmidt (24) verzichten, der sich im Duell mit dem ATS II einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Laut Spielleiter Markus Buß sei man an "zwei, drei Neuzugängen" dran. Einer davon soll den künftigen Spielertrainer Daniel Hohner als Co-Trainer unterstützen. Chefcoach Harald Mäusbacher zieht es bekanntlich nach vier Jahren bei der SG zum Kreisklassen SpVgg Obersdorf.

Ziel der SG ist es, sich auf längere Sicht in der Kreisklasse zu etablieren, wenngleich Markus Buß weiß: "Die Kreisklasse ist unheimlich ausgeglichen. Wir haben aber keine Angst, denn wir wissen, welche Fußballer wir in unserer Mannschaft haben." Der Fusionsverein setzt dabei vor allem auf seine Heimstärke. Nur ein einziges Mal musste man sich in dieser Saison auf eigenen Plätzen in Rugendorf oder Losau geschlagen geben, und zwar beim 0:4 gegen den SV Marienweiher. Der Spielleiter sagt: "Die Weiherer sind unser Angstgegner, und wir waren nach dem 6:0 in Marktschorgast zuvor sicherlich etwas überheblich." Auch in der neuen Saison wird man es so praktizieren, dass die zuschauerträchtigen Spiele auf der größeren Sportanlage in Rugendorf ausgetragen werden.

Für Markus Buß war die Entscheidung des TSV Rugendorf und SV Losau vor sechs Jahren zur Zusammenarbeit die einzig richtige: "Die Zusammenarbeit ist sehr gut, und es gibt kein Losau und kein Rugendorf mehr."
Die Weichen mit Daniel Hohner als Spielertrainer wurden schon in der Winterpause gestellt. Der 32-jährige Sozialpädagoge, der beruflich in Coburg tätig ist, ist der Kopf der Mannschaft und ein echter Allrounder. Er kann außer Torwart eigentlich alles spielen. Sein Mitspieler Markus Buß sagt: "Es hat als Zehner angefangen, dann war er auf der Sechser-Position und hat jetzt als Innenverteidiger der Abwehr wieder mehr Stabilität verliehen."


Eine Herzensangelegenheit

Daniel Hohner, der auch Angebote aus höheren Ligen hatte, ist die Entscheidung leicht gefallen, Spielertrainer zu werden "Ich bin zu 100 Prozent ein SGler, deshalb war es eine Herzensangelegenheit. Ich brenne auf die Arbeit mit der Mannschaft!"

SG-Vorsitzender Gerhard Sesselmann strahlt noch Tage nach der Meisterschaft über das ganze Gesicht: "Wer hatte das gedacht? Denn wir wussten, dass der ATS II und der FC Ludwigschorgast die klaren Favoriten waren. Wir hatten auch die Meisterschaft nicht als Ziel ausgegeben und unsere Mannschaft zu keiner Zeit unter Druck gesetzt."


Vorsitzender: "Es passt alles"

Der Altersdurchschnitt der SG-Mannschaft liegt zwischen 26 und 27 Jahren. Das Geheimnis des Erfolges bringt Gerhard Sesselmann auf den Punkt: "Wir haben eine gute Kameradschaft in der Mannschaft, und auch in der Vereinsführung passt alles. Auch die SG, die vor sechs Jahren gegründet wurde, hat sich längst bewährt, schließlich sind wir ja eine Gemeinde."
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