Kulmbach
Karate

Der Klub der rüstigen Karateka

Seit zwei Jahren gibt es an der Karateschule von Henry Landeck in Kulmbach einen Kurs für Kampfsportler über 50. Der älteste Teilnehmer ist 71 Jahre alt.
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Die Gruppe "Karate 50 Plus" im Training mit Karatelehrer Henry Landeck (links) Foto: Werner Reißaus
Die Gruppe "Karate 50 Plus" im Training mit Karatelehrer Henry Landeck (links) Foto: Werner Reißaus
Wenn in der Region vom Karatesport gesprochen wird, dann kommt die Rede sehr schnell auf Henry Landeck, der sich 1989 entschloss, ein Karatedojo in eigenen Räumen als erstes seiner Art in Kulmbach zu gründen und es entwickelte sich zum größten und erfolgreichsten Karateverein der Bierstadt. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn der inzwischen 57-jährige Landeck, der seit 41 Jahren den Karatesport betreibt, gilt als positiv "Verrückter", denn er lebt die aus Japan kommende Sportart.
Landeck hat seit nunmehr zwei Jahren ein neues "Kind" seiner Karateschule aus der Taufe gehoben: "Karate 50 Plus". Die Gruppe trifft sich jeden Donnerstag in der E.C.-Baumann-Straße. Landeck: "Viele denken ja, dass man für Karate mit 25 oder 30 Jahren schon zu alt ist.
Nachdem ich wiederholt von Leuten auf der Straße angesprochen wurde, ob man nicht auch einen Karate-Kurs für Rentner anbieten kann, war meine Ehefrau Heike nach langem Überlegen bereit, diesen Kurs zu übernehmen. Wir sind in Kulmbach mit so einer Gruppe der Vorreiter. 15 Personen, Frauen wie Männer, haben sich für diesen Kurs ,Karate 50 Plus' entschieden, es gefällt ihnen auch und seitdem sind sie auch bei der Stange geblieben."
Den Kurs leitet in der Regel Heike Landeck und er ist anstrengend und schweißtreibend zugleich. Für das Alter sind nach den Worten von Henry Landeck besonders die Balanceübungen wichtig, aber es wird auch die Koordination und die Konzentration geschult. Hinzu kommen die Atmungsübungen


"Eine echt gute Truppe"

Zu den ältesten Teilnehmern bei "Karate 50 Plus" zählt der 71-jährige Jürgen Czieczor: "Ich bin durch eine Zeitungsannonce zum Kurs gekommen und bin seit nunmehr 20 Monaten dabei. Ich habe früher schon mal Ähnliches gemacht und der Beweggrund war für mich ganz einfach, ich wollte was tun. Radfahren, das reicht nicht unbedingt und da ich schon früher auf dieser Schiene war, habe ich mir gedacht, das ist eine Gelegenheit, denn über 50 wird dieser Sport nirgends angeboten. Ich bin dann mal hergegangen und habe es mir angeschaut und es hat mir gefallen. Wir sind eine recht gute Truppe und deswegen bin ich noch dabei." Die Selbstverteidigung stand für den früheren Computerfachmann Jürgen Czieczor überhaupt nicht im Mittelpunkt.
Der 53-jährige Buchhalter Siegfried Sauer ist durch seine Ehefrau zum Kurs "Karate 50 Plus" gekommen: "Meine Frau hat schon den 2. Dan und ich muss daheim immer ein wenig als Versuchskarnickel herhalten und sie wollte mich schon immer mitschleppen und ich hatte ihr gesagt, dass ich keine Lust habe, mit 17-Jährigen zu trainieren. Ich sagte ihr zu, wenn mal eine Seniorengruppe zusammenkommt, dann würde ich das ausprobieren. Henry Landeck hat dann ein Probe-Paket angeboten und seitdem bin ich dabei. Alle, die mit mir angefangen haben, haben vielleicht genauso gedacht, und sind wie ich alle noch da."
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