Für Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner: Bei den MHP Riesen Ludwigsburg kassierten die Wagnerstädter mit 63:71 (28:36) bereits ihre zehnte Auswärtsniederlage der Saison.


MHP Riesen Ludwigsburg - Medi Bayreuth 71:63 (36:28)

Nach schwachem Start lagen die Oberfranken nach den ersten zehn Minuten mit10:22 hinten. Die Umstellung auf Zonenverteidigung im zweiten Viertel erwies sich aus Bayreuther Sicht als richtige taktische Vorgabe und ermöglichte den Medi-Korbjägern bis zur Halbzeitpause eine Resultatsverbesserung, die Nicolai Simon mit einem Dreier, seinem einzigen (!) Feldkorb des Spiels, krönte. Dennoch führte Ludwigsburg 36:28.

Für eine Schrecksekunde hatte kurz zuvor Kevin Hamilton gesorgt, der zu Beginn der 17. Minute vom Parkett und direkt in die Kabine humpelte.
Doch Bayreuths bester Akteur an diesem Abend war zu Beginn der zweiten zwanzig Minuten wieder hergestellt und führte die Aufholjagd auch nach dem Seitenwechsel an. Dabei überließ Hamilton (19 Punkte) den Ballvortrag zumeist seinen Kollegen und konzentrierte sich erfolgreich auf die für ihn eher ungewohnte Rolle als Vollstrecker.

Punkt um Punkt schmolz der Vorsprung der Hausherren, und eine Auszeit von Riesen-Headcoach John Patrick verpuffte zunächst wirkungslos. Vielmehr war es Medi-Neuzugang DJ Seeley (Kragujevac/Serbien), der nach zuvor vier Fahrkarten seine ersten Punkte in der Basketball-Bundesliga erzielte und Bayreuth erstmals seit dem Spielbeginn wieder in Führung (42:41/28.) bringen konnte.

Patrick zürnte und nahm postwendend die nächste Auszeit. Dieses Mal zeigte seine unüberhörbare Ansprache auch die beabsichtigte Wirkung bei den Ludwigsburgern, die plötzlich hellwach waren und sich mit einem 9:0-Zwischenspurt wieder eine beruhigende Führung vor dem Schlussabschnitt sicheren konnten (50:42). Dabei profitierten die Schwaben in nicht unbeträchtlichem Maß von Bayreuths Routinier Ronnie Burrell: Der Power Forward leistete sich in dieser Phase einen unnötigen Ballverlust und ein Offensivfoul.

Der Widerstand der Oberfranken war jedoch noch nicht gebrochen. Simon Schmitz eröffnete den Schlussabschnitt mit einem Dreier. Der bis dahin in der Offensive völlig abgemeldete Kyle Weems ließ zwei ebenfalls erfolgreiche Distanzwürfe folgen, und Bayreuth hatte auf einmal wieder die Nase vorne: 51:50 (33.).

Die Partie wankte, und das Glück schien sich den Bayreuthern zuwenden zu wollen. Während jedoch die Hausherren weiter geduldig ihre Angriffe ausspielten und zu den ersten Punkten im Schlussviertel kamen, gingen die Bayreuther Offensivbemühungen ins Leere. Zweimal wollte es Kyle Weems wissen und zog erfolglos aus nicht optimaler Position ab. Dann leistete sich Nicolai Simon ein unnötiges Offensivfoul. Die Folge: Mit einem 14:2-Lauf konnten sich die Hausherren bis auf 64:53 (38.) absetzen und einen 71:63-Erfolg feiern.

"Bei uns hat einiges nicht gepasst. Zum Beispiel hatten wir Probleme, gegen die aggressive Verteidigung den Ball nach vorne zu bringen. Wir haben trotzdem gekämpft und gebissen, Eigenschaften, die wir im Abstiegskampf unbedingt auch weiterhin benötigen. Aber Ludwigsburg hatte immer den passenden Konter parat", zog Bayreuths Coach Michael Koch enttäuscht sein Resümee.

Medi Bayreuth: Hamilton (21 Punkte/2 Dreier), Qvale (8/0), Seeley (6/2), Weems (6/2), Heyden (6/0), Burrell (6/0), Simon (5/1), Schmitz (3/1), Wyrick (2/0), Chambers, Spöler.

Viertelergebnisse: 22:12, 14:16, 14:14, 21:21. - Zuschauer: 4200.