Mainleus
Kunstprojekt

Spinnalto und ein grande Finale

Das Kunstprojekt "Spinnalto" in der Alten Spinnerei in Mainleus ging mit einem Picknickabend zu Ende.
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Beka Gigauri bemalte große Flächen.Uschi Prawitz
Beka Gigauri bemalte große Flächen.Uschi Prawitz
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Eine Kugelbahnmaschine, ein Tatort, eine Eisdiele, ein Schönheitssalon - der Fantasie der rund 30 Mitwirkenden am Projekt "Spinnalto" waren keine Grenzen gesetzt. Nach wochenlanger kreativer Arbeit, während der unter minimalem Ressourcenverbrauch kreative (Un)Sinnigkeiten entstanden, konnten interessierte Besucher sich am Montagabend ein Bild von dem Szenario machen.
"Bedingung war, dass nur Material verwendet werden durfte, das ausgeliehen und wieder zurückgegeben, angeschafft und weiter verwendet oder das vor der Entsorgung gerettet und für Spinnalto verbaut wurde", erklärte Rüdiger Baumann, Initiator und Organisator des Kreativprojekts. Ein perfektes Upcycling sozusagen, und zugleich Anregung für den Geist.
Der Schaffensprozess stimmte Rüdiger Baumann positiv und ermutigte ihn, das Projekt Spinnalto weiter zu denken. "Dieses Mal hatten wir zum Abschluss zu einem Picknickabend eingeladen, was super war", sagte er. Die Besucher seien ebenso wie die Schöpfer der Ausstellungsstücke unvoreingenommen und vollkommen frei in ihrer Interpretation gewesen. Bei Spinnalto bekomme man als Erschaffender und als Zuschauer keine festen Muster aufgedrückt. "Man muss keine Meinung zu den einzelnen Installationen haben, es herrscht viel Freiheit auf jeder Seite."
Aufgrund der guten Erfahrung soll Spinnalto im nächsten Jahr weitergehen. Rüdiger Baumann möchte noch mehr das Miteinander fördern. Obendrein wurde Spinnalto im Rahmen des Projekts "Landkultur" des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung für grundsätzlich förderwürdig eingestuft. "Daher sind wir guter Hoffnung, dass unser Förderantrag Chancen haben wird, durchzukommen." Das lässt hoffen, denn im nächsten Jahr soll es neben dem Picknickabend auch noch weitere Veranstaltungen in der Alten Spinnerei Mainleus geben, um möglichst vielen Menschen die Besichtigung der entstandenen Werke zu ermöglichen.
Die waren es wirklich wert, gesehen zu werden. Neben der Live-Kunst des Malers Beka Gigauri, der auf große Flächen mit schwarzer Farbe Fantasielandschaften zauberte, waren viele der Ausstellungsstücke auch bespielbar. Bürgermeister Robert Bosch beispielsweise testete die Kugelbahnmaschine, viele nutzten die entstandenen Klangräume oder bewunderten das Auto, das, ganz aus Pappe gebaut, auf einem Podest thronte. Eine Wand mit Bildercollagen forderte dazu auf, eine kreative Geschichte zu schreiben, eine Eisdiele lud zum Verweilen ein, ein Schönheitssalon zum Aktivwerden.
Amüsant war die Ahnengalerie von Rüdiger Baumann, für die er die Gesichter von Ehepaaren in ein und demselben Bild verschmelzen ließ. In einer Ecke hatten Schüler aus Afghanistan ein zerstörtes Haus errichtet, aufrüttelnd und verstörend, und nur ein paar Schritte weiter fanden sich Fantasietiere - ein Raum voller Gegensätze, die Anregung zur Diskussion boten. Und als sich schließlich die Sonne langsam verabschiedete, durchfluteten die Lichtinstallationen die große Fabrikhalle in Mainleus. Ein wahrhaft großes Finale für ein großartiges Projekt.


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