Mainleus
Kunstprojekt

"Spinnalto" geht in die zweite Runde

In der Spinnerei Mainleus wird es wieder kreativ. Jeder ist dazu aufgerufen, sich in das Projekt einzubringen, das Rüdiger Baumann ins Leben gerufen hat.
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Neuntklässer des Caspar-Vischer-Gymnasiums haben aus alten Holzstühlen, die sie in der Spinnerei gefunden haben, lebendige Kunstobjekte gemacht. Mia und Veronika etwa haben den Stuhl zu einem Tatort umgestaltet.Uschi Prawitz
Neuntklässer des Caspar-Vischer-Gymnasiums haben aus alten Holzstühlen, die sie in der Spinnerei gefunden haben, lebendige Kunstobjekte gemacht. Mia und Veronika etwa haben den Stuhl zu einem Tatort umgestaltet.Uschi Prawitz
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Der Künstler Beka Gigauri hat vor vier Wochen seinen Claim in der Spinnerei Mainleus abgesteckt. Dann hat er zu Schürfen begonnen und ist nun Herr über einen Palast. "Ideen sind das Gold, das derzeit in der Spinnerei Mainleus gefunden wird", sagt Rüdiger Baumann. Neugierige Menschen haben sich auf die Suche gemacht und sind fündig geworden: in dem, was für andere nur noch Abfall ist. Nach der endgültigen Schließung der Spinnerei im Jahre 2013 war viel Material scheinbar wertlos geworden, doch "wer dafür empfänglich ist, der sieht darin Geschichten."

Wie etwa die Schülerinnen und Schüler aus der 9. Klasse am Caspar-Vischer-Gymnasium Kulmbach. Unter der Leitung ihres Kunstlehrers Andreas Schobert entstehen aktuell aus alten Holzstühlen, die sie in der Spinnerei gefunden haben, lebendige Kunstobjekte. Mia und Veronika etwa haben Absperrband gefunden und den Stuhl zu einem Tatort gemacht, die Gruppe um Jannik lässt ihren Stuhl mit zerstückelten CDs in neuem Licht erstrahlen; Merlin Hummel hat gar eine Hantel aus einem der Stühle gebaut. Ganz nach dem philosophischen Leitweg "Panta Rei - alles fließt" führten Luis, Marek und Tom ihren Stuhl wieder zurück zur Natur. Tina und Paula haben ihren Stuhl auseinander gesägt und zeigen die unbeschwerte Kindheit gegenüber dem Jugendlichen im Schulstress.

Wie Helden der Arbeit lehnen zwei Figuren aus Plexiglas an der Wand im Spinnereigebäude. Neben ihnen warten zwei Schaufeln auf ihren Einsatz. Benno Fries hat die menschlichen Silhouetten aus ehemaligen Türblättern frei gelegt und weiter gestaltet.

Performance am 20. Juli

Diese Ideen zeigen, dass sich jeder einbringen und "ausspinnen" kann - daher der Projektname "Spinnalto". Wer will, kann mit einer eigenen Idee an den Start gehen oder sich bei anderen beteiligen. Mitmachen ist bis zum 19. Juli möglich, denn am Samstag, 20. Juli, öffnen sich um 16 Uhr die Pforten für die Besucher. Ab 19 Uhr gibt es eine Performance, bei der Musik, Informatives, Theater, Film und anderes miteinander verbunden werden. Wie hören sich Alphörner in einer Fabrikhalle an?

Gegen 21 Uhr läuft in der Halle der ehemaligen Weberei der Stummfilm "Die Weber" aus dem Jahre 1927. Begleitet wird dies stilecht und live von "Miller the Killer", der sich einen Namen als Stummfilm-Pianist gemacht hat. Noch ein wichtiger Hinweis an die Besucher: "Es gibt kaum Sitzmöglichkeiten in der Spinnerei, am besten bringt man sich selbst einen Klappstuhl mit", sagt Rüdiger Baumann. Ebenso empfiehlt es sich, für die eigene Verpflegung zu sorgen.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung hat das Kulturprojekt "Spinnalto" von Rüdiger Baumann im Rahmen übrigens im Rahmen des Programms "Landkultur" unterstützt; im Frühjahr kam die Förderzusage. Informationen unter www.spinnalto.de, info@spinnalto.de oder bei Rüdiger Baumann (Telefon 09221/93393).

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