Kulmbach
Aktion

Spendenaufruf: Ein Labor wäre für Bichena so wichtig

Der Leitende Arzt der Thoraxchirurgie am Klinikum Kulmbachhat nur einen Weihnachtswunsch: Er möchte anderen Menschen helfen. Jetzt sammelt er Spenden für ein Krankenhaus in Äthiopien - und möchte im nächsten Frühling selbst nach Bichena reisen.
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Zwei Euro verdient eine Arbeiterin oder ein Arbeiter am Tag - ein Arzt bekommt 400 Euro im Monat. Sonja Adam
Zwei Euro verdient eine Arbeiterin oder ein Arbeiter am Tag - ein Arzt bekommt 400 Euro im Monat. Sonja Adam
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Afrika hat für den Leitenden Arzt der Kulmbacher Thoraxchirurgie einen besonderen Reiz. Im nächsten Jahr möchte er in die Amhara-Region reisen. Sie liegt auf 2000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel. Die Menschen, die in der Amhara-Region leben, gehören zu den Ärmsten der Welt. Gemeinsam mit anderen Medizinern engagiert sich Thomas Bohrer im Freundeskreis für Äthiopien. Jetzt möchte der Kulmbacher Arzt Geld für eine Laborausstattung für das Bichena Primary Hospital sammeln.

Ein Arbeiter verdient in der Amhara-Region etwa zwei Euro am Tag, ein Arzt 400 Euro im Monat. Gearbeitet wird unter den einfachsten. Bedingungen. Die Frauen nähen auf uralten Nähmaschinen, die sie wann einmal bekommen haben.

Selbst die gängigsten Untersuchungen können im dortigen Krankenhaus mangels technischem Gerät nicht durchgeführt werden. Rund 10 000 Euro wären nötig, um die wichtigsten Geräte anzuschaffen.

Bichena liegt etwa sechs Stunden von der Hauptstadt Addis Abeba entfernt. Die Stadt selbst hat rund 75 000 Einwohner, das Einzugsgebiet des Krankenhauses umfasst 450 000 Menschen.

"Im Krankenhaus stehen derzeit 32 Betten zur Verfügung", erklärt Bohrer. Er war mit Thomas Siedler, der ebenfalls im Freundeskreis für Äthiopien aktiv ist, schon einmal dort. Die Zustände in der medizinischen Versorgung schockierten ihn.

19 Ärzte und fünf nichtärztliche Mitarbeiter haben im vergangenen halben Jahr 954 Patienten stationär betreut, 24 458 ambulant. Davon handelte es sich um 3304 Notfälle und 971 Entbindungen.

"Das Krankenhaus ist sauber und ordentlich. Aber es mangelt an allem. So fehlten den Betten sogar Matratzen", schildert Bohrer. Er berichtet von fehlendem Verbandsmaterial: "In dieser Region sterben Menschen, weil sie sich die medizinische Versorgung nicht leisten können." Der Vorsitzende des Freundeskreises für Äthiopien, Addis Mulugeta, Siedler und Bohrer haben Matratzen von einem lokalen Hersteller beschafft. "Aber der Mangel ist noch immer groß. In der Notaufnahme gibt es nur drei Liegen, sie haben dort nicht einmal eine fahrbare Liege oder fahrbares OP-Licht."

"Das Klinikum Kulmbach hat drei Labormikroskope ausgemustert und zur Verfügung gestellt", freut sich Bohrer. Auch ein Krankenwagen wurde nach Äthiopien geschafft. Die örtlichen Krankenwagen erinnern eher an Motorräder mit geschlossenem Kasten. "Es ist mir wichtig, anderen Menschen zu helfen - vor allem auch vor dem Hintergrund, dass dieses Krankenhaus an einer Fluchtroute liegt", sagt der Arzt.

Kontakt Bedarf Der Freundeskreis für Äthiopien bittet um Spenden für eine Laborausrüstung für das Bichena Primary Hospital.

Spendenkonto IBAN DE27 3006 0601 0007 2749 63; Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Kennwort Laborausrüstung Bichena Hospital

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