Himmelkron
Wirtschaft

Spedition Emons baut - aber nicht an ihrem Standort Himmelkron

Während in Himmelkron über die Erweiterung des Gewerbegebiets diskutiert wird, hat sich die Spedition Emons nach einem alternativen Standort für die Erweiterung umgeschaut - und ist fündig geworden. "Wir müssen jetzt handeln", sagt Prokurist Stephan Meixner.
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"Wir haben immer mit dem Areal geliebäugelt, auf dem sich XXXLutz ansiedeln wollte", sagte der Geschäftsführer der Firma Emons, Stephan Meixner. Jetzt hat die Spedition für ihren Erweiterungsbau eine Fläche in einer anderen Kommune im Landkreis im Visier. Foto: Archiv
"Wir haben immer mit dem Areal geliebäugelt, auf dem sich XXXLutz ansiedeln wollte", sagte der Geschäftsführer der Firma Emons, Stephan Meixner. Jetzt hat die Spedition für ihren Erweiterungsbau eine Fläche in einer anderen Kommune im Landkreis im Visier. Foto: Archiv

Kommt die Erweiterung des Himmelkroner Gewerbegebiets? Eine Frage, über die am 26. Mai entschieden wird, wenn am Tage der Europawahl die Bürger auch über das Rats- und Bürgerbegehren abstimmen. Während das Ratsbegehren neue Flächen für Betriebsansiedlungen schaffen will, lehnen die Vertreter des Bürgerbegehrens um Wilhelmine Denk das Projekt ab. Sie wollen das Landschaftsbild retten, landwirtschaftliche Flächen sichern, eine zusätzliche Verkehrsbelastung vermeiden und verhindern, dass die Lebensqualität beeinträchtigt wird.

"Wir brauchen neue Flächen"

Aufmerksam verfolgt hat das Für und Wider Stephan Meixner, der Niederlassungsleiter der im Himmelkroner Gewerbegebiet ansässigen Spedition Emons. Die hat schon seit Jahren Expansionsbestrebungen. "Wir sind ständig am Wachsen, brauchen dringend neue Flächen", sagt Meixner, dessen Unternehmen 180 Beschäftigte zählt.

Am Standort Himmelkron hält Emons mit der Hauptniederlassung fest. Meixner wäre es "am allerliebsten" gewesen, hätte die Firma dort auch ihren Erweiterungsbau errichten können. "Wir haben immer mit dem Areal geliebäugelt, auf dem sich XXXLutz ansiedeln wollte und wo jetzt das Gewerbegebiet entstehen könnte. Ein Lager auf der gegenüber liegenden Straßenseite wäre für uns natürlich die beste Lösung gewesen", stellt der Prokurist fest.

Bis zu 50 Arbeitsplätze

Als sich mit der Zeit herausgestellt habe, dass sich die Pläne in Himmelkron nicht zeitnah realisieren lassen, habe man die Fühler ausgestreckt und sich in anderen Gemeinden umgeschaut. Schließlich sei man in einer Kommune im Landkreis Kulmbach fündig geworden. Laut Meixner gibt es Pläne, dort eine große Logistikhalle zu errichten, in der nicht nur Güter gelagert würden ("Wir stellen da nicht nur einfach 50 000 Paletten ab"), sondern auch eine Endmontage stattfinden soll. 30 bis 50 Arbeitsplätze würden entstehen, sagt der Niederlassungsleiter, der sich zum genauen Standort und zur möglichen Investitionssumme nicht äußern will. "Noch ist nichts in trockenen Tüchern. Es sind keine Verträge unterschrieben." Dabei ist er zuversichtlich, dass sich das Projekt realisieren lässt. Schon Ende 2020 will die Firma am neuen Standort den Betrieb aufnehmen.

Gespräche laufen seit über einem Jahr

"Wir sind mit der Spedition Emons seit über einem Jahr im Gespräch. Wenn es klappen sollte, wäre es für uns eine super Sache", stellt der Bürgermeister der Gemeinde fest, der sich vor allem über die Schaffung von Arbeitsplätzen freuen würde.

Himmelkron nicht überrascht

Nicht überrascht von den Plänen der Spedition ist man in Himmelkron. Dass sich Emons erweitern will, war laut stellvertretendem Bürgermeister Harald Peetz (CSU) seit langem bekannt. Ein geeignetes Areal habe man aber bis dato nicht anbieten können. Hätte man das Gewerbegebiet ohne den Bürgerprotest auf den Weg bringen können, hätte Emons das Projekt in Himmelkron realisiert, glaubt Harald Peetz: "Das wäre für uns wichtig gewesen." Ob überhaupt weitere Flächen für Gewerbe entstehen, das werde sich erst bei der Abstimmung Ende Mai zeigen.

Am Donnerstagabend hat Bernhard Rückert von der Bauwo Grundstücksgesellschaft aus Hannover, die das Gewerbegebiet in Himmelkron entwickeln will, das Vorhaben den Gemeinderäten und Vertretern des Bürgerbegehrens vorgestellt. Es sei lebhaft diskutiert worden, berichtet Peetz. Konkrete Pläne habe Rückert nicht vorlegen können, auch keine Firmen genannt, die sich ansiedeln wollen. Das habe er - anders als so mancher Gemeinderatskollege - selbst auch nicht erwartet, so der Zweite Bürgermeister. "Es macht für die Bauwo ja keinen Sinn, potenzielle Investoren zu suchen, wenn noch nicht einmal feststeht, ob das Gewerbegebiet überhaupt kommt."

Eine "enttäuschende" Vorstellung

Enttäuscht war Wilhelmine Denk, die als Vertreterin des Bürgerinitiative an der Versammlung teilgenommen hat. Der Bauwo-Vertreter habe überhaupt nichts Konkretes gesagt, so Denk gestern. Großspurig sei angekündigt worden, dass Arbeitsplätze geschaffen würden, dass das Gewerbegebiet ökologisch ausgerichtet werde. Firmen, die Jobs schaffen wollen, seien nicht genannt worden. Nicht einmal einen Plan habe die Grundstücksgesellschaft aus Hannover präsentieren können. Wilhelmine Denk war darüber verwundert: "Wenn bis Mai nichts Konkreteres vorliegt, entscheiden die Bürger über eine Luftnummer."

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