Natürlich kann man hauptamtliche Kräfte durch Ehrenamtliche ersetzen. Die Frage ist nur: wie lange?Der Fall Dremerund die Pfarrei Stadtsteinach: ein persönliches Schicksal. Einerseits.

Andererseits manifestiert sich hier eine Entwicklung, die auch in anderen Kirchengemeinden zu beobachten ist, aber auch beiWohlfahrtsverbänden, Rettungsdiensten oder Sportvereinen: Hauptamtliches Personal wird abgebaut, Ehrenamtliche springen ein. Teilweise sind solche Entscheidungen nachvollziehbar. Mit schwindenden Mitgliederzahlen wird das Geld knapper. Irgendwo muss angefangen werden mit dem Sparen.

Andererseits gibt es schon längst Bereiche, in denen ohne Ehrenamtliche vieles nicht mehr möglich wäre. In Altenheimen entlasten Besuchsdienste das Personal, das kaum mehr Zeit hat, sich über die bloße Versorgung hinaus um die ihm anvertrauten Menschen zu kümmern. In Sportvereinen opfern Freiwillige viele Stunden ihrer Freizeit - und tun dabei nicht nur Dienst als Übungsleiter, sondern sind oft Trainer, Hausmeister, Kantinenwirt in einer Person. Wer sich ehrenamtlich engagiert, tut das in der Regel gern und beschwert sich nicht. Das ist das Gute an diesem Modell.

Das Schlechte ist: Auch das Ehrenamt bleibt von der demografischen Entwicklung nicht verschont. Dass irgendwann die Helfer knapp werden, ist vermutlich nur eine Frage der Zeit. Dann kann es sein, dass Sport-vereine ihre Trainingsstunden reduzieren müssen, dass das Beschäftigungsangebot im Altenheim reduziert wird - und viele Kirchengemeinden gar niemand mehr haben, der sich mit großem Einsatz um die Gotteshäuser, ihre Kunstschätze und Gottesdienste kümmert.